Also bisher hatte ich nur Ja Rules geniales Debut "Venni, Vetti, Vecci", eines meiner absoluten Lieblings-Alben, das jedoch mit allem danach erschienenen wenig gemeinsam hatte. Wo das Debut mit erstklassigen harten und deepen Tracks überzeugte, präsentierte sich Ja auf seinem weiteren Veröffentlichungen eher wie ein typischer, kommerzieller 08/15-Rapper, daher vergraulte er die meisten seiner Fans, arbeitete stattdessen mit einer gewissen Frau Lopez oder Ashanti zusammen und machte eher Pop und R&B statt Hip-Hop, wodurch er zwar Geld wie kaum ein zweiter aber keine Props innerhalb der Szene verdiente. Doch dann sah ich im Fernsehen das Video zur Single "New York" mit Fat Joe und Jadakiss und war echt positiv überrascht: Ein erstklassiger Street-Track, sauber gerappte Strophen und kein peinliches Playa-Gehabe. Also wollte ich mich überzeugen, ob sich Ja wieder seinen Wurzeln zugewendet hat, und siehe da: es gibt wirklich ganze 5 Street-Tracks auf dem Album, die überzeugend in die Richtung des Debuts gehen und die Qualität dieses auch erreichen. Das wären "Last Of The Mohicans" mit Black Child (genialer Beat), "New York" (dazu habe ich ja schon alles gesagt, für mich einer der Tracks 2004), "R.U.L.E.", "Gun Talk" mit Black Child (wie "Last Of The Mohicans", neben diesem und "New York" mein Favorit) und "Bout My Business". Diese Tracks sind alle absolut gelungen und wenn Mr. Atkins mal wieder ein Album nur mit Tracks dieser Art aufnehmen würde, wäre wohl ein weiterer Classic drin. Die restlichen Songs sind aber in 2 Kategorien zu unterteilen: typischer Rule-R&B und deepe Tracks, wobei ich ehrlich gesagt sagen muss, dass das Album perfekt ausbalanciert ist. Bei ersterer Kategorie sind vor allem das tolle "Wonderful" mit R. Kelly und Ashanti, "The Manual" und "Get It Started" zu erwähnen. Die R&B-Tracks auf diesem Album sind jedoch bei Weitem nicht so schlecht wie seine bisherigen, sie haben alle ihren Reiz und gefallen mir, weil man zu ihnen echt gut entspannen kann und sie aber immer noch als Hip-Hop zu betrachten sind. Bei den deepen Sachen gefallen mir "Where I'm From" und "Life Goes On" am besten, doch auch die restlichen Songs gehen alle in Ordnung, es gibt eigentlich keinen schwachen Track, nur "Passion" ist mit 8:36 wohl mindestens 3 Minuten zu lang und auf Dauer etwas langweilig. Ansonsten ist dieses Album allen zu empfehlen, denn es ist wohl im Moment eines der bestes kommerziellen Rap-Album und Ja Rule hat endlich aufgehört nur gegen G-Unit, Eminem und Co. zu schießen und sich auf seine musikalischen Stärken besonnen. Schon allein wegen der Street-Tracks sollten Sie sich dieses Album schnellstens holen, und dass sage ich, obwohl ich wirklich (trotz des genialen Debuts) überhaupt kein Anhänger dieses Artists bin! Es lohnt sich wirklich...