"Räuberzivil" ist nichts. Nichts für die Abende der Ausgelassenheit, bei denen man flotte Musik braucht. Nichts für eine gemütliche Runde, bei der irgendetwas im Hintergrund plätschert und eigentlich gar nicht so richtig gehört werden will. Dafür gibt es Dire-Straits-Alben.
"Räuberzivil" ist alles. Alles was der Fan, welcher schon "Sternzeichen Sündenbock" oder "Der Golem aus Lemgo" in sein Herz geschlossen hat, zum Glücklich sein braucht. Was ihm da auf den beiden CDs geboten wird, ist wie jedes literarische Programm: Kein Leichtgewicht, das nebenbei läuft, während man sich anderen Beschäftigungen hingibt. Statt dessen wie immer Sprechtexte, an denen man sich nicht so schnell satt hören kann und - dank der Unterstützung von Wolfgang Stute und Hajo Hoffmann - neue Arrangements von diversen HRK-Titeln und neues Material.
Die neuen Versionen haben durchaus ihren Reiz, lediglich die über 10 Minuten lange Version von "Aller Herren Länder" will mir nicht gefallen; Geschmackssache, ich weiß, aber ich denke mal, sowas funktioniert nur live (also direkt vor Ort) richtig gut. Ist mir einfach zuviel Geschrappel.
Dafür gibt es eine leicht angepasste Version der "Bestandsaufnahme"; hätte ich nie gedacht, wo er sich doch immer so sehr dagegen gewehrt hat.
Auf jeden Fall ist "Räuberzivil" mal wieder extrem hörenswert; wer allerdings nur auf Kunzes Lieder steht und schon bei den "normalen" Konzerten die Augen verdreht, wenn sich ein Sprechtext einschleicht, sollte lieber die Finger davon lassen.