Joseph Roth beschreibt hier am Beispiel der Familie Trotta den Untergang Österreich-Ungarns. Es beginnt 1859, als der Grossvater der Hauptfigur dem Kaiser in der Schlacht von Solferino das Leben rettet. Ab diesem Moment geht es mit der Familie, wie auch mit der Monarchie, bergab. Bis der Roman schliesslich 1916 mit des Kaisers Tod (somit das Ende der Monarchie) und dem Tod des Vaters der Hauptfigur (das Ende der Familie Trotta) endet.
Der Grossvater (der Held von Solferino) steht hier sinnbildlich für das Militär, der Vater ist ein fleissiger Beamter (von "Heldenhaftigkeit" kann schon nicht mehr die Rede sein), somit sinnbildlich für das Beamtentum, was die beiden wohl zu den tragenden Säulen der Monarchie macht. Der Enkel Carl Joseph von Trotta, die eigentliche Hauptfigur, ist geplagt von seinem Dasein beim Militär, da ihn das nicht glücklich macht, andererseits sieht er aber auch keine Alternativen dazu . Er weiss nicht was er will, er kennt keine Zukunft und denkt selbst immer nur an seinen "grossen" Grossvater, dadurch, unter anderem, verfällt er dem Spiel und dem Alkohol.
In diesem Roman wird der langsame Verfall des Vielvölkerstaates mehr als deutlich. Sei es bei den vereinzelten Unruhen der Arbeiter, bei der Verbitterung des Vaters gegen tschechische Mitbürger oder auch bei der Spaltung der Lager als der Tod des Thronfolgers bekannt wird.
Der Autor schafft es dem Leser durch eine ganz ruhige und gelassene Erzählweise, alles mit ein Wenig Poesie unterlegt, einen wirklich tiefen Einblick in das Denken der Menschen die in dem beschriebenen Zeitraum in Österreich-Ungarn lebten, zu verschaffen. Ein wichtiger und, wie ich finde, auch lehrreicher Roman über die letzten Jahre der Donaumonarchie und somit ein Stück jüngerer europäischer Geschichte, dazu auch noch einfach zu lesen und zu verstehen. Deswegen: LESEN!