Beinahe täglich liest man in der Presse über Gewaltverbrechen und nachdem die erschreckenden Ereignisse inzwischen zum Alltag der Berichterstattung gehören, stumpft man irgendwie ab.
Die Schutzbehauptung vor sich selbst "Mir und/oder meiner Familie passiert das nicht!" schafft eine Scheinwelt und diese Sachen schliesst man in seiner Welt einfach aus. Glücklicherweise geht das meistens gut!
Aber ... was, wenn eine nahestehende Person plötzlich Opfer einer fürchterlichen Schandtat wird? Der schier unendliche seelische Schmerz verbindet sich mit der eigenen Hilflosigkeit und für den meist unbekannten Täter empfindet man sehr bald eine unvorstellbare Wut und Hass. Und zu welchen Grausamkeiten wäre man selber bereit, sollte man den Täter in die Finger kriegen?
In diese Situation kommt der erfolgreiche Tom Archer (Ron Eldard). Er hat einen gut bezahlten Job, eine wunderschöne Frau, einen Sohn und ein eigenes Haus. Das Glück scheint perfekt, als eines Tages ein Triebtäter in seinHaus eindringt, seinen Sohn ermordet und seine Frau vergewaltigt.
Die Polizei hat zwar Verständnis, aber keine Ressourcen um den Fall vernünftig zu untersuchen und evtl. aufzuklären.
Seine Ohnmacht könnte nicht größer sein, als ihm eine mysteriöse Organisation anbietet, für einen hohen Geldbetrag den Täter aufzuspüren und ihm zu übergeben. Vor dem Scherbenhaufen seines bisherigen Lebens geht er diesen Deal ein und tatsächlich wird ihm kurz darauf der vermeintliche Täter "präsentiert".
Der Täter (Til Schweiger) bekommt also die geballte Ladung Hass vom Tom Archer zu spüren.
Menschliche Abgründe tun sich auf und normale Menschen werden zu Monstern, sobald Wut, Hass und Rache mit der Möglichkeit aufeinander treffen, diesen Gefühlsregungen freien Lauf zu lassen.
Während sich Tom auf den Weg zum Täter macht, wird nebenbei mit abwechselnden Szenen die ganze Vorgeschichte erläutert. Das hat zum Vorteil, dass der Film bereits mit dem spannenden Teil anfangen kann und die Hintergrundstory dennoch nicht auf der Strecke bleibt. Und diese Hintergrundstory ist besonders in diesem Film von großer Bedeutung. Denn damit kann man sich in die Person Tom Archer hineinversetzen und geht sozusagen mit ihm auf den blutigen Weg der Rache.
Nach ca. 15 min. stellt sich die Frage:
Was wenn der Täter nicht der echte Täter sein will oder es gar nicht ist?
Fazit:
Wer diesen Film als vorhersehbar bezeichnet, sollte sich besser mit den kommenden Lottozahlen befassen ist wirtschaftlich interessanter!
Eine schwache Besetzung konnte ich auch nicht erkennen, ganz im Gegenteil: beide Hauptakteure (Eldard und Schweiger) spielen ihre Rollen authentisch und absolut glaubwürdig!
Wer einen spannenden Thriller mit einem brisanten Thema sehen will, sollte hier zugreifen!