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Rückkehr der Religion: Glaube, Gott und Kirche neu verstehen
 
 
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Rückkehr der Religion: Glaube, Gott und Kirche neu verstehen [Gebundene Ausgabe]

Joachim Kunstmann
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus (22. März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3579080369
  • ISBN-13: 978-3579080369
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 163.650 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Joachim Kunstmann
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Es gelingt dem Verfasser, anregende Perspektiven herauszuarbeiten, wie eine attraktive christliche Religionspraxis aussehen könnte." (Arno Zahlauer in Christ in der Gegenwart )

Kurzbeschreibung

Ein mitreißendes Plädoyer für mehr religiöse Kompetenz in der Kirche

- Gegen Langeweile und Belanglosigkeit
- Die präzise und klare Vision eines religiös erneuerten Christentums

Joachim Kunstmanns Buch ist Abrechung und Appell zugleich. Er macht Schluss mit betulichen Beschönigungen oder larmoyanten Sehnsüchten nach der guten alten Zeit der Volkskirche und benennt das Elend in Kirche und Christentum: die Distanz der Menschen zur Kirche und ihren Traditionen, die kultische Belanglosigkeit der Gottesdienste, die Unverständlichkeit der Sprache, die Überforderung der Pfarrerinnen und Pfarrer und die Leblosigkeit der Gemeinden.
Seine zentrale These: Die Kirche ist religiös inkompetent!
Ist das zu ändern? Ja, wenn die Kirche endlich ernst nimmt, dass das Christentum eine Religion ist und dass von ihr nicht politische, soziale oder moralische, sondern religiöse Kompetenzen erwartet werden! Es geht darum, Erfahrung des Heiligen zu ermöglichen, die Lebensthemen der Menschen ins Zentrum zu rücken und Religiosität zu entwickeln statt Glauben zu fordern.
Dieses Buch erschüttert, weil es ehrlich ist, und es macht Hoffnung, weil es die Vision eines erneuerten Christentums auf mitreißend neue Weise zur Geltung bringt.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian Döring HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Wenn der Autor dieses Buches sagt: "gelebte religiöse Praxis und Deutung verschwinden merklich aus dem Leben der Menschen." so hat er recht. Und doch ist die Religion mehr denn je in der Öffentlichkeit wieder präsent. Dies klingt wie ein Widerspruch und ist doch keiner.

Beim lesen wird mir deutlich, dass der Autor, der Professor für Religionspädagogik ist, nicht vom theorieüberwucherten Schreibtisch aus artikuliert, sondern, dass er das Leben genauestens kennt. Oft sage ich zu seiner Kritik an der Kirche und zu seinen Thesen laut und deutlich JA. So auch zu dieser: "Die Religion wird zum Platzhalter einer Sehnsucht, die von niemandem mehr genährt wird, offensichtlich nicht einmal mehr von den religiösen Institutionen."

Kunstmann kritisiert Kirche, weil er sie zurückholen will in das Leben hier und heute. Er sieht vieles im argen liegen und gibt die Schuld am derzeitigen Zustand auch der Institution Kirche.

Er behandelt in seinem Buch mehrere Themen. Beispielsweise fragt er: Warum ein religionsloses Christentum nicht mehr interessiert und er will wissen Warum Dogma, Bekenntnis und Institution im Christentum so dominieren. Er schaut dabei in die Geschichte und landet unter Verwendung schonungsloser Offenheit in der Gegenwart.

Herrlich auch sein Satz: "Absicht und These dieses Buches ist es zu zeigen, dass das Christentum über ungehobene Schätze und eine tiefe Lebensklugheit verfügt, mindestens aber offensichtlich nicht mehr glaubwürdig und überzeugend angeboten werden." Kunstmann spricht viele unbequeme Wahrheiten aus.

Oft klingen sie wie ein Befreiungsschlag aus der Starre heraus in meinen Ohren. Probt der Herr Professor die Revolution innerhalb der Institution?

Dieses Buch bedrückt, weil es so viele nicht genutzte Chancen beim Namen nennt. Dieses Buch macht Hoffnung, weil es den Weg hin zu einem erneuerten Christentum zeigt.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von OKF
Format:Gebundene Ausgabe
K. hat mit seinem Text ein großes Buch vorgelegt. Das gilt für den Umfang, mehr aber noch für Breite und Tiefe seiner Gedanken. Ein Hauptanliegen ist K. die Kritik an etlichen kirchlichen und theologischen Traditionsbeständen, die, wie er immer wieder überzeugend darlegt, dem Wachstum religiösen Lebens eher hinderlich als förderlich sind. K. insistiert darauf, dass alles Reden von Gott immer nur vorläufiges Reden sein kann, weil Gott grundsätzlich größer zu denken ist, als es in einem Bekenntnis ausgedrückt werden kann. Diese Anschauung durchzieht das Buch wie ein roter Faden. Seine Darlegungen sind stets kenntnisreich, klar und oft auch angriffslustig formuliert, häufig aber hat sich in meine Freude über kühne Gedanken Ärger gemischt, weil sich K. im Dickicht der christlichen Traditions- und Glaubensbestände dann doch nicht so gut und souverän zurecht findet, wie er dem Leser glauben machen möchte. Das lässt sich leicht an einigen Beispielen plausibel machen.
1. Zu Recht stellt K. fest, dass der Glaube an Kreuz und Auferstehung in der Regel eine theologisch nicht zu rechtfertigende Vernachlässigung, ja Ausblendung des Lebens Jesu zur Folge hat. K. möchte stattdessen wieder das Leben Jesu zum Ausgangspunkt christlichen Nachdenkens aufwerten, wiederholt dabei aber (unter umgekehrtem Vorzeichen) den Fehler der Gegenseite. Statt nämlich Leben Jesu auf der einen, Tod und Auferstehung auf der anderen Seite in eine vernünftige Balance zu bringen, wird bei ihm die Auferstehung Jesu völlig ausgeblendet. Das freilich ist zum Mindesten unverständlich.
2. K. meint zu Recht, Glaube sei vor allem Vertrauen zum Urgrund des Lebens, und dieser Urgrund sei der Gott der Liebe (184 u.ö.). Leider belässt er es nicht bei dieser Positionierung. An anderer Stelle erschüttert er die eigene Position und macht sich, wie viele andere Theologen übrigens auch, lustig über das gerade noch vertretene Gottesbild. Da ist dann von auffallend harmlosen Gottesbildern die Rede (243), vom ausschließlich lieben Gott (ebd.), demgegenüber er den eifersüchtigen, zornigen, ja vernichtenden Gott gerettet wissen möchte. Passt das gut zusammen? Empfinde nur ich das als Widerspruch? Bzw. etwas weiter gefragt: Warum sollte man eigentlich einem eifersüchtigen, zornigen, ja vernichtenden Gott vertrauen? Müsste nicht der (nach eigenem Bekunden) psychologisch geschulte K. wissen, dass all das Attribute sind, die Vertrauen quasi zwangsläufig unmöglich machen?
3. Gewohnt provokant formuliert K., Religion ziele nicht auf Trost ab, nicht auf Hilfe, sondern auf Bewusstseinwandel (36). Zugespitzt heißt es: Gott greift nicht ein (was im Übrigen schon in der Passion Jesu Bestätigung finde). Eine solche blässliche Erwartungslosigkeit Gott gegenüber geht aber offenbar auch K. zu weit. An sehr viel späterer Stelle (249) weiß auch er davon, dass Gott bisweilen sehr wohl eingreift und hilft, nur (so gibt er nun zu bedenken) dürfe man daraus keine Lehre ableiten. Das passt nicht gut zusammen: Entweder Gott hilft nicht oder er tut es doch. Letztlich schimmert durch diese Widersprüchlichkeit freilich nicht nur eine gedankliche Schwäche, sondern, mehr noch, eine verkümmerte Sensibilität gegenüber Menschen in konkreter Not. K.s kluge Religion ist eine Religion für privilegierte Menschen, bedürftigen, armseligen Menschen hingegen hat sie wenig zu bieten. Das wird noch deutlicher beim folgenden Punkt.
4. Nach K. lassen sich Gott und Religion an vielen Stellen erfahren, insbesondere in der Sphäre des Geistigen (250) und in der Meditation (251). Das könnte man so stehen lassen, würde K. nicht an anderer Stelle wieder so aalglatt und theologisch falsch gegen ein anderes religiöses Erfahrungsfeld polemisieren: das der Diakonie. K. meint verächtlich, die Kirchen präsentierten sich öffentlich als ethisches Unternehmen und nicht als Religion (93). An anderer Stelle ist für ihn Diakonie lediglich Sozialhilfe (283), und bei den Handlungsfeldern einer klugen Religion taucht die Diakonie erwartungsgemäß gar nicht erst auf. Wenn Menschen sich über gesellschaftliche Gräben hinweg einander zuwenden, helfen und dabei etwas von der Gegenwart des Reiches Gottes erleben, dann ist das allerdings gerade auch in religiös-spiritueller Hinsicht höchst bedeutsam und entspricht im Übrigen auch der Lehre und dem Leben Jesu in hervorragender Weise (vgl. u.a. Mat 25, 31ff). Wieso allerdings, so fragt man sich, weiß K. das nicht?
5. K. plädiert aus guten Gründen dafür, Kommunikation über religiöse Erfahrung zu einer zentralen Aufgabe von Kirche zu machen (297ff). Ein gutes Beispiel dafür, wie solche Kommunikation nicht aussehen sollte und darf, ist K.s Buch. Mit seiner stets überheblichen, andere Positionen verächtlich machenden Art lädt er nicht zum ergebnisoffenen, spannenden Diskurs ein, sondern provoziert schweigendes Kopfschütteln.

Die Schwäche von K.s Buch ist nicht in erster Linie seine an zentralen Punkten schwächelnde gedankliche Konsistenz und auch nicht sein auf mich sehr befremdlich wirkender überheblicher Tonfall. Am meisten irritiert hat mich sein mangelhaftes Verständnis für die diakonische Dimension einer (wenn man denn K.s Duktus übernehmen möchte) klugen Religion. Das, was bei ihm zu diesem Thema zu lesen ist, ist schlechterdings nicht klug, und erst recht nicht ist es im Geiste Jesu geschrieben. Irgendwie hat sich bei mir am Ende des Buches der Eindruck eingestellt, dass K. eine flott formulierte religiöse Schützenhilfe für den Neoliberalismus vorgelegt hat, dem ja auch jedes diakonische Tun fremd und suspekt ist. Das mag modern und zeitgemäß und von mir aus auch 'religiös' sein, christlich indes ist es nicht.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Die beiden großen christlichen Kirchen in unserem Land befinden sich in der größten Krise seit langem. Die empörten Debatten über den Missbrauch von Kindern in der katholischen und in geringem Umfang auch in der evangelischen Kirche sind nur die Spitze eines Eisbergs, der über lange Jahrzehnte entstanden ist. Wie das bei Eisbergen so ist, ist die Größe des Problems nicht sichtbar, wird und wurde immer überdeckt durch andere aktuelle Themen, hängt jedoch ursächlich mit einer Tatsache zusammen, die der Professor für Religionspädagogik Joachim Kunstmann in dem vorliegenden, teilweise sehr provokanten, Buch beschreibt.

Seine These scheint auf den ersten Blick paradox. Er sagt, die Kirche sei religiös inkompetent. Alle möglichen sozialen und politischen Kompetenzen habe sie sich angeeignet und zeitweise auch angemaßt, darüber aber ihre Grundprofession, ihr Kerngeschäft, wie das die Ökonomen nennen, vergessen und regelrecht verlernt.

Die Menschen, die zur Kirche gehören, aber auch die anderen, erwarten, dass sich das Christentum als Religion auch mit religiösen Fragen beschäftigt. Dabei, so Kunstmann geht es nicht, wie viele gleich missverstehen, um eine wahren und rechten Glauben, den die Kirche dann so wie in früheren Jahrhunderten verwaltet und kontrolliert und auch exekutiert.

Es geht, so der Autor in seinem leidenschaftlichen und gleichzeitig nüchternen Appell darum, dass die Kirche den Christen die Erfahrung des Heiligen ermöglicht, die Lebensthemen der Menschen endlich wieder in das Zentrum ihrer Verkündigung und Gemeindepraxis rückt und sie lehrt und ihnen hilft, ihre eigene Religiosität zu entwickeln.

Das Christentum braucht dringend eine Erneuerung von innen heraus. Seine Grundlage ist ein unversiegbarer religiöser und spiritueller Schatz, den es zu heben gilt, zum Wohle der Menschen und zum Lob Gottes.
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