Nach der Tsunami-Katastrophe mit etwa 25.000 Toten stand der damit zusammen hängende Reaktorunfall in Fukushima im Vordergrund aller Berichterstattung. (Eine sachliche Darstellung in: Fukushima auch in Deutschland?" von Bernhard Kuczera, Ludger Morbach, Walter Tromm und Joachim Knebel, Spektrum der Wissenschaft, Heft 8/11, Seiten 76-83)
Der darauf in Deutschland beschlossene beschleunigte Atomausstieg und damit zusammenhängende Diskussionen im Fernsehen und die Mitteilungen in der Presse veranlassten mich nach objektiven Informationen zu suchen, um mir ein Bild von den Problemen der Kernenergietechnik zu machen. Selbstverständlich habe ich zunächst zu o. g. Buch gegriffen.
Ohne Zweifel enthält das Werk zu allen Anwendungsgebieten der Radioaktivität interessante Informationen in großer Fülle. Was mich aber auch nach der zweiten Durchsicht noch gestört hat sind abwertende Formulierungen: Seite 60 Uran und Konsorten", Seite 90 Genmanipulation", Seite 92 das radioaktive Zeugs", Seite 97 vor ihm hin und her wedelt", Seiten 171 und 201 radioaktive Brühe", Seite 174 den radioaktiven Inhalt herauspuhlen", Seite 200 Nach dem Siechtum und Beinahe-Tod der Kernkraftindustrie in Frankreich und Deutschland". Aus diesen Formulierungen geht hervor, dass der Autor sich dem Lager der Kernkraftgegner sehr verbunden fühlt. Das Buch wirkt dadurch leicht unsachlich. Die Hinweise zum Weiterlesen am Ende des Buches habe ich nicht befolgt, weil die dort erwähnten Ausgaben ältern Datums sind, sondern ich habe einige zu empfehlende aktuelle Fachbücher gefunden und gelesen, teils mehrmals: Kerntechnik Grundlagen" von Markus Borlein (auch für interessierte Laien geeignet), Radioaktivität Aberglaube und Wissenschaft" von Hermann Hinsch und zu Problemen der Lagerung radioaktiver Reststoffe: Atommüll - Der Versuch einer Neubetrachtung" von Klaus-Dieter Humpich, Atommüll - wohin damit?" von Klaus Stierstadt, Das Märchen von der Asse" von Hermann Hinsch.
Wer sich über die Lagerprobleme radioaktiver Reststoffe (Hauptkritik zur Kernenergietechnik) informieren will, kommt mit dem Buch von Elmar Träbert auf keinen Fall aus.