Pressestimmen
»Dieser lehrreiche Roman über die letzten Jahre der Donaumonarchie lässt ein Stück jüngerer europäischer Geschichte lebendig werden. Er ist leicht verständlich und eignet sich somit, gut als Lektüre im Deutschunterricht.«
Georg Pfahler, lehrerbibliothek.de 06.10.2008»Ein trauriges, sentimentales, schönes, wundersames Buch.«
hvbclub.de 3/2007»Joseph Roth war ein barmherziger und unerbittlicher Erzähler zugleich: Er litt mit seinen Geschöpfen, er verurteilte sie nie. Aber er tauchte sie in das klare Licht, in dem alle Details deutlich werden.«
Marcel Reich-Ranicki»Dieser lehrreiche Roman über die letzten Jahre der Donaumonarchie lässt ein Stück jüngerer europäischer Geschichte lebendig werden. Er ist leicht verständlich und eignet sich somit gut als Lektüre im Deutschunterricht.«
Georg Pfahler, lehrerbibliothek.de 06.10.2008»Ein trauriges, sentimentales, schönes, wundersames Buch.«
hvbclub.de 03/07
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Taschenbuch
.
Rezension
Copyright: Aus
Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Radetzkymarsch
OA 1932 Form Roman Epoche Moderne
Der Roman Radetzkymarsch, ein kunstvolles und bezauberndes Requiem auf das alte Österreich, ist das bekannteste und berühmteste Werk von Joseph Roth. Der poetische Geist und die weise und melancholische Toleranz dieses literarischen Abgesangs auf ein Weltreich machen das Buch zu einem unvergänglichen Zeugnis europäischer Erzählkultur.
Inhalt: Im Schicksal der Familie Trotta durch drei Generationen erscheinen die Geschichte und der Niedergang der Österreichisch-Ungarischen Monarchie von der Schlacht bei Solferino (1859) bis zum Tod Kaiser Franz-Josephs 1916.
Der Großvater Joseph Trotta, treuer Soldat und »Held von Solferino«, da er dem jungen Kaiser in der Schlacht das Leben rettete, zieht sich resigniert aus der Armee zurück, als er bemerkt, dass seine Tat in den Schulbüchern zu einer die Wahrheit beugenden Heldenlegende verklärt wird, und der Staat nicht bereit ist, dies zu korrigieren. Der Vater, ein biedermännischer Staatsbeamter, fügt sich rechtschaffen und pflichtbewusst ins staatliche Netz ein, erlebt jedoch den unmerklichen Niedergang der Monarchie. Sein streng erzogener Sohn hingegen will den ihm zugewiesenen Platz nicht einnehmen, kann dem aber auch keine Alternative entgegensetzen. Als »Enkel« des Helden von Solferino sieht er nur mehr Vergangenheit, aber keine Zukunft. Die Werte seiner Vorfahren sind ihm zuwider, er verfällt dem Alkohol und dem Glücksspiel.
Was bleibt, ist der Tod »in Haltung«, er fällt im Ersten Weltkrieg. Im Sterbemoment mischen sich in seinem Innern die Klänge des Radetzkymarsches mit jenen der Schüsse, die nicht nur seinen Tod, sondern auch den Untergang der Monarchie bedeuten. Der Epilog schildert die beiden letzten Lebensjahre des Vaters von Carl Joseph. Der Bezirkshauptmann stirbt 1916, eben an dem Tag, als der Kaiser beigesetzt wird. Beide konnten Österreich nicht überleben.
Struktur: Roth fasst das historische Panorama der Monarchie zwischen 1859 und 1916 in ein literarisches Porträt von enormer Dichte. Erzählt wird Radetzkymarsch hauptsächlich aus der Sicht des müden Enkels des Helden von Solferino, Carl Joseph Trotta. In der Person des Großvaters sowie des Vaters setzte Roth zwei Vertreter der tragenden Säulen des österreichischen Vielvölkerstaates in Szene: der Armee und des Beamtentums. Diese beiden Institutionen verkörperten die österreichische Staatsidee, der Roth angesichts des aufkommenden Faschismus immer heftiger nachtrauerte, am nachhaltigsten. An ihrem Beispiel konnte der Autor seine Interpretation der Geschichte des Niedergangs prägnant darlegen. In den Einzelschicksalen der Personen schildert er die Faktoren dieses Niedergangs.
Wirkung: Radetzkymarsch gilt vielen als Meisterwerk des Autors. Einem größeren Publikum wurde der Roman allerdings erst im Zuge der Herausgabe des Gesamtwerks durch den Gustav Kiepenheuer Verlag seit 1950 bekannt, da die Werke von Roth 193345 verboten waren. Eine erste Verfilmung des Buchs für das Fernsehen sorgte 1965 in Österreich für einen Skandal, da die Darstellung des greisen Kaisers Franz Joseph von vielen als Majestätsbeleidigung angesehen wurde. 1993 wurde der Roman von Axel Corti erneut für das Fernsehen verfilmt. R. F.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Taschenbuch
.