Der steten Expansion der Tiberstadt folgte die unmittelbare Erschließung der neu eroberten Gebiete und damit ihhre Anbindung an Rom: so durch die via Gabina (später bis Praeneste verlängert), die via Latina, die via Salaria, die via Appia - als erste gepflasterte Fernverbindung später bis Brindisi geführt -, Richtung Norden durch Etrurien die via Clodia und Cassia bzw. zum Adriatischen Meer durch Umbrien die via Flaminia und schließlich die via Aurelia entlang der Westküste Italiens.Der Band beschreibt Verlauf und erhaltene Reste von fünf antiken Straßen - via Appia, via Cassia, via Flamania, via Salaria, via Valeria - im Umkreis von Rom und gibt genau Hinweise für ihre Begehung im Gelände. Damit soll zugleich das gegenwärtig noch Vorhandene dokumentiert werden, bevor Straßenreste und Monumente ganz verschwinden. Einbezogen wird auch das Nachtleben: Wie anders sich dieselbe Straße nach dem Ende des Römischen Reiches verhält, Hindernissen nun ausweichend statt sie überwindend, um dann irgendwo doch wieder zurückzufinden in die römische Gerade; wie sie ihren Charakter als Fernverbindung verliert und, streckenweise verflüchtigt zum Feldweg, zum Grenzrain, doch untergründig immer präsent bleibt; wie sich Kirchen und Kastelle nun an oder gar auf ihre Trasse setzen, die Meilensteine zu Säulen in Kirchen werden, die straßenbegleitenden Grabbauten, ungenutzt und umgedeutet, unter seltsamen Bezeichnungen als Grenzmarken in mittelalterlichen Urkunden weiterleben. So läßt sich der Geschichte im Freien nachgehen und auf das natürliche die historische Dimension einer Landschaft begreifen.Prof. Dr. Arnold EschStudium der Geschichte und Klassischen Archäologie, 1977-88 Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Bern, seit 1988 Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Rom