Ich möchte vorweg nehmen, dass ich in keiner Weise mit den Entwicklern oder den Vertreibern verbandelt bin. Ich bin einfach nur ein begeisterter Spieler. Wie ist es möglich, dass das Spiel gerade erst als DVD erhältlich ist und ich trotzdem schon eine Rezension schreiben kann? Nun, das Spiel existiert eigentlich schon seit einigen Jahren, nur war es bisher ausschliesslich als Download verfügbar. Ich spiele schon eine Weile und kann das Game nur empfehlen, aber der Reihe nach.
*** Spass- und Suchtfaktor
The Hunter ist ein bemerkenswertes Spiel. Eigentlich bin ich kein Fan von Jagdspielen. The Hunter kann aber gratis gespielt werden mit Einschränkungen, also habe ich mir gedacht "probier's halt mal aus". Gäste ohne Mitgliedschaft erhalten eine limitierte Lizenz mit Einschränkungen. Es kann nur der Maultierhirsch gejagt werden, es kann dann nur ein Gebiet betreten werden, nämlich das, in dem diese Hirschart vorkommt, und nur eine Waffe ist verfügbar. So bin ich also als Gast gestartet, aber schon am 2. Tag wusste ich, dass ich mit The Hunter eine Perle gefunden hatte. Also habe ich die volle Jagdlizenz erworben. Das war Ende 2010, jetzt haben wir September 2011 und ich bin immer noch fasziniert. Das Spiel wird dauernd erweitert um neue Tierarten, Gebiete und Waffen. Auch Ausrüstungs-Gegenstände werden regelmässig nachgeliefert. Ich habe selbst noch längst nicht alles ausprobiert, was The Hunter zu bieten hat.
*** Allgemeines zum Spiel
Gleich zu Beginn war ich erst einmal hin und weg von der Atmosphäre. Das hatte ich echt nicht erwartet. Die Vegetation ist üppig und realitätsnah, und die Geräuschkulisse könnte auf CD zum Chillen verkauft werden. Der Ernst geht aber gleich los mit den ersten Spuren, die man aufnimmt. Entweder kann man am Boden Spuren entdecken, oder man hört irgendwo in der Ferne ein Tier rufen. Mit dem "Huntermate" können diese Spuren aufgenommen werden, und jetzt geht das Verfolgen der Spur los. Ist das Tier dann aufgespürt, kann man sich für einen Abschuss entscheiden, oder man zieht weiter. Mit zunehmender Anzahl Spuren, die man gelesen hat, nimmt auch der Fähigkeitslevel zu, und das Lesen wird einfacher, resp. die Rufe der Tiere können immer genauer geortet werden.
*** Jagdreviere
Im Moment sind vier Gebiete verfügbar. Jedes hat seinen eigenen Reiz und natürlich seine Tierarten, jeweils 5 davon. Hat man sich ein Gebiet ausgesucht, kann man noch eine von zwei Lodges auswählen, wo die Jagd losgehen soll. Zudem kann man sich zu einem abgelegenen Campingplatz transferieren lassen, wenn einem die Wanderung dorthin zu lange sein sollte, und das kann es durchaus sein bei diesen Dimensionen.
"Whitehart Island" war die erste Insel und bietet dichte Wälder und offene Lichtungen. An vielen Stellen sind Jagdtürme errichtet, die es einem ermöglichen, Tiere zu suchen, zu beobachten, anzulocken und zu erlegen. "Logger's Point" fällt vor allem auf durch seine weiten, meist gerodeten Hügellandschaften. Sehenswert ist eine Hängebrücke über eine Schlucht, nicht so toll finde ich die Hochspannungsmasten über die Insel. Hier findet man nur 3 Türme, aber die Übersicht ist an sich schon besser auf Grund der reduzierten Vegetation. Wer sich nach "Settler Creeks" wagt kann zum ersten Mal auf einen Bären treffen. Das Gebiet ist durchzogen von einem Fluss und bietet Hügel- und Waldlandschaften. Die ersten drei Gebiete sind i.e. gleich gross.
"Redfeather Falls" wurde erst vor kurzem eingeführt und fällt erst einmal durch seine riesigen Ausmasse auf. Es ist im Westen und Süden durch seine Meerufer begrenzt. Im Osten und Norden grenzt es an ein weiteres, noch nicht erschlossenes Gebiet. Dieses erscheint riesig und verspricht noch sehr viel Potential für die Zukunft. Redfeather Falls erinnert an Kanadische Wälder und bietet sowohl offene sumpfartige Bereiche, sowie auch schöne Waldlandschaften und ein paar Wasserfälle. Wer Elche sucht kommt hierher, allerdings ist Vorsicht geboten. Ich wurde schon öfters von einer wild gewordenen Elchkuh überrannt und musste mich verarzten. Dazu können Medikits mitgenommen werden, was ich jedem nur raten kann. Wer keine dabei hat, fängt bei der Lodge wieder an. Solche kleinen Details bringen aus meiner Sicht einen grossen Spielspass hinzu.
*** Tierarten
Die im Moment verfügbaren Tierarten sind bereits oben beschrieben. Was ich an der Stelle vielleicht hinzufügen kann sind ein paar persönliche Erfahrungen damit. Der Wapiti ist vom Geweih her das imposanteste von allen Tieren für mich. Die Männchen sind meist in Herden unterwegs. Es lohnt sich, alle Tiere in einer Herde auszuspähen, bevor man sich für eines zum Abschuss entscheidet. Während Weisswedelhirsche alleine unterwegs und deshalb schwieriger zu finden sind, halten sich Schwarzwedelhirsche meist in Herden auf. Sowohl Weibchen als auch Männchen melden sich oft durch Rufe, womit Herden aufgespürt werden können. Maultierhirsche sind wie die Wapitis in Männchen- oder Weibchen-Herden unterwegs. Wer Übung hat, kann den besten Bock am Geweih herauslesen und auf eine Trophäe hoffen.
Alle Hirscharten und der Wapiti tragen im Moment noch vordefinierte Geweihe mit verschiedenen Konfigurationen, d.h. mit der Zeit trifft man irgendwann wieder auf ein Geweih, das man schon einmal gesehen hat. Beim Elch haben sich die Entwickler nun ein System ausgedacht, welches ein rein zufälliges Geweih generiert. Jedes Tier wird somit einzigartig. Dieses System soll gemäss dem Hersteller demnächst auch für die anderen Geweihträger angewendet werden.
Kojotenrudel laufen einem nicht gleich über den Weg, denn diese Tiere sind sehr aufmerksam und schüchtern. Am besten folgt man sachte den Spuren und hofft, dass einer durch ein Jaulen den Standort verrät. Bären sind Einzelgänger und sehr schwer zu jagen. Oft ist man auf einen Fernschuss angewiesen, denn beim Anschleichen kann man schnell gewittert werden, und der Bär verschwindet im Dickicht. Auch hier ist aber Vorsicht geboten. Es kann vorkommen, dass sowohl Jäger als auch Bär nicht vorsichtig genug sind aufeinander treffen. Der Bär ergreift dann sehr oft die Flucht nach vorne, will heissen man wird umgerannt, wie schon beim Elch beschrieben.
Fasane zu schiessen ist keine Kunst, solange sie am Boden sind. Für Turniere oder die Fasan-Rangliste werden jedoch nur Abschüsse in der Luft gewertet, und das muss schon geübt werden, entweder im Feld mit den Tieren selbst, oder bei der Tontauben-Übungsanlage. Hier ist Geduld gefragt beim Umgang mit den Schrotflinten. Ganz geübte können sich gerne mit dem Revolver versuchen. Truthähne sind wie die Fasane oft in Schwärmen unterwegs. Hohe Punkte erhält man für Männchen mit einem langen Bart. Auch hier macht Übung den Meister. Oder man schiesst sich einen und hofft auf eine gute Wertung durch Glück. So geht es mir jedenfalls oft.
Wildschweine jage ich eher selten. Ich denke sie sind im Moment zu einfach zu jagen. Trotzdem ist es jedes Mal wieder spannend, wie gross wohl die Stosszähne eines erlegten Ebers ausgefallen sind, denn diese bestimmen die Wertung.
*** Waffen
Alle Waffen im Spiel haben ihren Reiz. 5 davon sind Gewehre, dazu gehört auch die Anschütz, die nur zusammen mit der DVD erhältlich ist. Gewehre können mit Zielfernrohren ausgerüstet werden und unterscheiden sich durch ihre Schusskraft sowie ob sie Einzellader oder mit Magazin ausgerüstet sind. Dazu kommen 2 Revolver, 2 Schrotflinten (eine mit ZF) sowie ein Pfeilbogen. Diesen führe ich meistens mit, da er grossen Spass macht und leisere Kills zulässt, d.h. man verscheucht dann nicht gleich alle Tiere in der Nähe. Geplant ist im Moment zudem eine Armbrust.
Ist ein Tier erlegt, ist man direkt im "Trophy Shot" Modus, d.h. man kann ein Foto schiessen vom Abschuss, und dieses Foto kommt dann in die Fotogalerie sowie zum Wertungsblatt.
*** Ausrüstung
Alle Tiere ausser dem Bären kann ich anlocken oder aufspüren mit Lockrufern oder -pfeifen. Das ist nicht nur für das Aufspüren wichtig, sondern auch strategisch von Vorteil, wenn man ein Tier gesichtet oder gehört hat. Beim Locken kann man bestimmen, wo ein Tier hinkommen soll, und somit lässt sich ein guter Schuss besser planen. Dazu kommen Urinsprays, die eine längere Lockwirkung auf die Tiere haben und somit fast ein "Fallenstellen" erlauben. Während sich das Tier dem gesprayten Ort nähert, kann ich einen gute Position aufsuchen und mit auf einen guten Schuss vorbereiten. Vor allem geweihtragende "Trophäentiere", also solche mit hoher Wertung, lassen sich so einfacher finden und erlegen.
Weitere Ausrüstungsgegenstände sind
- Rucksack (überlege dir gut, was du mitnimmst ;-)
- Tarnkleidung
- Baumsitz
- Tarnzelt
- Geruchsreduzierer
- Digitalkamera
- Fernglas
- Entfernungsmesser
- Erste-Hilfe-Ausrüstung (Medikit)
- Windrichtungs-Anzeiger
- Minigames für den Huntermate
Fehlende Ausrüstungsgegenstände werden mit der Ingame-Währung em$ bezahlt. Diese Dollars kann man auf der Webseite erwerben, in Turnieren gewinnen oder sich von Drittanbietern schenken lassen, wenn man sich deren Produkte ansieht.
*** Tutorials & Missionen
Zwei kurze Tutorials führen den Spieler in die Kunst des virtuellen Jagens ein.
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