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Dies einmal vorausgesetzt, ist das Buch ein Werk von solcher Intensität und psychologischer Dichte, dass die Wände wackeln (<- Entschuldigung für diesen hanebüchenen Vergleich). Woher kommt der Geschmack klebriger Süssigkeiten auf unserer Zunge? Woher kommt der dumpfe Abscheu, den wir in bestimmten Momenten für den Anderen empfinden. John Updike ist ein Zeremonienmeister, dem es mit seiner unvergleichlichen Sprache gelingt, sich wechselnd in die verschiedenen Zentren unserer Gehirne einzuklinken. Er gibt uns Augen, Geruchsinn, Gefühle, mit denen wir das Innenleben dieses Romans entdecken.
"Rabbit in Ruhe" ist der vierte und letzte Teil der Rabbit-Serie, die auf vier Jahrzehnte zurückblickt. Anders als mein Vorgänger-Rezensent scheint mir der vierte Teil durchaus als Einstieg in die Reihe geeignet. Er nimmt zwar vieles hinweg, bzw. deutet es an, ist aber von seiner Anlage her eigenständig. Es ist kein Fortsetzungsroman! Nein, die Rabbit-Serie ist grosse amerikanische Literatur - und "Rabbit in Ruhe" ist Krönung und Abschluss.
Das gelingt ihm jedoch nicht, denn dieses Buch ist geprägt vom Niedergang. So, wie um ihn herum seine Familie zerfällt und sein von ihm selbst aufgebauter mittelständischer Betrieb ohne sein Verschulden in den Untergang getrieben wird, geht auch er unaufhaltbar in kleinen Schritten seinem eigenen Ende entgegen. Keineswegs schuldlos, denn durch seine Starrköpfigkeit und ungesunden Lebenswandel (wie die Vorliebe für Schokoriegel) arbeitet er bewusst auf sein Ende zu.
Das ist an sich noch nicht allzu fesselnd, gewinnt aber unwahrscheinlich durch das Geschick Updikes, auch noch den geringsten Details eine interessante Seite abzugewinnen. So werden eigentlich unspektakuläre Elemente zu spannenden Bestandteilen der Geschichte. Auch die Gedankenströme der Hauptfigur werden nachvollziehbar und legen einige Probleme frei, die nicht unbedingt etwas mit der erzählten Geschichte zu tun haben.
Interessant ist auch, wie dieser Roman so farbig wird, obwohl Updike sich nach wie vor einer sehr trockenen, sachlichen und nüchternen Sprache bedient, die eigentlich keinem Gegenstand, noch nicht einmal einem Herzinfarkt, richtig viel Bedeutung beizumessen scheint. Das alles macht den Roman auch für Leser interessant, die die anderen Rabbit-Bücher nicht kennen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Niemand schreibt wie Updike. Lesen Sie weiter...
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