Ich fange damit an, was mir nicht gefallen hat: Das Ende war zwar inhaltlich top, aber einfach SO kurz, dass ich richtig angenervt war (mehr verrate ich nicht, sorry) .... Warum kann man nicht mal ein paar Seiten mehr einem schönen (oder auch ergreifendem) Ende witmen? Wieso kann man nicht einfach etwas länger das Ganze ausklingen lassen?
Die Hauptheldin Liv zickte manchmal auch etwas arg hysterisch rum - das nervte im Buch stellenweise (egal wie schlimm ihr Kindheitstrauma war). Das sind meine Gründe, weshalb ich einen Stern abgezogen habe.
Nun aber zu den positiven Punkten des Buches und da gibt es durchaus genug aufzuzählen.
Was mir am meisten gefallen hat, war die ungewohnte Art wie Nora Roberts in diesem Buch erzählt: Sie berichtet von Ereignissen und Menschen in zeitlichen Fenstern. Zuerst "die Tat" und die Heldin Liv als kleines vierjähriges Mädchen, dann 8 Jahre später usw. usw. Immer auch das Verflechten der Menschen die davon betroffen sind: Liv und ihr Großeltern, Jamie & ihr Mann und natürlich Frank und seine Familie. Dabei bleibt es stets glaubwürdig und ergreifend. Somit geht es hier nicht nur um eine Liebe zwischen zwei Menschen, sondern auch um Zuneigung und Liebe innerhalb einer Familie - zwischen Freunden - zwischen Bekannten. Es handelt von Hass und Wahnsinn und enttäuschten Gefühlen. Es steckt viel mehr in diesem Buch, als man vielleicht denkt.
Sogar die Liebesszenen sind Nora Roberts diesmal ausnahmsweise richtig gut gelungen, juhu.
Ein packender, bösartig-guter Thriller, eine dramatische Lebensgeschichte über eine bezaubernd-zickige Liv, eine stotternd-schwierige (aber charmante) Liebesgeschichte und ein kleiner aber feiner Kurs in Naturkunde, lassen dieses Buch zu ausgezeichneten Lesestoff werden.
Viel Spass beim Lesen.