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Räuberhände: Roman
 
 
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Räuberhände: Roman [Gebundene Ausgabe]

Finn-Ole Heinrich
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 207 Seiten
  • Verlag: Mairisch Verlag; Auflage: 1., Aufl. (1. November 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3938539089
  • ISBN-13: 978-3938539088
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 214.437 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Finn-Ole Heinrich
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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Samuel achtet sehr auf sein Äußeres, nur seine Finger sind zerbissen. Wahrscheinlich ist es die Stelle, an der seine Ordnung am augenfälligsten bröckelt: Das Chaos am Ende seiner Finger ... Es sind die Räuberhände, die ihn verraten. In seinem Debüt erzählt der 25-jährige Cuxhavener Finn-Ole Heinrich von den besten Freunden Samuel und Janik und liefert damit einen grandiosen Coming-of-Age-Roman hoch zwei. Denn seine 20-jährigen Helden haben bei der Suche nach einem Plan fürs Leben komplett unterschiedlichen Voraussetzungen. Die Eltern von Erzähler Janik sind Oberstudienräte, die alles richtig machen. Eigentlich würde Janik am liebsten deren Lebensentwurf kopieren. Aber das geht natürlich nicht - und so rebelliert er dagegen, dass er keinen Grund zur Rebellion hat. In seine Freundin Lina investiert er wenig Gefühle, während Janiks Empfindungen für Samuel oft den Rahmen einer konventionellen Freundschaft sprengen. Aufgewachsen sind die beiden Jungs wie Brüder; Janiks Eltern haben Samuel quasi adoptiert, da seine alleinerziehende Mutter eine Alkoholikerin ist. Samuel glaubt zu wissen, dass sein Vater Türke ist, und er flüchtet sich immer mehr in eine Fantasieidentität. Als nach dem Abitur ein verhängnisvoller Fick die Freundschaft der beiden bedroht, entschließen sie sich zu einer Reise nach Istanbul mit offenem Rückfahrtsdatum. Zwar steht Finn-Ole Heinrich der Poetry-Slam-Szene nah, doch unterscheidet er sich von seinen rabaukigen und auf Hippness bedachten Kollegen, indem er mit großer Sensibilität tiefgehende Pychogramme zeichnet. Statt auf Plakativität vertraut er lieber auf Zwischentöne und eindringliche Aussparungen. Wie schon beim Erzählungsband "die taschen voll wasser" sind es vor allem der szenische Bau und die ungekünstelten Dialoge, die seine Figuren sehr nah an den Leser heranrücken: vermutlich ein Nebenertrag aus Heinrichs Filmstudium. Bleibt nur zu hoffen, dass er sich in Zukunft nicht vollständig aufs Filmgeschäft verlegt. Denn für die Literaturszene ist er derzeit die wohl größte Nachwuchshoffnung. (cs)

WDR einslive.de, 10.12.2007

"Dieser Mann kann Kopfkissensätze erfinden, zum aufsticken oder auch zum niederknien"

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Das kennt jeder: Diesen Moment im Kino, mitten in diesem besonderen Film, in dem diese eine Sache passiert und der ganze Saal raunt. Man möchte aufspringen und applaudieren. So ein Moment habe ich tatsächlich beim Lesen von Finn-Ole Heinrichs Debüt-Roman 'Räuberhände' erlebt. Auf Seite 195.

'"Wer ist stärker?'"

In einem Satz läuft die gesamte Erzählung zusammen und verdichtet sich auf eine einzige Frage. Und doch ist das Buch mehr: Es ist immer wieder diese besondere Erzählstimme von Heinrich. Seine spürbare Sucht nach Bildern, der er sich ergibt und dessen Resultat Passagen wie diese hier sind:

"'Istanbul ist ein Schlauch. Ein heißer Raum ohne Anfang und Ende, der an meinen Nerven zerrt und überlaut die Töne aufeinanderschichtet, von allen Seiten Gerüche in meine Nase fächelt, die wie Feinde sind.'"

Ich war noch nie Istanbul. Und doch nimmt mich Janik, Heinrichs Ich-Erzähler, an die Hand und irrt mit mir durch das Labyrinth dieses stickigen Molochs. Auf der Suche nach ... Aber nein. 'Räuberhände' ist eines von den Büchern, bei denen es schlimmer wäre, die Geschichte als das Ende zu erzählen.

Eine Geschichte, durch die Heinrich (Foto) seine Figuren scheucht. Sie mit ihrem Schicksal schlammcatchen lässt. Janik, Samuel, Bubu, Lina, Irene und immer wieder die Eltern. Figuren, die mit feinem Strich gezeichnet sind und dabei doch deutliche Konturen bilden ohne auch nur einmal einen stereotypen Finger zu heben.

"Lina hatte raspelkurzes schwarzes Haar und Augenbrauen, die einen Schwung haben, dass man darin Achterbahn fahren möchte, Augenbrauen wie sie selbst, etwas übertrieben und auf eine elegante Weise exaltiert. Die Brauen sind ein hauchdünner Rahmen für ihre unglaublich großen, runden tiefen Augen, die braun sind und eigentlich schwarz vor lauter Pupille und ruhig und im selben Moment etwas spitz, schelmisch, so, als hätte Lina immer noch etwas in der Hinterhand, einen Witz etwa.'"

Wer möchte sich nicht mit dieser Lina auf ein Schokoeis treffen, die Füße im Fluss baumeln lassen und einfach dort sein, weil es keinen besseren Ort gibt als diesen.

Am Ende legt man das Buch zur Seite, löscht das Nachtlicht und schließt die Augen. Eine der wundervollsten Erzählungen über Freundschaft und das Übertreten der Schwelle zum Erwachsenwerden hinter sich lassend. 'Räuberhände' ist eins von den Büchern, die man noch einmal lesen möchte. Nicht, weil man es nicht verstanden hat, sondern weil man es genossen hat. Ja. Ich denke 'Räuberhände' werde ich noch einmal lesen. (Nach dem hier natürlich.) Ich muss es einfach wissen:

'"Wer ist stärker?'"

Ich ahne es, Finn!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
ein erstaunliches ding 17. Juni 2008
Von steak
Format:Gebundene Ausgabe
dieses buch hat mich erstaunt. man liest und liest wie hypnotisiert und merkt dann erst, dass man mittendrin ist. gerade die klare, unaufgeregte sprache bringt einem die protagonisten ungewohnt nahe. das sind keine literarischen figuren, das sind lebendige wesen! ein buch zum drin versinken. das beste daran ist, dass der autor einen so richtig mitfühlen lässt. vorallem Irene, die "pennermutter" habe ich gemocht, als würde ich sie seit jahren kennen. gleichzeitig driftet das buch niemals in den kitsch ab, sondern findet immer genau den richtigen ton für diese bewegende, spannende geschichte. ein liebevolles buch,- und ein lese-muss, genauso wie das erste buch von finn ole heinrich "die taschen voll wasser". mehr davon!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dennis T.
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Als ich das Buch "Räuberhände" von Finn-Ole Heinrich in meinen Händen hielt, hatte ich noch keine Ahnung, wie sehr mich dieses Buch faszinieren wird. Außer den kurzen Zitaten aus verschiedenen Medien, die das Buchcover verzieren und dem Klappentext, der wenig Auskunft über die zu erwartende Geschichte gibt, habe ich nichts über das Buch gewusst und wollte dies auch nicht. Somit konnte ich mir mein eigenes Bild von dem Roman machen und wusste nicht, was mich in dem Roman erwarten wird.
Normalerweise lese ich nur mehrteilige Fantasy-Romane, die alles andere als nah an der Realität sind wie z.B. die Harry Potter oder Eragon Reihe. Somit war der Roman "Räuberhände" so gut wie Neuland für mich.
Während des Lesens war ich in Gedanken nicht mehr auf dem Sofa, sondern immer bei Samuel und Janik, denen man gerne beim erwachsen werden folgt. Das Buch hat mich sehr in seinen Bann gezogen und wenn ich mal Pause machen musste mit dem Lesen, dann habe ich mich immer darauf gefreut zu erfahren, was als nächstes passiert. Meine Leseerfahrung fällt also komplett positiv aus.

Meine Lesefreude setzte sich aus vielen kleinen Stücken zusammen und ergaben am Ende ein komplettes großes, positives Bild.
Zum Einen bietet das Buch eine unglaubliche Bandbreite an persönlichen Identifikationsmöglichkeiten. Mit den Hauptfiguren konnte ich mich gut identifizieren. Janik habe ich als sehr gefühlvollen und fürsorglichen Menschen kennengelernt, der offener dafür ist, über eigene Gefühle zu reden und der nicht so verschlossen und "stark" wie Samuel ist. Dass die beiden Hauptfiguren so unterschiedlich sind und doch trotzdem durch dick und dünn zusammen gehen, finde ich sehr bewundernswert. Dadurch schafft der Roman ein Bild von Freundschaft, welches in vielen Hinsichten erstrebenswert ist. Die Pubertät ist die Zeit, in der die Eltern schwierig werden und die jeder Mensch durchmachen muss. Ich persönlich konnte somit den Drang nach Freiheit, sowie die Suche nach sich selbst, sehr gut nachvollziehen, weil ich diese Zeit selber gerade erst durchgemacht und in manchen Hinsichten sicher noch nicht abgeschlossen habe.
Ein anderer Punkt, der zur Lesefreude geführt hat war die Sprache. Der Autor hat einen, an die Jugendsprache angepassten Sprachstil verwendet, der einem den Lesefluss ermöglicht und dem es an Fachwörtern, sowie verschachtelten Satzstrukturen mangelt. Gleichzeitig war die Sprache aber auch sehr bildhaft und gefühlvoll, sodass man sich gut vorstellen konnte, wo sich die Personen gerade befinden und wie sich die Personen in bestimmten Umgebungen fühlen.
An ein paar Stellen hat mich das Buch auch verwirrt, zum Beispiel habe ich mich immer gefragt, ob Janik mehr als nur Freundschaft für Samuel empfindet, weil immer Andeutungen gemacht worden sind, dass er ihm nah sein möchte. Diese anfängliche Verwirrung führte dann eher zu Spannung, weil ich herausfinden wollte, ob sich dieser Strang weiterentwickelt oder sich irgendwann verliert.
Eine kleine Schwierigkeit am Anfang war, dass man sich erst einmal bewusst machen musste, dass es drei verschiedene Handlungsstränge gibt, die zu verschiedenen Zeitpunkten im Leben von Janik stattfinden und am Ende alle zusammen führen. Dies hat sich aber schnell wieder gelegt, als man den Aufbau des Romans durchblickt hat.
Ich habe während des Lesens die ganze Zeit darauf geachtet herauszufinden, warum der Autor das Buch "Räuberhände" genannt hat. Oberflächlich gesehen bezeichnet der Ausdruck die Hände von Samuel. Wenn man jedoch rückblickend auf die komplette Handlung schaut beschreiben sie genau das, was die beiden Jungs in der Pubertät durchmachen mit besonderem Augenmerk auf Samuel.
Er achtet sehr auf sein gepflegtes Äußeres, jedoch spiegeln seine kaputten Fingerkuppen seinen inneren Kampf wider und was er mit Worten nicht ausdrücken kann. Er hat gelernt, sehr stark zu sein und seine Gefühle unter seinem harten Äußeren zu verbergen, denn Schwäche konnte er während seiner Kindheit nicht zeigen, weil seine Mutter alkoholabhängig war und bis zu ihrem Tode auch noch ist. Er musste für sie stark sein und durfte nicht an ihrer Alkoholsucht zerbrechen. Dieser innere Kampf zwischen Fürsorge und Kraft für seine Mutter und der Drang nach Freiheit und die Selbstfindung spiegeln sich in dem Titel "Räuberhände" wieder.
Der letzte Punkt, der mir erst ganz zum Schluss aufgefallen ist, aber das Buch noch interessanter gemacht hätte ist der, dass zu jedem Kapitelbeginn ein kleiner Text steht, der, wenn man alle nach einander liest, eine eigene kleine Geschichte ergeben. Dort ist Janik in der Wohnung von Irene und Samuel und räumt diese nach ihrem Tode aus. Während des Lesens habe ich das wirklich geniale Extra, welches Auskunft über das Ende gibt, leider nicht ganz verstanden bzw. bemerkt. Rückblickend finde ich es jedoch sehr gelungen.

Alles in einem finde ich das Buch einfach nur faszinierend. Besonders für Jugendliche, die selber den Drang verspüren, die Welt selbst zu entdecken und frei von elterlichen Regeln zu sein, ist das Buch sehr zu empfehlen.
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