Dieses Buch ist eine Hommage an die historische Rundfunktechnik. Das 456 Seiten umfassende Werk zeigt zunächst den geschichtlichen Ablauf der Rundfunkentwicklung der meisten europäischen Staaten - und der USA. Sehr schöne Bilder dokumentieren diesen Teil. Für die Länder »Deutschland«, »Österreich« und »Schweiz« sind die bedeutensten Hersteller chronologisch vorgestellt und sowohl mit statistischen Daten, als auch mit einer Vielzahl an Abbildungen versehen - inkl. Bildlegenden mit den jeweils wichtigsten Daten.
Auch die Röhrentechnik kommt in diesem Buch nicht zu kurz: angefangen mit der Entwicklungsgeschichte, über den technischen Aufbau und deren Verwendungsmöglichkeiten und Einsatzgebiete, hin bis zu Anschluss-Schemen der gebräuchlichsten Rundfunkempfängerröhren ist hier alles übersichtlich dargestellt. Bilder ergänzen auch diesen Buchabschnitt.
Der sehr umfangreiche letzte Teil des Buches beschäftigt sich mit der fachgerechten Restaurierung alter Rundfunkempfänger und gibt wichtige Sammeltipps. Es gibt ausführliche Hinweise zur Gehäuserestaurierung (z. B. Furnierbearbeitung, Lackierung, Spezialmaterialien, Gehäusepflege) und zur technischen Instandsetzung. Hier werden die einzelnen Schaltungsprinzipen (z. B. Geradeaus-, Audion-, Reflex- und Superhet-Empfänger) genauso beschrieben, wie Lautsprechersysteme und Netzteile. Skizzen untermauern die Erläuterungen.
Alles in Allem ist »Radios von gestern« als Standardwerk für den ernsthaften Radiosammler und -liebhaber zu bezeichnen. Das edle, strapazierfähige Design bedingt einen stolzen Preis, doch ist dieses Buch ein wichtiges Arbeitsmittel und Nachschlagewerk. Es will aber kein Katalog sein, denn dafür hat der Autor den »Radiokatalog« (ISBN 3-907007-21-2) geschaffen - wie auch das Online-Nachschlagewerk. Ich halte alles für gut beschrieben und auch das Technische ist selbst für Laien nachvollziehbar.
Viele Radiosammler sind erst durch dieses Buch zu diesem Hobby gekommen. »Radios von gestern« ist uneingeschränkt zu empfehlen!
Rezension geschrieben von Michael Grzonka, München.