Oliver Tolmein, der sich bereits länger mit der Geschichte der RAF beschäftigt, interviewt Irmgard Möller, die einzige Überlebende der Stammheimer Todesnacht. Tolmein ist wohl der beste Interviewer, den man sich für einen solchen Fall wünschen kann. Er hält sich dezent im Hintergrund, und es gelingt ihm sehr gut, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Irmgard Möller versucht nicht zu erklären oder zu rechtfertigen oder auch zu entschuldigen, sie erzählt einfach, wie sie die Zeit erlebte, und wie sie heute damit umgeht. Besonders interessant sind natürlich die Fragen anch der "Zellensteuerung" und den Todesumstaenden. Als einziger Überlebender der Geschehnisse muß man Irmgard Möller einfach ein Forum geben gegen staatliche Propaganda auch einmal die andere Seite zu schildern. Und das gelingt Tolmein ganz hervorragend. Ich kann dieses Buch nur jedem, der sich für die Geschichte der RAF interessiert, wärmstens ans Herz legen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)