Das Buch von Aldenhövel gibt eine mehr als oberflächliche Einführung in das Thema REACh. Es basiert auf den Inhalten einer Informationsveranstaltung des VCI; wer ein wenig im Internet auf die Suche nach REACh-Informationen geht, wird so ziemlich sämtliche Textblöcke wiederfinden können. Jede Kurzeinführung im Internet, sei es bei Verbänden, dem REACh-Helpdesk oder einzelnen Consultants, ist informativer. Hinzu kommen konkrete Fehler und Fehleinschätzungen der rechtlichen Situation. Bsp.:
Auf S. 46 zum Thema Registrierung von Stoffen in Erzeugnissen heißt es, dass eine Expositionsbeurteilung 'nur für die gezielte, gewollte Freisetzung des zu registrierenden Stoffes' durchzuführen sei. Als Beispiel nennt Adenhövel folgendes: 'Nach der Herstellung dampfen aus einem Teppich noch organische Stoffe aus. Dieses Expositionsszenario muss nicht betrachet werden'. Dem muss jedoch unbedingt widersprochen werden. Hier ergeht bei der (identifizierten) Verwendung 'Stoff in Erzeugnis' während der Verwendungsphase eine Exposition durch Stoffausdünstung. Diese Ausdünstung ist einem Unternehmen vernünftigerweise bekannt oder zumindest vorhersehbar. Daher ist auch die Expositionshöhe entsprechend abzuschätzen. Unmaßgeblich ist in diesem Zusammenhang die aufgeworfene Frage, ob es sich um eine gewollte oder gezielte Freisetzung eines Stoffes handelt. Diese Frage ist allein maßgeblich für die Entscheidung, ob ein Stoff, der in einem Erzeugnis Verwendung finden soll, allgemein registrierungsbedürftig ist, oder ob er einer Sonderregelung unterliegt.
Dieser Fehler ist keine Lappalie, sondern eine ernstzunehmende Fehlinformation, die für Unternehmen äußerst schmerzvolle Folgen haben könnte! Tipp: lieber 'ne Mark mehr ausgeben und dafür auf fundierte Fachinformationen setzen!