Zunächst zu den Aktiva: Kempes Strauss ist wie immer berückend schön, transparent, klar, natürlich- ideal ! Die Dresdner Staatskapelle spielt unter seiner Leitung in Bestform, nicht umsonst wurden in Dresden die meisten Strauss-Opern uraufgeführt, man hört die innige Beziehung sogar 1967 noch. Gundula Janowitz ist sicher eine ideale Ariadne, bis auf ein paar knappe hohe Töne vielleicht, und die Zickigkeit der Primadonna haben Schwarzkopf und Leontyne Price vielleicht noch hemmungsloser ausgespielt. Sylvia Gestztys Zerbinetta ist anständig, hat heute natürlich das Pech, gegen Gruberovas unschlagbares, vielfarbiges Portrait abgewogen zu werden, aber auch gegen Rita Streichs Charme (bei Karajan) fällt die etwas neutrale Darstellung und die nicht sehr attraktive Stimme ab. Zylis-Garas Komponist: Teilweise traumschön gesungen, aber ein sprachlicher Barbarismus am nächsten: neben den teilweise legendären deutschsprachigen Kollegen peinlich. King: präsent und korrekt, Adam, Schreier etc.: etwas unelegantes DDR- Kunsthandhandwerk auf hohem Niveau. An Schöffler, Kunz, Zednik und andere Wiener Größen darf man aber nicht denken.
Fazit: Kempe und die Staatskapelle sowie die Janowitz lohnen die Anschaffung und überwiegen die Schwächen.