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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
32 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Anarchie ist so nicht machbar, Frau Nachbar!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Radikal mutig: Meine Anleitung zum Anderssein (Broschiert)
Hanna Poddig verspricht im Titel ihres Buches zwei Dinge: Mut und eine Anleitung zum Anderssein. Sie stellt sich als radikale Konsumkritikerin vor und will die herrschenden Verhältnisse ändern. Dazu legt sie in den einzelnen Buchkapiteln ihre Meinung zu Nahrungsmittelkartellen, zur Atomkraft, zur Gentechnik, zu Autobahnen, zum Nahverkehr dar. Und wie sie mit kreativen Aktionen dagegen agitiert. Ihre Vollzeittätigkeit besteht nach eigenen Angaben darin, Polizisten zu beschäftigen. Ist das mehr als ein infantiles Spiel?Leider blieben die Darlegungen der Autorin zu den gesellschaftlichen Verhältnissen und deren Kritik sehr oberflächlich. Im Vordergrund standen die detaillierten Beschreibungen der von Hanna Poddig durchgeführten Aktionen in den letzten Jahren. Bemerkenswert ist dabei, dass sie den Erfolg ihrer Bemühungen daran misst, ob eine Aktion wie geplant durchgeführt werden konnte. Nicht, ob sie damit irgendetwas bewegen konnte. Die Aktion ist alles. Menschen, die konkreter handeln und Atomstrom durch die Installation von Sonnenkollektoren überflüssig machen wollen, werden z.B. mit keinem Wort erwähnt. Dass sie mit ihren Aktionen (dieser Begriff durchzieht das Buch wie ein roter Faden) die Polizei provoziert ist ihr bewusst. Dass diese "kriminelle Vereinigung" dabei das Recht des "Zwangsapparates Staat" (Zitate!) verteidigt findet sie aber unfair. Und dass sie wegen begangener Ordnungswidrigkeiten und möglicher Straftaten in Untersuchungshaft kommt scheint ihr völlig unverständlich. Sie fordert auch konsequent, alle Kriminellen frei zu lassen, da ihrer Meinung nach "Strafe Kriminalität" erzeugt. Aber wenn pöbelnde Jugendliche eines Dorfes die Aktivisten belästigen, dann soll doch bitte trotzdem die böse Polizei helfen. Grotesk. Begründet wird die Forderung nach Freilassung aller Gefangenen mit der Aussage "Sinkende Zahlen schwerer Gewalttaten und dennoch steigende Zahlen Inhaftierter stoßen meistens auf taube Ohren". Doch was schließt Mensch daraus? Je mehr Verbrecher im Knast sind, desto weniger Straftaten werden begangen? Natürlich nicht! Und: "Das Risiko, im Straßenverkehr zu Tode zu kommen, ist zigfach größer als ermordet zu werden." Eine interessante Aussage, leider durch Zahlen nicht zu belegen. Erstaunlich ist, dass die Autorin mehrere vergleichbar eigenwillige Behauptungen aufstellt, die durch eine einfache Internetrecherche widerlegt werden können. Und von Einzelfällen möglicher Justizirrtümer auf die allgemeinen Verhältnisse zu schließen ist einfach abstrus. Puerto Rico, einen assoziierten Freistaat der USA, als Vorbild für einen militärfreien Staat zu präsentieren, ist verwegen. Doch es geht der Autorin auch nicht um Fakten oder wirkliche Veränderungen gesellschaftlicher Verhältnisse, sondern darum "sich immer neu zu inszenieren". Presseresonanz ist ihr ein sehr wichtiges Kriterium für Aktionen. Und sonst? Stellt sich Hanna Poddig mit ihrem Buch also als ein narzisstisch verwöhntes kleines Mädchen dar, dass sich medial verkaufen kann? Selbstdarstellung als Lebensziel? Leider erfahren wir nichts über ihre wirklichen Beweggründe für ihr Handeln, über ihre persönlichen Verhältnisse und realistischen gesellschaftlichen Perspektiven. Abkehr vom jetzigen System als Schlagwort, aber wohin soll denn die ökologische Wende konkret gehen? Hin und wieder erhellt das Buch die Situation in den Kreisen, in denen die Autorin lebt. Doch meist steht auch hier die Kritik am Verhalten anderer Aktivisten im Vordergrund. Daneben zitiert sie mehrfach aus Büchern anderer Autoren. Doch sie trennt nicht zwischen deren und ihrer Meinung sowie eigenen Erfahrungen. Entlarvend ist dagegen teilweise ihre Sprache. Sie wird nicht von Menschen in Uniform befragt, sondern von "der Polizei" oder "der Grenzpolizei". Damit lässt sich ihr Feindbild besser verteidigen. Erstaunlich ist ihre reflektierte Beschreibung von Beziehungsproblematiken. Mensch könnte den Eindruck gewinnen, dass sexuelle Verklemmtheit sich wieder ausbreitet, die Emanzipation immer noch nicht in den linken Zirkeln angekommen ist, der Machismo weiter gedeiht. Es bleibt nach der Lektüre des Buches die Frage, was sich in den letzten 20, 30 Jahren überhaupt verändert hat. Darüber nachzudenken lohnt auf jeden Fall. Ein hehres Ziel der Autorin ist, dass sich jede_r ihre/seine eigene Meinung bilden soll. Dabei hilft dieses Buch sicherlich. Ein Anleitung zum mutigen Anderssein ist es aber definitiv nicht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
14 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Halbgares Gedankengut,
Von
Rezension bezieht sich auf: Radikal mutig: Meine Anleitung zum Anderssein (Broschiert)
Vorweg: Poddig schreibt hier über Poddig. Das Buch ist keine objektive "Anleitung zum Anderssein", sondern eine Zusammenstellung von Berichten zu Aktionen über Themen, bei denen Poddig in den letzten Jahren aktiv war. Aufhängen von Transparenten, Zerstören von Genmaisfeldern, Proteste gegen Polizeiwillkür etc.Vieles kann die Sympathie des Lesers wecken. Beispielsweise die Art der Nahrungsbeschaffung Poddigs (die besorgt sich Lebensmittel von Supermärkten, die zwar im Müll liegen, aber von astreiner Qualität sind), die Sitzblockaden gegen Castor-Transporte, das Mürbe-machen von Polizeihorden, die nur Befehlsempfänger spielen wollen und einiges mehr. Bei anderen Themen kann man aber nur den Kopf schütteln. Etwa ihr Plädoyer für Schwarzfahren, daß sie damit begründet, daß die öffentlichen Verkehrunternehmen die für den Betrieb nötigen Gelder allein schon aus der Werbung finanzieren könnten und die Ticketpreise allein nach der Profitmaximierung kalkuliert seien. Diesen Vorwurf kann man sicherlich vielen öffentlichen Diensleistern machen, aber ganz sicher nicht den städtischen Verkehrunternehmen, die so gut wie überall massiv mit Steuergeldern subventioniert werden müssen. Oder Poddigs Aufruf, alle Gefangenen (nicht nur die politischen) freizulassen, da Gefängnisse Menschen nicht bessern würden. Lieber würde sie ein paar Mörder mehr auf der Straße herumlaufen lassen - das zusätzliche Risiko für die Menschen sei, so Poddig, geringer, als bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen. Weltfremder geht es kaum, insbesondere weil die Autorin keinerlei Gegenentwurf aufzeigt, wie eine Gesellschaft funktionieren kann, deren Mitglieder für Verfehlungen nicht bestraft werden können. Fazit: Hanna Poddig ist sicherlich eine intelligente junge Frau, deren Aktionismus und permanenter Widerstand großen Respekt verdient. Viele ihrer derzeitigen Ansichten werden aber noch ein paar Jahre sacken müssen, bis sie für die Wirklichkeit tauglich werden. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
25 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Unreife Gedanken!,
Von Purist (Passau, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Radikal mutig: Meine Anleitung zum Anderssein (Broschiert)
Das im Buch dominierende, völlig unreife Gedankengut ist am Ende nur noch nervig.Eine "Anleitung zum Anderssein". Warum? In diesem Falle offensichtlich nur um anders sein zu wollen. Aus keinem anderen Grund. Hauptsache DAGEGEN! Wogegen genau ist da eigentlich egal. Frau Poddig verurteilt das Staats- und Rechtssystem, in dem sie lebt aufs Schärfste, nimmt jedoch die Vorteile, die ihr dieses System bietet, gerne für sich in Anspruch. Radikal mutig? Harmlos langweilig! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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