„Sie wollen also zum Radio...", so beginnt das Vorwort der Herausgeber. Innerhalb von 20 Jahren liegt die inzwischen 7. Auflage des Klassikers vor. Der Beginn des Vorwortes lässt mich unwillkürlich an meinen persönlichen Einstieg zurückdenken, denn damals wurde mir die Lektüre mit ähnlichen Worten empfohlen.
Mir ging es nicht anders als den vielen Berufseinsteigern nach mir, überwältigt von der berufsspezifischen Terminologie, wurde das Buch mein Wegweiser durch Studios und Redaktionen. Diesem Anspruch wird Radio-Journalismus noch immer und ganz besonders durch die Neuauflage gerecht.
Das Radio Anfang der 80er Jahre entwickelte sich langsamer als das Radio 2000. Die Veränderungen für Programmgestalter vor und hinter den Kulissen eines Funkhauses haben heute eine Halbwertzeit von maximal einem Jahr. Das Digital-Zeitalter produziert fast täglich Veränderungen, die nicht immer so schnell von den Praktikern wahrgenommen werden, wie sie entstehen. Begriffe verselbständigen sich. Der frühere „Beitrag" ist heute ein Audio, der redaktionelle Arbeitsplatz eine „Workstation", ein „Tonübertragungssystem" heißt freundlich „Musik-Taxi", ein „Komod" (Kommunikationsmodul) ist das neue Bindeglied zum Sternpunkt. Es ermöglicht und steuert Leitungsbestellungen intern und extern. Zwischen „Mark In" „Fade In" wird im automatischen Sendebetrieb das Audio eingeblendet und der „On Air Assist" ist das Programm zur Abwicklung der Sendung in der Senderegie.
Gespannt war ich auf die aktualisierten Beiträge aus „Produktion und Technik". Mit Ingvild Bayer konnte eine kompetente Autorin gefunden werden, die so verständlich wie möglich das digitale Schneiden erklärt.
Radio-Journalismus ist auch in seiner 7. Auflage ein preiswerter Begleiter in den Radio-Alltag.
Knut Kuckel