Also ich lese ja nicht so gern. Aber ich höre viel Musik. Und hier hat einer aus Worten Musik gemacht - mit und ohne Instrumente. Sisyphos träumt da von einer Zelle, der Stein soll schön klein sein, damit er ihn los wird. Das ist direkt und zwingt zum Nachdenken. Die Musik bewegt sich von still zu schrill und wieder zurück. Ich bin begeistert. Und ich entdeckte die zwei Stimmen anderer Leser/Hörer hier bei Amazon zu dem Hörbuch. Da habe ich mir doch auch gleich die erste CD von Heinz Ratz bestellt - auch schön, aber ein wenig zu düster.(Ich bin des Regenbogens angeklagt.) Und ich finde die beiden Bücher von Rathenow anders als mein Vorleser. Die Gedichte aus "Die Fünfzig" wirken auf mich. Nicht alle, aber die meisten. Sie sind einfach merkwürdig bis sehr beeindruckend. Die Geschichten aus dem Erzählungsband "Sisyphos" sind auch nicht schlecht, aber auf Dauer solche kurzen Geschichten zu lesen ist doch anstrengend.
Jedenfalls für mich eine neue Erfahrung: Lyrik kann klarer sein als das alltägliche Gequatsche. Und das RR-Projekt ist auch noch schön gestaltet. Besonders das kleine Lesebuch drin, auch mit Fotos. Das Interview mit rathenow sollte der Verlag ins Internet stellen