Prof. Dr. Dr. B. G. Bosch, Ruhr-Universität Bochum
M. Tsuchet
Prof. Karl Tetzner
Prof. J. Lindemann
Prof. Dr.-Ing. H. Döring, Inst. für HF-Technik, TH Aachen
Frau Dr. Hilde Karolus
Dipl. El.Ing. Gerhard Ebeling (Redakteur »Funkgeschichte«)
Günter Wahl, Franzis-Verlag GmbH
Dr. med. Erik Windisch
Dipl.-Ing. Zvonimir Jakobovic
Kurzbeschreibung
In unserer Zeit der »Wegwerfmentalität« zeigt der Autor einen Weg zum Erhalten alter Radios auf und öffnet die Tür zu einem begeisternden Hobby. Bilder und der umfangreiche Text (2 Millionen Zeichen) sind auf die deutschsprachigen Länder zugeschnitten, doch fehlt es nicht an internationaler Recherche. Ein guter Einblick in die entsprechende Bewegung in den übrigen Ländern ist gewährleistet. An die 30 Sammler und einige Museen haben mit zahlreichen Fotos zu den 900 Bildern (mit informativer Legende) beigesteuert.
Seit dem Erscheinen der ersten Ausgabe, 1989, hat sich das Sachbuch, nun in der dritten Auflage als DAS unbestrittene Standardwerk auf diesem Gebiet etabliert.
Der Autor über sein Buch
"Radios von gestern" (456 Seiten A4) ist das umfassende Buch über Röhrenradios und schildert ausführlich Entstehung, Geschichte, Technik, aber auch über sachgerechte Restauration/Reparatur. 1998 ist dazu der "Radiokatalog Band 1" erschienen, der mehr als 8000 Geräte der 32 grossen Firmen Deutschlands ab Beginn der Rundfunkbewegung (bis in die 50er Jahre, Portables bis Ende 1970) systematisch mit je bis zu 28 Feldern (z.B. Röhrenbestückung) möglichst vollständig und vor allem systematisch listet, begleitet von 1300 Farbbildern.
"Radios von gestern" dagegen gilt als DAS Standardwerk für den Sammler mit den Kapiteln: Erfindungen und Entwicklungen, Dekaden des Rundfunks, Rundfunk - weltweit, Bild und Ton, Röhren als Basis, gefolgt vom zweiten Teil: Sammeln - aber wie!, Restaurieren macht Spass, Technik leicht gemacht, Keine Angst vor dem Innenleben, Radio-Amateure. Die Technik-Geschichte ist international recherchiert und daher "ganz anders", als sonst in Deutschland zu lesen. Dem aufmerksamen Leser erspart der Doppelband im zweiten Teil viel Lehrgeld beim Restaurieren von Apparaten oder Anlegen einer Sammlung.
Der "Radiokatalog Band 2" mit nochmals mehr als 8000 Apparaten (Deutschland kleine Firmen, ganz Österreich, ganze Schweiz) plus genaue Röhrendatierungen erscheint nicht vor Ende 2001. Der Autor END
Klappentext
Umschlagtext
Das Sachbuch mit 900 Bildern vermittelt in konzentrierter Form und ganzheitlich die notwendigen Informationen und Daten, die ein engagierter Sammler benötigt. Anhang und Sachregister enthalten eine Fülle von Informationen und lassen nach zahlreichen Begriffen suchen. Die internationale Geschichte der Radio-Amateure kommt ebenfalls zur Sprache, da diese aktiven Enthusiasten als Vorkämpfer viel zu unserem Rundfunk und der Telekommunikation beigetragen haben.
Über den Autor
Auszug aus Radios von gestern. von Ernst Erb. Copyright © 1998. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
In der Praxis gehen diese Begriffe natürlich fließend ineinander über und richten sich nach ganz persönlichen Einstellungen. Auch wechselt der gleiche Apparat in einem anderen Land seinen Stellenwert vollkommen. Wie bereits erwähnt ist normalerweise ein Gerät im Herstellungsland wesentlich gesuchter als in einem Nachbarland. Bei weiten Distanzen erhält ein Stück womöglich wieder einen gewissen »Exotenwert«, wie dies bei uns oft bei Geräten aus den USA der Fall ist. Die Preise für US-Radios sind dort bedeutend niedriger als in Europa. In »The old timer's bulletin«(AWA) vom November 1988 stehen die erzielten Auktions-Verkaufspreise anlässlich der »Historical Radio Conference« von 1988. Mehr als 200 Apparate und 50 Röhrentypen wechselten die Hand. Die ca. 100 Rundfunkempfänger - mehrheitlich aus den 20er und 30er Jahren - erzielten am häufigsten zwischen 25 und 65 USD. Nur ausgesuchte »Kathedralen« erreichten 100-125 USD. Typische Beispiele - Drei »RCA Radiola III« (1924) kosteten 30/30/37 USD, zwei »Crosley 51« (1924/25) fanden zu 37/75 USD einen neuen Besitzer und zwei »Atwater Kent, Modell 20« (1924/25), zu 25/35 USD. Von den sieben Geräten über 300 USD waren die teuersten »Rundfunkempfänger Amrad Super Type B« zu 1700 USD (kommt in der Beschreibung über »Amrad« in [287] nicht vor), »Johnson & Phillips T-6« (1916, Phillips mit »ll«) zu 1600 USD, »Kennedy 110« (1922) zu 575 USD.
Rarität oder seltenes Sammlerstück? Als seltenes Sammlerstück verstehe ich ein Gerät, das selten, aber dennoch so häufig vorkommt, daß es einige Sammler besitzen. Oft sind es Stücke, die »in eine Sammlung gehören«. Weil selten, bilden sie Mangelware. Man sieht sie in wenigen, vollständigen Sammlungen und sie sind von bestimmten Sammlern noch gesucht.
Ein Eigenbau kann ein interessantes Stück oder Exot sein; eine Rarität bildet er nach der Auffassung des Sammlers nicht. Sein Fehlen läßt keine Lücke in der Sammlung offen. Läßt ein Apparat lediglich wegen seiner kleinen Produktionsmenge eine Lücke offen, gilt er als seltenes Sammlerstück.
Raritäten sind nicht »nur« die typischen Lücken einer Sammlung, sondern weisen noch »das Besondere« auf. Meist ist es ein spezielles Design. Dies führt dazu, daß auch Nichtsammler sich für das Gerät interessieren bzw. Personen ein Gerät als Andenken behalten. Beispielsweise kam der »Ingelen-Geographic« ca. 1983/84 wegen einer Veröffentlichung in den Blickpunkt und galt ab dann zunehmend als Rarität.
Bild »Ingelen-Geographic, A«, von 1937 mit farbiger Weltkarte als Stationsanzeige. Superhet mit Bandfiltereingang für LMK, Edelholzgehäuse 540 x 355 x 320 mm BHT, Edyn-LS, AK2, AF7, AB2, AL1, AZ1. Weitere Geräte aus der Serie siehe unter Österreich und Farbfoto.
Eine größere Rarität bildet der Rundfunkempfänger »Telefunken, Modell 12« mit Stabröhren, weil er zu einer vollständigen Telefunken-Sammlung gehört, aber wegen des Rückziehers von Telefunken noch viel seltener zu finden ist. Beide Apparate zeichnen sich durch technische Besonderheiten aus - der »Geographic« zusätzlich durch ein besonderes Styling.
Rar und damit selten sind natürlich offene Batteriegeräte aus den Anfangszeiten des Rundfunks. Bei dieser Gruppe gibt es aber wieder diese Unterscheidungen - lediglich das Preisgefüge sieht anders aus. Leider ist es menschlich - aber nicht vernünftig - wenn man hin und wieder den Ausspruch hört - »Schauen Sie, dieses Gerät fehlt gerade in der und der sonst kompletten Sammlung - aber ich besitze es!«.
Exoten
Sind Herstellfirmen zu klein und bald wieder vom Markt verschwunden, können zwei extreme Situationen eintreffen - entweder suchen einzelne Sammler deren Produkte sehr und diese Geräte erreichen hohe Preise oder sie geraten »in Vergessenheit« und man findet sie höchstens per Zufall bei einem Sammler als »Exot«. Letzteres ist bei Eigenbau-Geräten nahezu immer der Fall. Jedenfalls leiden Eigenbau-Radios heute noch unter geringer Wertschätzung. Selbstbauten inkl. Bauunterlagen sind interessanter, sofern es sich um Baupläne bekannter Firmen oder Veröffentlichungen in Zeitschriften handelt.
Wo Geräte finden?
In der zweiten Hälfte der 80er Jahre findet ein Umbruch statt; das sammelnswerte Radio taucht immer seltener bei Trödlern und in Brockenhäusern (Schweiz) auf. Bis in die 60er Jahre war es leicht, alte Radios für ein Butterbrot oder sogar von Radioreparaturwerkstätten gratis zu erhalten. Man fand sie im Müll, bei Trödlern, in Bazaren - einfach überall! In den 70er Jahren bedurfte es bereits größerer Anstrengungen, um zu guten Stücken zu kommen. In den 80er Jahren sind es eher Zufallstreffer, und alle Vorkriegsapparate haben schon ihren Preis. Erste Apparate tauchen in Antiquitätengeschäften auf und gelegentlich finden Auktionen durch bekanntere Häuser statt ...