Rezension
Copyright: Aus
Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Römische Geschichte
OA 185254 (Bd. 13), 1885 (Bd. 4)Form Wissenschaftliche Bereich Alte Geschichte, Schrift
Das Hauptwerk von Theodor Mommsen, die mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnete Römische Geschichte, ist bis heute eines der bekanntesten Geschichtswerke geblieben. In einer bewusst modernisierenden Weise reflektierte das Werk die politischen und sozialen Fragen der eigenen Gegenwart.
Aufbau: Die ersten drei Bände der Römischen Geschichte, die zwischen 1852 und 1854 erschienen, finden mit der Entstehung der Caesarischen Monarchie ihren Abschluss. Ein weiterer Band, der das Leben in den Provinzen zur Kaiserzeit behandelt, erschien in deutlichem zeitlichen Abstand erst 30 Jahre später und bewegt sich in einem von den ersten Bänden klar unterschiedenen geschichtlichen und geistigen Raum.
Inhalt: Die Römische Geschichte beinhaltet als Hauptthemen die ältesten Einwanderungen bis zur Begründung der Republik, den Sturz der etruskischen Macht bis zur Zerstörung Karthagos, die revolutionären Bestrebungen in der römischen Republik, die Begründung der Militärmonarchie und das Weltreich der Caesaren. Dabei geht Mommsen auch auf die römische Kunst und Literatur sowie auf Aspekte der Geografie und Ethnografie, der Ackergesetzgebung und der Verwaltung ein. Die juristische Ausformung der Verfassung stellte für Mommsen einen wesentlichen Aspekt der Geschichte dar, ist doch das Rechtssystem die größte und originalste Schöpfung des römischen Staats. Mommsen postulierte eine streng »philologische Methode«, wobei ein sorgfältiges Studieren des Überlieferten, eine präzise Quellenkunde entsprechende Sprachkenntnisse verlangt. In seinen Ausführungen legte Mommsen großen Wert auf eine lebendige Sprache; er strebte eine Modernisierung des alten Stoffes durch »Hineintragen von Gegenwartsausdrücken« an.
Wirkung: Mommsen erklärte historische Forschung ohne philologische Bildung für unmöglich und übte durch seine Systematisierung sowie die von ihm betriebene Verwissenschaftlichung der antiken Geschichtsforschung maßgeblichen Einfluss auf die Geisteswissenschaften aus. Die immense Wirkung seiner Rö- mischen Geschichte zeigt sich auch in dem großen Erfolg, der dem Werk sogleich nach seinem Erscheinen beschieden war, und in den zahlreichen Ausgaben und Übersetzungen in mehrere europäische Sprachen. V. R.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Über den Autor
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Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Mommsen, Theodor dt. Althistoriker *30.11.1817 Garding bei Schleswig 1.11.1903 Charlottenburg Römische Geschichte, 1853-54, 1885 Theodor Mommsen war der erste politisch hoch engagierte deutsche Wissenschaftler und erhielt 1902 für seine Darstellung der Römischen Geschichte den Nobelpreis für Literatur. Mommsen war Pfarrerssohn und studierte nach Privatunterricht und Gymnasiumsbesuch in Kiel. Ein Stipendium der dänischen Regierung ermöglichte ihm 1844-47 einen Italienaufenthalt; 1848 wurde er auf ein juristisches Extraordinariat nach Leipzig berufen, jedoch wegen seiner publizistischen Angriffe auf die sächsische Regierung, die das Parlament aufgelöst hatte, 1851 als Professor der Rechte entlassen. Nach einer Zwischenstation in Zürich erhielt er 1854 eine Professur für Römisches Recht in Breslau. 1858 wurde Mommsen Mitglied der Berliner Akademie, drei Jahre später Professor für Alte Geschichte in Berlin. Mommsen arbeitete am Thesaurus linguae Latinae mit und verfasste mehrere Werke zum römischen Recht (Römisches Staatsrecht, 3 Bde., 1871-88; Römisches Strafrecht, 1899). 1873-79 gehörte Mommsen als Mitglied der Nationalliberalen dem Landtag in Preußen an. 1881-84 war er Mitglied des Reichstags, wo er mehrfach die Politik von Otto von Bismarck (1815-98) angriff. Biografie: L. Wickert, Theodor Mommsen. Eine Biographie, 1959-80; K. Zangemeister, Theodor Mommsen als Schriftsteller, 1905
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