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ROT: Roman [Taschenbuch]

Uwe Timm
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Oktober 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342313125X
  • ISBN-13: 978-3423131254
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 28.706 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Uwe Timm
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Rot. Die erste Farbe, die ein Neugeborenes wahrnimmt, die letzte, die wir sterbend sehen. Thomas Linde, über der Szenerie schwebend, erblickt unter sich ein Trümmerfeld. Ein Unfall? Eine Explosion? Was er in seiner Nahtod-Vision auch zu sehen bekommt, sind die Scherben seines eigenen Lebens.

Die Vergangenheit hatte den einst so kämpferischen Alt-68er, der heute als Beerdigungsredner seinen Lebensunterhalt bestreitet, wieder eingeholt, als er vom Tode des früheren Freundes und Mitstreiters Aschenberger erfuhr. Dessen letzter Wille, eine Grabrede von Linde, bekannt für seine gefühlvollen, rhetorisch meisterhaften Abgesänge, versetzt diesen in inneren Aufruhr. Auf Spurensuche in der Wohnung des Verstorbenen stieß Linde nämlich auf detaillierte Pläne des Ex-Kommilitonen zu einem politischen Fanal, der Sprengung der Berliner Siegessäule! Linde findet das Paket mit dem Sprengstoff!

In etwas konstruierter Figurenkonstellation stellt Uwe Timm dem Grabredner als hedonistisches Gegenmodell die abgehobene Lichtdesignerin Iris ("ich verkaufe Licht!" -- spätestens nach einem solchen Satz flieht jeder halbwegs vernünftige Mann), als junge Geliebte zur Seite. Generationen übergreifend ergehen sich beide nun in Reflexionen über Tod, Prosecco und Klassenkampf, über äußere wie innere Verfallsprozesse und die traurigen Reste einer Gesellschaftsutopie, die heute entweder im Alkoholismus aufgeweicht ist, oder gut betucht in raunenden Esoterikzirkeln ihre neue Innerlichkeit feiert.

Eines beherrscht Uwe Timm wie auch sein Protagonist perfekt: das Referieren. Mit großem, weltmüdem Gestus wird der Weg vom Agit-Prop zum satten Bildungsbürgertum durchmessen, Handlungsstränge, kaum aufgenommen, gehen wieder verloren -- und so, liebe Trauergemeinde (wie der Leser oft angesprochen wird), werden wir allmählich von grenzenloser Trauer erfüllt über etwas, was, stringenter erzählt, ein Generationen-Thriller mit brisanter hochexplosiver Altlast hätte werden können. Stattdessen werden wir in ein philosophierendes Agit-Quasselseminar gesetzt, der weinerlichen Nabelschau eines luxuriös lebensüberdrüssigen Mittfünfzigers mit Vaterproblemen, der in larmoyanter Süffisanz über seltene Rotweine schwadroniert, die Farbe Rot esoterisch ausleuchtet und Montaigne-Zitate zum Besten gibt, bis er am Ende sein Sprengstoffpaket doch noch loswird. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Timm versucht, die naive Sehnsucht nach einer besseren Welt, nach Gerechtigkeit, nach freier Liebe und einem revolutionären Proletariat verständlich zu machen. Traurigkeit und Witz, Utopieverlust und Autonomiegewinn sind dabei nicht zu trennen. ›Hoffnung‹ ist das Wort, das unterwegs verlorenging. ›Sinn‹ ist bloß für die Hinterbliebenen. Und doch erhält das Leben dadurch, daß es erzählbar ist, seine Bedeutung. Davon erzählt Uwe Timm mit großer Intensität.«
Jörg Magenau, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Timms Stil, sein ganzer Habitus, wirken auf den ersten Blick so natürlich, so locker und unmittelbar wie die Fotografie eines schlichten Sitten- und Milieubildes. Die Tiefenschärfe aber ist beträchtlich … Ohne Getöse, ohne Selbstüberschätzung, ohne Überstilisierung kommt hier ein realistischer Roman daher, der wie nebenbei eindrucksvolle Geschichten vom Lieben und vom Sterben erzählt, und der sich, auch dies wie nebenbei, in die Tradition des europäischen Bewußtseins-romans einreiht.«
Ursula März, Frankfurter Rundschau

»Wie in seinem Roman ›Die Entdeckung der Currywurst‹ gelingt es Timm auch in ›Rot‹, Geschichte in spannende und anrührende Literatur zu verwandeln.«
Jeanette Stickler, Hannoversche Allgemeine Zeitung

»[Der Roman] zeigt, wie kraftvoll, vital und unterhaltsam politische Literatur noch und wieder sein kann.«
Detlef Grumbach, Berliner Zeitung

»Wie kaum ein anderer beherrscht Uwe Timm den Wechsel der Töne … Erotik, ohne dass es peinlich wird. Politik ohne Bekenntniszwang. Eine Ich-Erzählung, in der nicht hinter jeder Zeile das mickrige Leben eines mickrigen Autors hervorlugt.«
Matthias Altenburg, Woche

»[Der Leser] seufzt … bei Uwe Timms ›Rot‹ wohlig auf, weil ihn endlich einmal wieder ein Schriftsteller nicht für pop-literarisch dumm verkauft.«
Simone Dattenberger, Münchner Merkur

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Großartige Literatur 30. Juni 2005
Von Thomas Liehr TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Thomas Linde spricht auf Beerdigungen, im Gegensatz zur „Konkurrenz" aber nie von Gott, sondern vom Leben der Verstorbenen. Linde ist ein Altlinker, eine echte „rote Socke" mit einschlägiger Vergangenheit: Endlose Diskussionen in muffigen Kneipenkellern, Agitprop an der Uni, kommunistische Weinlese nebst promisker Freizeit im französischen Süden.
Bei einem Begräbnis lernt er Iris kennen, im wahrsten Sinne des Wortes eine Lichtgestalt, über zwanzig Jahre jünger, verheiratet. Sie interessiert sich erstaunlicherweise sehr für den alternden Revolutionär, eine Affaire beginnt. Gleichzeitig bekommt der Grabredner einen neuen Auftrag: Sein lange vergessener Genosse Aschenberger ist gestorben und hat sich Linde für die Beisetzung gewünscht. Dieser taucht tief ein in die Welt seines ehemaligen Freundes, der seine Ideale bis zuletzt auch gelebt hat. Mit einer Ausnahme, der Verweigerung, aus politischen Motiven gewalttätig zu werden. Aschenberger plante, die Berliner Siegessäule zu sprengen, dieses anachronistische Zeichen militärischer Macht inmitten der Stadt. Und tatsächlich findet Linde zwischen dem Müll in Aschenbergers Souterrain-Wohnung ein Päckchen Sprengstoff ...

Timm ist ein wortmächtiger Erzähler, dessen Sprache rasch vereinnahmt, die von brillierender Schönheit ist. Sie geht einher mit origineller Dramaturgie, die die eigentlich eher tröpfelnde Geschichte mit einer Art Druck ausstattet, der sich auf den Leser überträgt. Auch viele Wiederholungen und deklamierend vorgetragene linke Allgemeinplätze langweilen deshalb nie, während sich das schillernde Mosaik nach und nach zusammenfügt, um schließlich in der titelgebenden Farbe zu leuchten. Großartige Literatur.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
34 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Roland
Format:Gebundene Ausgabe
"Rot" ist eines von jenen Büchern, wo man die Samstagseinkäufe schnell hinter sich bringt, um zu Hause weiterlesen zu können. Mit Humor und Ironie beschreibt Uwe Timm Verhaltensweisen und Sprachhülsen aus der 68er-Zeit, neumodisches Palaver und unerfüllte Lebenssehnsüchte. Dabei denunziert er seine Figuren nicht, macht sie nicht zu bloßen Blödmännern oder Blödfrauen. Als Beerdigungsredner macht sich der Ich-Erzähler Thomas Linde Gedanken über jene, die nicht von der "christlichen" Konkurrenz zu Grabe getragen werden und entfaltet so Lebensgeschichten über Liebe, Utopien, verkorkstes und gelingendes Leben. Und natürlich über sich selbst: über die Zeit der WG-Diskussionen, seine Liebschaft zur 20 Jahre jüngeren Lichtinstallationskünstlerin Iris, zu Edmond, der früher die revolutionären Reden geschwungen und später mit Wein ein Vermögen gemacht hat. Und natürlich über seinen verstorbenen Ex-Kommunarden Aschenberger, der alles bürgerliche Leben ablehnte und sich in einen Kokon des Kellerlebens einspannte. Ein wundervolles Buch über Tod und Liebe, Seitensprünge und Zärtlichkeit, Spießerleben und politischen Dogmatismus, über Gemeinheiten und persönlichen Mut. Mit kraftvoller Sprache werden die alltäglichen Bosheiten und Schönheiten des Lebens entschlüsselt, immer mit Witz und angemessener Nachdenklichkeit, mit unprätentiöser philosophischer Kenntnis und: mit Heiterkeit!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kanebo
Format:Taschenbuch
Irgendjedmand hier schrieb von fadenscheinigem Inhalt, was ich vehement bestreite. An Timms sprachlicher Virtuosität ist noch nichts auszusetzen gewesen, und mit ROT bestätigt er diese nur noch mehr. Aus Sicht eines Grabredners geschieben, interessierte mich das Buch natürlich besonders, da ich in selbem Metier arbeite. Die winzigen(auch witzigen) Parallelen zur tatsächlichen Berufswelt, die Andeutungen in Richtung Bestattungsbranche, amüsieren den Insider. Tief berührt hat mich die Suche nach den mehreren Wahrheiten, nach dem, was in jedem Leben zu finden ist, wenn man danach sucht, siehe die Episode mit dem beschädigten Schrank. Ein schönes, wertvolles, leichtes Werk, und für das Ende möchte man den Autor ans Herz drücken.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
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Wer glaubt denn soetwas?
Das Buch erscheint mir konstruiert.
Über welchen Beruf wurde noch nicht geschrieben? Beerdigungsredner. Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Eva Literati veröffentlicht
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Differenzierter Rückblick
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Vor 23 Monaten von scribbler veröffentlicht
Nachbeben inklusive
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Veröffentlicht am 26. Dezember 2008 von M. Akyol
Geschichte einer Generation
Thomas Linde bringt Menschen unter die Erde. Genauer gesagt: Er hält Leichenreden. Früher, in den Siebziger Jahren wollte er die Welt verbessern, war Mitglied der DKP bis... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. September 2007 von H. P. Roentgen
Ein doch recht weinerliches Generationenporträt
Uwe Timms "Rot" finde ich immer dann stark, wenn ein Bild der Gesellschaft und ihrer Entwicklung seit 1967 gezeigt wird - 68er, RAF-Terror, DDR-Alltag, Wiedervereinigung und - ein... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. März 2007 von hartmutw
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Veröffentlicht am 19. Dezember 2006 von Karl-heinz Manier
Einführung in die Kunst der Beerdigungsreden
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Veröffentlicht am 10. Oktober 2006 von Th. Leibfried
Klischeebeladene 68er-Selbstbeweihräucherung
Das Buch dürfte meiner Meinung nach ausschließlich Germanisten und Philosophen der 68er-Generation gefallen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. September 2006 von E., Christian
Hervorragend und hoch lesenswert
... besonders für die Generation 68; berührend, spannend, manchmal witzig; ein der besten Bücher Uwe Timms. Lesen Sie weiter...
Am 26. August 2004 veröffentlicht
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