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Wie auch immer: diese Aufnahme mit der französischen Pianistin Hélène Grimaud wird Schönheits-Trunkene und Melancholisch-Verträumte verzaubern, besonders der langsame Mittelsatz, der bereits 1955 Marilyn Monroe in dem Billy-Wilder-Film Das verflixte siebte Jahr vor Rührung und Ergriffenheit erstarren ließ. Grimauds physische Zartheit scheint sich geradezu zu übertragen; mit kristallener Empfindsamkeit entlockt sie dem Satz, der in seinen gegenläufigen Beschleunigungen und Verzögerungen spieltechnisch keine Schwierigkeit auslässt, all seine vertrackten Schönheiten. Doch in den Ecksätzen wird ihr ihre Fragilität, ihre Introvertiertheit, zum Verhängnis; den schweren, düsteren Glockenschläge zu Beginn des ersten Satzes vermag sie nicht vollends entgegenzutreten, im hymnischen Jubel und pianistischen Feuerwerk des Schlusssatzes kann sie das hier erwartete Äußerste an Fülle und Emphase nicht ganz aufbringen. Ausgleichend wirkt allerdings, dass ihr Spiel vom satten Streicherklang des Philharmonia-Orchesters unter Vladimir Aschkenazy getragen wird. --Teresa Pieschacón Raphael
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Was das Klavierkonzert angeht, so wartet Grimaud mit der von ihr schon in den zwei letzten CDs so hochgelobten Musikalität auf, mit der sie musikalische Strukturen auf natürliche Weise entwickelt und zu wie selbstverständlichen Spannungsbögen zu formen vermag. Die vielfältigen klanglichen Schattierungen, die ihr dabei gelingen, machen auch aus diesem so oft gespielten Konzert wieder eine Neuentdeckung. Man kann beim Zuhören erahnen, wie die Französin die Musik in Farben begreift (sog. Synästhesie) - im Falle dieses Konzertes vielfache Nuancen von Schwarz. Die fabelhafte Begleitung durch das Philharmonia Orchestra unter Vladimir Ashkenazy tragen dazu ebenso bei wie der runde, volle Klang, den die gebürtige Französin ihrem Steinway entlockt; dabei scheut sie auch dynamische Extreme nicht und ist den technischen Anforderungen in jeder Hinsicht mehr als gewachsen. - Was trotz allem fehlt, wird offenbar, wenn man ihre Einspielung etwa mit der von Vladimir Ashkenazy selbst (unter Previn, Decca) vergleicht oder auch mit der von Bernd Glemser (Naxos): Grimaud wählt vergleichsweise langsame Tempi (die Anfangs-Arpeggien etwa erinnern an Svjatoslav Richter, Melodya). Dies ist zwar grundsätzlich nicht zu bemängeln, jedoch verbleibt sie auch an den Stellen, wo mehr Rasanz und Unruhe gefragt ist (etwa gegen Ende des 1. Satzes) bei ihrer Zurückhaltung. Das hemmt den Fluß des Stückes und verleiht ihm einen manchmal etwas schwerfälligen Charakter, den gerade der Komponist selber (man höre seine eigenen Einspielungen) so nicht haben wollte und den Grimaud in einem von mir erlebten Konzert ebenfalls nicht an den Tag legte. Insofern würde ich eine der soeben genannten. Aufnahmen vorziehen, wobei Glemser die bessere Aufnahmequalität, Ashkenazy das bessere Orchester zur Verfügung steht.
Die Etudes-tableaux und Préludes gehören seit langem zum Repertoire der Pianistin und werden von ihr regelmäßig als Zugaben gespielt. Dabei überzeugt Grimaud mit einer sehr guten Melodieführung und ausdrucksstarkem, fein nuanciertem Spiel. Diese zum großen Teil lyrischen Werke liegen ihr sichtlich. - Bezüglich der Corelli-Variationen gilt dasselbe wie für das Klavierkonzert: hoher Detailreichtum, die Pianistin gibt hier jeder Variation einen eigenständigen Charakter - jedoch bei den rasanteren Stücken werden diese nicht mit der nötigen Virtuosität dargestellt. Man kann unterstellen, daß dies aus der künstlerisch durchaus lobenswerten Intention geschieht, die Stücke nicht zu bloßem "Virtuosenfutter" verkommen zu lassen; es fehlt dann aber meiner Meinung nach öfters am nötigen "Drive", der etwa die Einspielung von Ashkenazy (Decca) nach wie vor zur Referenz macht.
Die geschilderten Einschränkungen sind allerdings Kritik auf sehr hohem Niveau - empfehlenswert ist diese ausdrucksstark interpretierte Aufnahme dennoch, nicht zuletzt aufgrund der exzellenten Klangqualität und des informativen Booklets.
Was das Klavierkonzert angeht, so wartet Grimaud mit der von ihr schon in den zwei letzten CDs so hochgelobten Musikalität auf, mit der sie musikalische Strukturen auf natürliche Weise entwickelt und zu wie selbstverständlichen Spannungsbögen zu formen vermag. Die vielfältigen klanglichen Schattierungen, die ihr dabei gelingen, machen auch aus diesem so oft gespielten Konzert wieder eine Neuentdeckung. Die fabelhafte Begleitung durch das Philharmonia Orchestra unter Ashkenazy tragen dazu ebenso bei wie der runde, volle Klang, den die gebürtige Französin ihrem Steinway entlockt; dabei scheut sie auch dynamische Extreme nicht. - Was trotz allem fehlt, wird offenbar, wenn man ihre Einspielung etwa mit der von Vladimir Ashkenazy selbst (unter Previn, Decca) vergleicht oder auch mit der von Bernd Glemser (Naxos): Grimaud wählt vergleichsweise langsame Tempi (die Anfangs-Arpeggien etwa erinnern an Svjatoslav Richter); dies ist zwar grundsätzlich nicht zu bemängeln, jedoch verbleibt sie auch an den Stellen, wo mehr Rasanz und Unruhe gefragt ist (etwa gegen Ende des 1. Satzes) bei ihrer Zurückhaltung. Das hemmt den Fluß des Stückes und verleiht ihm einen manchmal etwas schwerfälligen Charakter, den gerade der Komponist selber (man höre seine eigenen Einspielungen) so nicht haben wollte. Insofern würde ich die o.g. Aufnahmen vorziehen, wobei Ashkenazy leidenschaftlich-virtuos, Glemser analytisch-virtuos spielt.
Die Etudes-tableaux und Préludes gehören seit langem zum Repertoire der Pianistin und werden von ihr regelmäßig als Zugaben gespielt. Dabei überzeugt Grimaud mit einer sehr guten Melodieführung und ausdrucksstarkem, fein nuanciertem Spiel. Diese zum großen Teil lyrischen Werke liegen ihr sichtlich. - Bezüglich der Corelli-Variationen gilt dasselbe wie für das Klavierkonzert: hoher Detailreichtum, die Pianistin gibt hier jeder Variation einen eigenständigen Charakter - jedoch bei den rasanteren Stücken werden diese nicht mit der nötigen Virtuosität dargestellt. Man kann unterstellen, daß dies aus der künstlerisch durchaus lobenswerten Intention geschieht, die Stücke nicht zu bloßem "Virtuosenfutter" verkommen zu lassen; es fehlt dann aber meiner Meinung nach öfters am nötigen "Drive", der etwa die Einspielung von Ashkenazy (Decca) zur Referenz macht.
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