So denkt Becca(Nicole Kidman) über Gott, seit ihr Sohn bei einem Autounfall ums Leben kam. Niemand hatte Schuld, keiner konnte es verhindern, aber der Tod des Jungen vor acht Monaten liegt wie ein Fluch über der Ehe von Becca und Howie(Aaron Eckart). Die beiden reden nicht über den Tod des Sohnes, sie schlafen nicht mehr miteinander und auch die gemeinsamen Abende in der Gruppe von Eltern, die ihre Kinder verloren haben, helfen Becca nicht. Sie bricht ab und stürzt sich in ihre eigene Art von Trauer. Fast schon obsessiv mischt sie sich in die Schwangerschaft ihrer Schwester Izzy(Tammy Blanchard) ein und versucht nebenbei alle Spuren des eigenen Sohnes verschwinden zu lassen. Letztendlich nimmt sie sogar Kontakt zu dem jungen Unfallfahrer Jason(Miles Teller) auf, ohne genau zu wissen, warum sie das tut. Howie verzweifelt an Becca. Er denkt darüber nach, sie zu verlassen oder einen Seitensprung zu begehen. Eines ist Howie in jedem Fall klar: So kann es nicht weiter gehen...
Nach dem Bühnenstück von David Lindsay-Abaire hat Cameron Mitchell seinen Film -Rabbit Hole- inszeniert. Der Sprung von der Bühne ins Medium Film, der schon so manchem Regisseur misslungen ist, hat bei Mitchtell gut geklappt. -Rabbit Hole- ist zwar ruhig, ernst, dramatisch und alles andere als aktionslastig, aber er ist ein "echter" Film. Nicole Kidman und Aaron Eckart sollen sich die Bälle des schwierigen Dramas zuspielen. Es ist vor allem Eckart, der die Produktion trägt. Wie er Howie Corbett gibt, das ist wirklich lebensnah und stark gespielt. Kidman überzeugt größtenteils durch gutes Schauspiel, allerdings wirkt sie in einigen Szenen wie ein ziemlich "dünner Kleiderständer" dem man die verzweifelte Mutter irgendwie nicht so ganz abnimmt. Die Nebenrollen des Films sind exquisit besetzt.
John Cameron Mitchell hat mit -Rabbit Hole- ein schwergewichtiges Drama auf die Filmrolle gebannt. Das wird Freunde dieses Genres sicher begeistern. Für die schnelle Unterhaltung zwischendurch ist der Film jedoch ungeeignet. Ich persönlich habe ein wenig gebraucht, bis ich in der Story war, dann hat sie mich jedoch mitgenommen. "Viel Spaß" kann man hier beim Zuschauen wirklich nicht wünschen, dafür behandelt der Film ein viel zu ernstes Thema. Den Kern der Trauer und den Schwierigkeiten, diese zu verarbeiten, hat John Cameron Mitchell, mit Hilfe von Kidman und Eckart, in jedem Fall sehr gut erfasst.