Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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39 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Würdiger Nachfolger für die First Law-Trilogie, aber ..., 10. Oktober 2009
Schon bei einer früheren Rezension habe ich geäußert, dass ich als großer Fantasy-Fan diesen Leseherbst ganz besonders drei Epen entgegengefiebert habe, die allesamt Fortsetzungen herausragender Fantasy-Reihen sind.
Zum einen war damit Richard Schwartz neuer Baustein seiner eindrucksvollen und geheimnisvollen Askir-Reihe gemeint Das Geheimnis von Askir 05. Die Feuerinseln, des Weiteren Holger de Grandpairs grandioses Der Krieg der Zauberer Der Krieg der Zauberer, Band 2: Das Orkland als Fortsetzung der Zwei Schwerter-Trilogie, des wohl besten High-Fantasy-Werkes der letzten Jahre Die Zwei Schwerter, Band 1: Der Ansturm der Orks. Das dritte Buch, dessen Erscheinen ich kaum abwarten konnte, war Joe Abercrombies Best Served Cold - zu deutsch: Racheklingen als quasi-Nachfolger des eindrucksvollen Kriegsklingen und seiner Nachfolger.
Während Schwartz und De Grandpair vorgelegt und die Erwartungen der Fantasy-Gemeinde voll und ganz erfüllt haben, stellte sich mir die spannende Frage, ob Abercrombie Anspruch vieler Fans gerecht werden und nach dem Ende von Königslingen Königsklingen. First Law 03. noch einmal zu gleicher Hochform auflaufen könnte.
Zunächst einmal: Racheklingen ist KEINE Fortsetzung der First Law-Trilogie, wie einem der deutsche Verlag gerne glauben machen will. Dennoch spielt das Geschehen innerhalb der gleichen Weltenschöpfung, und manche der Protagonisten erkennt der Kriegsklingen-Leser sogar wieder, wie Herzog Orso von Talins, dessen Tochter dem armen Jezal das Leben zur Hölle machte, oder Nicomo Cosca, den Söldner, der an der Seite von Oberst Glokta focht.
Racheklingen ist als Stand Alone konzipiert, dh als Einzelwerk, eine Fortsetzung ist bisher nicht geplant, wenn auch der Schluss (wie es Abercrombies Art ist) die Interpretationen weiterer Folgewerke zulässt.
Zur Story: Herzog Orso von Talins hat große Ambitionen: Er will ganz Styria unter seine Kontrolle bringen und sich selbst zum König krönen. Tatkräftig wird er dabei von der Söldnerin Monza Murcatto, der Schlange von Talins, unterstützt. Sie und ihr Bruder Benna befehligen die Tausend Klingen, die so manche Schlacht für Orso ausgefochten haben. Monzas große Erfolge haben sie zur umjubelten Heldin gemacht, woraufhin der Herzog kurzerhand beschließt, auf Nummer sicher zu gehen und sie aus dem Weg zu räumen. Sein Mordversuch schlägt jedoch teilweise fehl. Benna kommt ums Leben, Monza jedoch nicht. Verkrüppelt und gezeichnet für den Rest ihres Lebens schwört sie blutige Rache. Sieben Männer stehen auf ihrer Todesliste. Um ihr Ziel zu erreichen, braucht Monza jedoch Unterstützung. Ein Nordmann, der auf der Suche nach einem besseren Leben ist, ein eitler Giftmischer samt Lehrling, ein ehemaliger Häftling mit einer Vorliebe für Zahlenspiele, eine ehemalige Inquisitorin und der berühmt-berüchtigte Nicomo Cosca sollen ihr helfen, den Job zu erledigen.
Was den Schreibstil angeht, so hat sich im Vergleich zu Kriegsklingen und Co wenig verändert. Allenfalls sind die Beschreibungen der Kämpfe und Kriege noch blutrünstiger und kompromissloser ausgefallen, Blut fließt geradezu in Sturzbächen. Auch Ironie, Humor und Zynismus kommen natürlich nicht zur kurz, was ja zu den Stärken des Autors gehört. Genaugenommen lässt sich sogar sagen, dass die Helden von Racheklingen den Protagonisten der First Law-Reihe in vielen Punkten ähnlich sehen, so dominieren auch hier typische, desillusionierte Anti-Helden, die sich in Sarkasmus flüchten. Den Freunden von Logen dem Barbar (Neunfinger-Logen) sei gesagt, dass der Normann Shivers hier eine ähnliche Rolle spielt und sogar eine in manchen Punkten vergleichbare Charakterwandlung durchlebt.
Daneben dominieren Fragen nach Loyalität, Ehre, dem Preis für ein Menschenleben und geben dem Ganzen ein sozusagen moralistisches, philosophisches Moment.
Als negativ fällt für mich nur ins Gewicht, dass sich die Handlungsabläufe allzu oft wiederholen und daher vorhersehbar werden. Die Handlung ist insgesamt sehr stringent und geradlinig und erfüllt nicht ganz die Erwartungshaltung des First Law-Lesers. Gerade das stereotype Blutvergießen lässt einen irgendwann abstumpfen und hätte zu Gunsten intelligenterer Wendungen und Pointen gekürzt werden können.
Fazit: vollauf gelungen, mit viel Action, gelungenen Dialogen und Witz. Insgesamt ein absolut würdiger Nachfolger für Königsklingen, der jetzt schon neugierig auf noch mehr macht!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Italo-Fantasy, 17. Januar 2010
So gut mir die ersten drei "Klingen"-Romane auch gefallen haben, so enttäuscht war ich nun von dem neuen Buch, das zwar in derselben Welt spielt aber mit weitgehend neuen Charakteren aufwartet.
Abercrombie versteht es diesmal einfach nicht zu fesseln. Das mag an vielen Dingen liegen.
Die Handlung:
Eine einfache Rachestory mag so seinen Reiz haben. Aber das Buch bietet wenig interessante Wendungen und so
werden 1000 Seiten einfach zu lang. Zudem ist Monzas Rache dreckig und ungerecht.
Die Personen:
Kein Handlungsträger weckt in irgendeiner Form Sympathie. So war es mir gegen Ende egal, ob Monza ihre Rache bekam oder nicht. Ähnliches galt für die anderen Figuren. Espe, anfangs noch Licht im Dunkel, gleicht sich seiner Auftraggeberin mehr und mehr an. Irgendwann interessierte mich das Schicksal Schenkts mehr als das der anderen Personen.
Die Stimmung:
Mit derart brutal-blutrünstigen Schilderungen von Kämpfen kann ich mich nicht anfreunden. Ebensowenig mit detailierten Sexszenen über viele Seiten hinweg. Gute Bücher haben das nicht notwendig.
Fazit:
Das Buch erinnert mich irgendwie an diese brutalen Italo-Western der 70er Jahre. Wer also Bücher ohne Sympathieträger sucht (und ich fand Glokta und Neunfinger-Logan durchaus sympathisch), wer gerne liest, wie Köpfe reihenweise abgetrennt oder eingeschlagen werden und wem eine einzige Handlungsebene ausreicht ist, dem
sei "Racheklingen" ans Herz gelegt.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Blut und Tränen., 15. Oktober 2009
In einem Interview sagte Abercrombie, dass das Buch inspiriert sei von Filmen wie "Payback" oder dem Klassiker "Der Graf von Monte Christo". Und so ist es auch! Sogar einige explizite Elemente hat er aus diesen Werken übernommen. Denn im Vordergrund steht nur eines: RACHE! Bis aufs Blut.
Und so hat die Hauptfigur, die mehr tot als lebendig ihren persönlichen Feldzug startet, tatsächlich Ähnlichkeiten mit den Figuren aus den Filmen. Ein ordentlicher Batzen Knete ermöglicht es ihr, allerhand Gesindel, aber jeder ein Fachmann/Frau in ihren jeweiligen Bereichen, anzuheuern und zu beginnen.
Einige Personen kommen aus den Klingen herüber: Espe, Nicomo Cosca, Vitari ... und so mancher Schauplatz fällt einem auch wieder auf.
Abercrombie nennt wie immer die Dinge beim Namen. Da wird nichts beschönigt, nicht weggesehen, sondern sprachlich voll draufgehalten, wenn die Fetzen fliegen. Auch bleibt er sich treu, indem die Protagonisten irgendwie allesamt gebrochene Seelen sind, die nicht aus ihrer Haut können.
Espe übernahm ein wenig die Rolle von Neunfinger Logan, Monza erinnerte mich ein bisschen an Ferro ... und Freundlich hatte etwas von einem Rainman mit der tödlichen Wucht eines Stieres.
Die Geschichte hat nicht ganz die epische Breite der First Law Triologie, und manchmal hat der Autor den zynischen Blick (der würde sogar einem Apfelbaum im Frühlingslicht etwas Gemeines abgewinnen) den Bogen überspannt, weil er jede Figur in diesen Blick gehüllt hat. Das wirkt stellenweise sehr bedrückend.
Trotzdem sticht er wegen eben diesem Stil aus der Masse heraus. Ich könnte das nicht pausenlos lesen, dass würde glatt abfärben:-)! Aber hin und wieder sind wir doch alle ein wenig BÖSE!
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