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Rückkehr ins Kinderseelen-KZ [Taschenbuch]

Frieda Norka
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

April 2010
Der 20. April 2010 in Endtgau, einem kleinen, idyllischen Ort in Tirol: Klassentreffen des Abschlußjahrgangs 1989/90. Alle sind gekommen. Auch Konrad Gussler. Er, der gemobbte Prügelknabe von einst, beschließt seine Peiniger zu überraschen. Auf seine Weise. Mit entfesselter Gewalt, wahnsinnig geworden, richtet Gussler einstige Mitschüler und Lehrer in einem unvorstellbaren Blutbad.Schonungslos erzählt, wird die Geschichte Konrad Gusslers vom unscheinbaren Erstklässler zum irren Mörder lebendig. Dieses Buch berührt den Leser auf unheimliche Art: Irgendwann hört er in seiner Brust das Herz des Amokläufers schlagen.Ein packender, düsterer Roman ergänzt durch eine Chronik realer Schulamokläufe weltweit.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 518 Seiten
  • Verlag: tologo Verlag; Auflage: 1., Auflage (April 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3940596027
  • ISBN-13: 978-3940596024
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 12,4 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 769.014 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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5.0 von 5 Sternen Schulmobbing und Amokläufe an Schulen 22. Juli 2010
Von Thomas
Unmittelbar nach Herausgabe, habe ich mir "Rückkehr ins Kinderseelen-KZ" zugelegt. Weil es vom Leser nicht nur intellektuell, sondern auch emotional einiges abverlangt, konnte ich anfangs meine Gefühle gar nicht beschreiben, die einen überkommen, wenn man erst einmal in die Tiefen dieses unglaublichen Werkes eingetaucht ist. Im Vorfeld hätte ich nie auch nur eine Sekunde daran gedacht, dass es möglich ist, ein solches Buch zu schreiben! Als begeisterter Schriftmensch kann ich heute, mit etwas Abstand, sagen, dass es zu den wichtigsten, empfehlenswertesten und auch gefährlichsten Veröffentlichungen der letzten Jahre zählt. Gefährlich deshalb, weil die Autorin Frieda Norka ihre Leserschaft dazu zwingt, den Gedanken zuzulassen, dass Amokläufe an Schulen eine direkte Folge vorhergehenden jahrelangen Mobbings sind. Dies wiederum hat zur Folge, sich mit dem System Schule als einer Zwangskaserne auseinandersetzen zu müssen, welche die darin geschehenen Verbrechen und Blutbäder als systemimmanente entlarvt! Deshalb birgt "Rückkehr ins Kinderseelen-KZ" ein Gefahrenpotential für das System Schule in sich wie vermutlich noch keine anti-pädagogische Publikation jemals zuvor (inkl. sonstiger Sachbücher zum Thema).

"Rückkehr ins Kinderseelen-KZ" erzählt die fiktive Geschichte eines Schulamoklaufes sowie dessen Vorgeschichte, eines jahrelangen, täglichen Mobbings in der Schule. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des Amokläufers. Hierbei dringt die Autorin auf wohl einzigartige und einmalige Weise tief in die Psyche eines school-shooters ein. Es wird der Leidensweg eines Menschen deutlich, der Jahr für Jahr, jeden Tag in der Schule dem Mobbing einer dominanten Clique in seiner Schulklasse ausgesetzt ist. Aufgezeigt wird auch, wie wenig von alledem nach außen dringt, weil es sich nur innerhalb der Schule abspielt. Und auch wie wenig die Lehrer davon mitbekommen, deren starrer Blick auf den zu bewältigenden Lehrplan die Sicht auf Vorkommnisse in der Klasse schlichtweg verwehrt und dem Mobbing damit zuträglich ist.

Deutlich wird dabei eines: Von Mobbing in der Schule betroffene Kinder befinden sich in einem Kreislauf, aus dem es kein Entrinnen gibt. Oftmals ohnehin Außenseiter stehen sie regelmäßig einer Clique von anderen Kindern gegenüber, deren täglichen Drangsalierungen, Beleidigungen, Demütigungen und Bedrohungen sie hilflos ausgeliefert sind. Durch die Schulpflicht, konkreter den Schulzwang, sind sie jeden Morgen aufs Neue in der Situation, sich dem Mobbing in der Schule aussetzen zu müssen. Hier geht es nicht um übliche Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Schülern. Es geht vielmehr um das tägliche Fertigmachen einzelner Kinder in einer Schulklasse durch eine dort etablierte Clique. Dieser tägliche Horror erzeugt in den betroffenen Opfern zum einen ein Gefühl von permanenter Todesangst und tief greifenden Gefühlen eigener Ohnmacht; aber auch das Bedürfnis nach Rache. Diese starken Gefühle dringen tief in das Unterbewusstsein der Mobbingopfer ein, und führen zu schweren seelischen Verletzungen, die sich auch auf das Leben nach der Schule negativ auswirken. So haben sie es schwerer, Beziehungen und andere soziale Bindungen einzugehen und im Leben nach der Schule anzukommen. Die jahrelange aufgestaute, unterdrückte Wut auf die Mobber, aber auch auf die Institution Schule kann sich im Extremfall, und bei Vorliegen möglicher weiterer negativer Umstände, noch Jahre später in einem Amoklauf Luft machen. Dies wird von der Autorin auf eine so schonungslose, nachvollziehbare und wahrhaftige Art dargestellt, dass es einen gewissen Mut erfordert, dieses Buch zu lesen.

Erzählt wird die Geschichte des Amoklaufes der Figur Konrad Gussler nicht als nur rationaler Erklärungsversuch, sondern vielmehr hoch emotional. Frieda Norka beantwortet die Frage nach dem Warum eines Amoklaufes mit Blick auf die Gefühlslage des früheren Opfers und späteren Täters. Sie gibt Schulamokläufern mit ihrem Buch insoweit erstmalig eine Stimme. In einem weiteren Teil des Buches gibt es ein fiktives Interview mit einem Vertrauten des Amokläufers nach der Tat. Hier wird, auf nunmehr rational wissenschaftliche Art, der nahezu zwingende Zusammenhang zwischen dem von der Schulpflicht etablierten System der schulischen Zwangskasernierung von Kindern, die sich einander nicht selbst ausgesucht haben, der Etablierung von Cliquen in den Schulklassen und dem Mobbing von Außenseiterkindern sowie den emotionalen Auswirkungen auf die Mobbingopfer dargestellt.

Den Schluss des Buches bildet eine, von der Autorin jahrelang recherchierte, beispielhafte, internationale chronologische Darstellung von Gewalttaten an Schulen in den Jahren 2004 bis 2007.

Den Titel "Kinderseelen-KZ" werden viele Menschen, die das Buch nicht kennen, ablehnen, weil er ihnen zu stark oder schlichtweg überzogen scheint. Nach genauer Lektüre des Buches, bin ich aber zu der Ansicht gelangt, dass vorher noch kein Begriff die Dinge dermaßen präzise auf den Punkt gebracht hat, wie der des "Kinderseelen-KZ". Opfer von Schulmobbing empfinden sich wie in einem Konzentrationslager aus unsichtbaren Mauern, in dem sie machtlos miterleben müssen, wie Andere über sie bestimmen und ihnen, nach Belieben, übel mitspielen. Ein KZ der Seele - der Kinderseele.

"Rückkehr ins Kinderseelen-KZ" ist ein Buch, das geschrieben werden musste, weil es - ein Novum - den Amokläufern an Schulen eine Stimme gibt. Die meisten der bekannten Schulamokläufe endeten regelmäßig mit dem Tod des Amokläufers. Die quälend hinterlassene Frage nach dem Grund eines Schulamoklaufes wird durch "Rückkehr ins Kinderseelen-KZ", vielleicht erstmalig, schlüssig beantwortet. Die gegebene Antwort ist verstörend und überzeugend zugleich und führt zu einem kritischen Nachdenken über das bestehende Schulsystem mit seiner Schulpflicht. Eine Pflichtlektüre für Alle, die in irgendeiner Weise mit der Institution Schule in Berührung kommen!
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rüttelt wach 20. November 2010
Von Sarah F. TOP 500 REZENSENT
Beim Durchstöbern der Verlags-Homepage bin ich bei dem Titel 'Rückkehr ins Kinderseelen-KZ' hängengeblieben. Bei dem Titel war mein erster Gedanke: Zweiter Weltkrieg. Damit hat das Buch von Frieda Norka aber nichts zu tun, auch wenn der Protagonist sich wie in einem KZ fühlt.
Vielmehr handelt diese fiktive Dokumentation von einem Amok-Läufer. 1999 in Littleton wird jedem etwas sagen und dient vielen Personen auch 21 Jahre später immer noch als Grundlage für einen eigenen Amoklauf.

'Rückkehr ins Kinderseelen-KZ' erzählt eine fiktive Geschichte über einen Amok-Läufer in einem österreichischen Dorf. Gleich zu Anfang wurde ich mit Zeugenaussagen und dem kompletten Ablauf dieses Dramas konfrontiert. Mit grausamer Brutalität geht der Amok-Läufer vor. Selbst als Leser musste ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass alles was ich gerade lese zum Glück nur Fiktion ist. Ich konnte die Angst, welche die Opfer verspüren mussten, genau nachvollziehen, da die Autorin sachlich jedes wichtige Detail beschreibt.

Nach dieser dramatischen Einführung durfte ich auf über 300 Seiten miterleben, wie aus dem kleinen Jungen viele Jahre später ein Amok-Läufer werden konnte. Wer selber in der Schule einmal im Mittelpunkt des Spotts stand oder über Jahre gemobbt wurde, kann sehr gut verstehen, wie sich Konrad gefühlt haben muss. Für Leser, die sich dies nicht vorstellen, können auf Grund des bildhaften Stils sich in die Gefühlswelt vom kleinen Konrad hineinversetzen. Mit jedem Eintrag wird deutlich, wie grausam Kinder sein können.
Dieser Abschnitt erzählt parallel die letzten Stunden bis zum Amoklauf und belegt mit kurzen oder langen Einträgen, was Konrad während seiner Schulzeit alles erleiden musste. Diesen Einträgen geht stets ein Datum vorher, sodass ich immer genau verfolgen konnte, wie alt Konrad zu diesem Zeitpunkt war. Keiner der Einträge ist in einer bestimmten Reihenfolge, sondern ich hatte das Gefühl in einem Tagebuch zu blättern, mal vorne und dann wieder hinten kleine Stichproben zu lesen. Mit jedem neuen Erlebnis rundet sich das Bild ab und es zeigt sich, dass es für Konrad aus diesem Horror kein entrinnen gab. Wer es nicht selber aus dieser Hölle schafft, dem kann nur schwer geholfen werden. Und selbst dieser Weg ist gespickt von Rückfällen und Ängsten. Wer selber einmal gemobbt wurde, weiß wie schwer es ist, sich durchzusetzen, aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man es schaffen kann und wie gut es tut, sich auf die eine oder andere Art Luft zu machen. Aber nicht jeder schafft dies, wie an vielen Beispielen deutlich wird.
Dabei sind es noch nicht mal körperliche Schäden, die die Opfer davon tragen, sonder seelische Schäden. Diese verfolgen das Opfer sein ganzes Leben. Die dadurch entstehende Wut, kann oftmals nicht unterdrückt werden und führt zu solchen Massenmorden. Die typischen Fragen, warum es keiner vorher gemerkt hat, warum keiner reagiert hat oder warum er sich hat nicht helfen lassen, werden von Frieda Norka emotional beantwortet.

Nach dieser aufwühlenden Dokumentation über einen Amoklauf, der so real zu lesen war, als hätte es dieser wirklich stattgefunden, geht die Autorin in ein fiktives Interview mit einem Vertrauten von Konrad über. Der krönende Abschluss ist eine erschreckende Chronik über alle wesentlichen Amok-Läufe zwischen 2004 und 2007.

Frieda Norka muss sich vor dieser Dokumentation über Jahre mit diesem Thema beschäftigt haben. Das wird in diesem Werk mit jeder einzelnen Zeile deutlich. Auf der einen Seite versteht sie es meisterhaft aufzuzeigen, wie es zu einem solchen Massenmord kommen kann und ich konnte sogar stellenweise nachvollziehen, warum Konrad zu reagiert hat. Auf der anderen Seite ist es so erschreckend, dass ich nur hoffen kann, dass zukünftige Amok-Läufer mit diesem Buch abgeschreckt werden oder merken, dass es auch andere Wege gibt. Aus diesem Grund finde ich, dass zumindest die Geschichte von Konrad in jeder Schule Pflicht-Lektüre sein sollte. Opfer und Täter können somit vielleicht noch vor einem solchen Supergau wachgerüttelt werden.

Empfehlen kann ich das Buch jedem. Egal ob Eltern, Schülern oder Lehrern. 518 Seiten, die vielleicht zukünftige Leben retten können. Denn auch jetzt brodelt es sicherlich in einem der vielen Mobbing-Opfer.

===Bewertung===
Für mich ist 'Rückkehr ins Kinderseelen-KZ' ein Werk, dass viele Fragen beantwortet. Auf eine grausame, emotionale und ehrliche Schreibweise, sensibilisiert die Autorin für die Gefühle von Amok-Läufern. Es ist erschreckend und jeder weiß, dass es immer wieder passieren kann, wenn Täter nicht die andere Seite sehen. Und genau dort setzt das Buch an und verdient daher fünf Sterne.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Augenöffnend 24. November 2012
Von Iris N
Dieses Buch ist sehr heftig, aber absolut treffend beschrieben! Trotz der Fiktion wird das Innere des Schulamokläufers auf eine Weise detailliert geschildert, dass man als Leser jedes Wort darin glaubt!

Nach den ersten 200 Seiten musste ich das „Kinderseelen-KZ“ erst einmal für längere Zeit beiseitelegen. Der Stoff war einfach zu schwer. Nach dieser Pause ging es leichter. Wahrscheinlich musste sich in mir selbst erst etwas lösen.

Ich bin nicht mehr so jung, aber diese Wahnsinnsdemütigungen in der Schulzeit habe ich auch noch sehr gut in Erinnerung. Für mich ist Schule genau das, wie es Frieda Norka beschreibt, wenngleich ich sagen muss, dass ich meine eigene Zeit als Schülerin nicht ganz so extrem empfunden habe.

Aber ich finde es absolut fantastisch, dass auch solch eine Version des Schulalltags einmal als Buch erscheint. Damit danach keiner mehr sagen kann, er habe nichts davon gewusst. Ein großes Kompliment an die Autorin, die - wie bekannt wurde, im bürgerlichen Leben männlich ist - Gefühlen solch großen Ausdruck verleihen kann!
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