Im vorliegenden Buch geht es um den Alltag in der Provinz Rätien (Raetiea) um etwa 200 n. Chr.
Die erfahrenen Museumspädagoginnen Juliane Schwartz und Ermelinde Wudy haben zahlreiche Ideen zusammengetragen, die den Alltag bei den alten Römern lebendig werden lassen. Längst ist erwiesen, dass der Mensch Gelerntes viel besser behält, wenn er es aktiv anwendet und nicht nur liest und/oder hört. Dieses Buch ist ein eindrucksvoller Beweis dafür - und die Sache macht auch noch einen ungeheuren Spaß!
Kinder und Erwachsene können hier basteln, werkeln, kochen, spielen u.v.m. Und ganz nebenbei erfährt man eine Menge über die typische Kleidung in der römischen Provinz, über das römische Leben (Geschirr, Küche und Vorratskeller, Tischsitten, Tagesablauf usw.), Schönheit und Schmuck, Götter und Riten, Spiele und über die römische Schriftkultur.
Was trug der 'normale' Römer drunter? Trug er überhaupt etwas drunter? Welche Rolle spielten Schuhe? Was schmeckte den Römern? Was spielten Kinder und Erwachsene? Worauf schrieben sie? Diese und unzählige weitere Fragen werden hier ausführlich beantwortet und durch praktische Anleitungen zum Selbermachen vermittelt. Man kann sich authentische römische Kleidung selbst schneidern, auch das Färben, z.B. mit Birke wird erklärt. Rezepte zeigen auf, wie Moretum mit Mustaceus (Schafkäsepaste und Mostbrötchen), aber auch Lippenstift und Schminke selbst hergestellt werden können. Hier findet man sogar eine Anleitung zum Bau eines römischen Hausaltars.
Die Vorschläge eignen sich sowohl für die Arbeit mit Kindern (v.a. auch in Kindergruppen), als auch für eher erfahrene Handwerker. In diesem Buch findet jeder etwas. Manches ist vielleicht nicht jedermanns Sache - z.B. die Herstellung eines 'Knöchelchenspiels' (man braucht dazu Sprunggelenksknochen, einen alten Kochtopf, ein spitzes Messer, eine Scheuerbürste und etwas Waschpulver'). Aber im Allgemeinen lassen sich die meisten Sachen ganz gut realisieren. Einiges kann man sicherlich auch in abgewandelter Form umsetzen.
Der genaue Inhalt:
Vorwort
Werkzeug und Material (Grundausstattung wie Hammer, Rundzangen, Schere, Messer, Beißzange, Gipsbecher, Spachtel, Eisensäge u.ä. - meistens in einem "gut sortierten" Haushalt vorhanden :) - nur die Schusterwerkzeuge (Garn, Wachs, Ahlen, Nadeln) sind vielleicht nicht überall vorhanden...
Kleidung in der römischen Provinz (Spinnen, Färben, Gürtel, Tunika, Peplos, Mantel, Hose, Schuhe, Unterwäsche, Ledertasche, der Soldat am Limes)
Römisches Leben (persönliche Hausratsausstattung, Terra Sigillata, Küche und Vorratskeller, Tischsitten, Mosaik, Glas, Öllampe, Tagesablauf eines Römers, Holzsandalen, Lebenslauf eines Römers, Drei Leben in der Provinz)
Schönheit und Schmuck (Frisur, Duftsalben, Lippenstift und Schminke, der Bronzeschmied, Schmuck, Geldbeutel)
Götter und Riten (Religion am Limes, Rauchopfer, Hausaltar, Farben, Opferaltar, Opferzeremonie, Amulett, der Arzt)
Spielen (Knöchelchen, Nussspiele, Ballspiele, Würfelspiele, Brettspiele, Jojo, Mora, Erwachsenenspiele)
Schriftkultur (Alphabet und Schrift, Papyrus und Rohrgriffel, Tinte, Wachstafel, Besitzmarke)
ergänzend gibt es noch Einkaufstipps (wo bekommt man was? z.B. Versandadressen)
und auch die weiterführenden Literaturhinweise (nach Kapiteln geordnet) sind wirklich eine tolle Hilfe.
Bei Schmuck (z.B. Geldbeutel) und Kleidung findet man sehr gut gemachte und verständliche Schnittmuster - hier muss man kein erfahrener Schneider sein (darüber hab ich mich besonders gefreut :)
Wir haben schon einige Sachen ausprobiert, z.B. Moretum mit Mustaceus (sehr empfehlenswert und recht leicht nachzukochen! - und es schmeckt sogar Kindern) und einen Armreif (dafür braucht man einen Lötkolben). Einige Dinge (z.B. bei den Spielen) kannte ich schon aus anderen museumspädagogischen Römerbüchern. Aber vieles war mir neu!
Römer selbst erleben! bietet eine optimale Mischung aus informativen Sachbeiträgen (z.B. Lebenslauf eines Römers) und praktischen Anleitungen (z.B. Anfertigung von Schmuck etc.). Man bekommt sofort Lust, selbst aktiv zu werden - und für Groß und Klein ist das ein riesengroßer Spaß, den man nicht so schnell vergisst! Viele farbige Abbildungen (Fotos und Zeichnungen) sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des ausgeklügelten didaktischen Konzepts.
Für Erzieher, Lehrer, Museumspädagogen und Römerfans ein unbedingtes Muss!