Als die Redakteurin Deike von ihrem Chef erfährt, dass sie ausgerechnet auf Rügen die Redaktion eines Ferienmagazins übernehmen soll, ist sie entsetzt. Sie hatte sich eine Stelle auf den Balearen gewünscht. Entsprechend unmotiviert tritt sie ihren Dienst an. Ihr Nachbar ist ein unfreundlicher Mann, der ständig in Schlabberhosen rumläuft. Außerdem hat sie das Gefühl, die Inselbewohner machten sich über sie lustig. Erst als ihre Schwester Natty zu Besuch kommt und mit ihrer guten Laune für bessere Stimmung sorgt, entdeckt Deike, dass Rügen doch nicht so schlecht ist, wie sie gedacht hatte.
Die Protagonistin Deike war mir leider total unsympathisch. Sie nörgelt an allem herum und findet auch in der schönsten Suppe noch ein Haar. Sie verhält sich wie eine Großstadttussi, indem sie z. B. in Riemchensandaletten eine Wanderung zu den Kreidefelsen unternimmt. Ihrem Nachbarn Hannes steht sie von Anfang an ablehnend gegenüber, weil der in Schlabberhosen" rumläuft und seltsam mürrisch ist. Ob das vielleicht einen Grund hat, fragt sie sich keine Sekunde.
Ihre Schwester Natty dagegen kam gleich so überkandidelt gut gelaunt daher, dass diese Figur mir sehr konstruiert erschien. Die überraschenden Wendungen", die auf dem Klappentext angekündigt wurden, waren für mich total vorhersehbar. Ich hätte das Ende des sehr kurzen Romans schon nach wenigen Seiten vorhersagen können.
Die Beschreibungen der Insel waren zwar nett, kamen mir aber auch sehr konstruiert vor. Ich hatte das Gefühl, die Autorin hatte eine Liste der Sehenswürdigkeiten auf dem Schreibtisch liegen, die sie nach und nach in die Geschichte eingebaut hat. Immerhin hat sie damit meine Erinnerung an einige schöne Urlaube auf Rügen wieder aufleben lassen.