Die Führer der militanten Schwarzenbewegung 'Black Panthers' treffen einen Abend lang auf die geschliffene, pseudo-interessierte High-Society-Welt eines Leonard Bernsteins und seiner politisch korrekten Freunde. Da ist die unfreiwillige Komik quasi eingebaut. Und niemand könnte jene Begegnung der dritten Art pointierter wiedergeben, als Tom Wolfe, der als Journalist beobachtet und das Gesehene als Erzähler niederschreibt, was ihn auch zum Hauptvertreter des "New Journalism", jener Mischform aus Journalismus und Erzählkunst gemacht hat. Der zweite Teil des Buches - "Mau-Mauing the Flak Catchers" - steht "Radical Chic" in nichts nach. Bierernst und dadurch umwerfend komisch gewährt er dem werten Leser einen Einblick in die effektiv ausgeübte Methode einiger schwarzer Ghetto-Bewohner, blasse, wohl meinende Beamte einzuschüchtern, um Geldkürzungen für soziale Projekte abzuwenden.
Das Leben schreibt eben die besten Geschichten - v.a., wenn man sie durch Tom Wolfes Brille sieht. Und daß sie bereits 30 Jahre auf dem Buckel haben, merkt man ihnen wirklich nicht an...