Aus der Amazon.de-Redaktion
„Ein äußerst unwilliger und unfolgsamer Knabe“, schreibt ein Lehrer bereits über den neunjährigen Mathias: „Eine Zuchthauspflanze“. Dabei hätte aus dem jungen Kneißl auch ein ordentlicher Handwerker werden können. Doch im ausgehenden 19. Jahrhundert war sein Schicksal als Sohn eines armen Müllers, den die Not zum Wilderer gemacht hatte, vorgezeichnet. Als der Vater in Folge eines Diebstahls ums Leben kommt und die Mutter wegen Hehlerei im Gefängnis landet, bleiben die noch minderjährigen Kinder sich selbst überlassen. Aus Hunger beginnen die beiden Brüder Alois und Mathias zu stehlen und landen alsbald selbst im Gefängnis. Nach Jahren endlich aus der Haft entlassen, will Mathias ein ehrliches Leben beginnen. Doch die Gendarmerie lässt keine Gelegenheit aus, ihn zu schikanieren, so dass er bald wieder auf der Straße steht und sich erneut aufs Stehlen verlegt. Der Traum, mit seiner Geliebten Mathilde nach Amerika, ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten auszuwandern, scheint zum Greifen nahe. Doch durch Verrat sieht sich Mathias mit der Waffe in der Hand plötzlich zwei Polizisten gegenüber.
Marcus H. Rosenmüller produziert Filme wie am Fließband - in einer Qualität, die seines gleichen sucht: Nach seinem Debüt Wer früher stirbt, ist länger tot ist der Räuber Kneißl bereits der fünfte Film innerhalb von zwei Jahren, den der bayerische Regisseur aus Hausham am Tegernsee vorlegt. Und zum fünften Mal in Folge ist Rosenmüller und seinem Team ein herausragender Film gelungen, der sowohl durch die exzellente Besetzung als auch die visuell kraftvolle Inszenierung überzeugt. Der Räuber Kneißl ist das - letztlich tragische - Porträt des populären bayerischen Rebellen, das Rosenmüller als klassische Moritat mit den Zügen eines bayerischen Western in Szene gesetzt hat. Ein bisschen fühlt man sich an Butch Cassidy und Sundance Kid erinnert: Golden bricht sich das Licht in den bayerischen Wäldern, in denen sich Kneißl und die bayerische Gendarmerie eine wilde Jagd liefern. Der Soundtrack von Gerd Baumann liefert dazu die passenden Western-Klänge mit Banjo und bluesiger Slide-Gitarre.
Rosenmüllers ebenso vergnügliche wie hochdramatische Ballade über den bayerischen Volkshelden ist eine gelungene Mixtur aus modernem Heimatfilm, klassischer Räuberballade und anrührender Liebesgeschichte. Vor allem dank der exzellenten Schauspielerriege - Maximilian Brückner als Kneißl, Brigitte Hobmeier als seine geliebte Mathilde, Maria Furtwängler und Michael Fitz als Eltern und Thomas Schmauser als Gendarm Förtsch – ist das opulente Filmerlebnis ein wahrer Hochgenuss. Das Bonumaterial enthält ein interessantes und sehr unterhaltsames Making of mit vielen aufschlussreichen Interviews mit den Schauspielern, Regisseur Rosenmüller und dem Produktionsteam sowie ein längeres alternatives Ende. Für den Fall, dass der bayerische Dialekt Probleme bereitet, lassen sich deutsche Untertitel dazuschalten. -- Ellen Große
Movieman.de
Marcus H. Rosenmüller hat erneut einen Film abgeliefert, der stark vom bayrischen Lokalkolorit lebt. Und das gilt hier umso mehr, da es sich um eine Geschichte handelt, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielt. Dabei sollte man jedoch nicht erwarten, eine Art "Robin Hood"-Geschichte geboten zu bekommen. Dafür sind die Taten des Räubers Kneißl dann doch etwas zu sehr dem eigenen Vorteil verhaftet. Die Umsetzung der Geschichte ist dennoch packend, denn die Geschichte vom eigentlich unschuldigen Outlaw, der versucht, sein Leben zu verbessern, ist ein starker Stoff, der von Rosenmüller so inszeniert wurde, als hätte man einen klassischen Western vor sich. Aufgrund des starken bayrischen Dialekts wird der Film aber wohl außerhalb Bayerns nur wenige Zuseher finden, auch wenn die DVD zum besseren Verständnis noch deutsche Untertitel an Bord hat. Fazit: Packendes und sehr authentisch wirkendes Drama um einen Räuber, der eigentlich nur ein freies Leben führen wollte.
Moviemans Kommentar zur DVD: Schönes Bild geht einher mit überzeugendem Ton. Das Bonusmaterial ist interessant ausgefallen. Alles in allem eine schöne DVD.
Bild: Die Bildqualität ist überzeugend. Die Farben geben sich sehr natürlich. Das Grün der Wiesen ist saftig, aber auch die restliche Farbpalette ist realistisch umgesetzt. Rauschen ist in erkennbarer Form vorhanden. Der Kontrast ist sehr natürlich ausgefallen. Es gibt Anflüge von Überstrahlen, aber das ist kaum der Rede wert. Bei Szenen, die zur Nacht spielen, wird auf natürliche Beleuchtung gesetzt. Dennoch sind die Konturen stark gezeichnet und der Schwarzwert ausreichend stark vorhanden, so dass man schwarze Elemente in der Dunkelheit voneinander unterscheiden kann. Teils ist deutliche Halo-Bildung erkennbar (00:01:26; Silhouetten).
Ton: Der Ton ist sehr fein umgesetzt. Die Dialoge sind akustisch gut zu verstehen und weißen gute Dynamik auf. Dazu kommt, dass die Umgebungsgeräusche sehr filigran und weitreichend aufgezogen sind, so dass man immer mal wieder schöne atmosphärische Tonwiedergabe erhält. Der DD 5.1-Ton klingt dabei noch etwas weiter aufgezogen, aber auch die 2.0-Spur ist sehr überzeugend ausgefallen.
Extras: Neben dem Trailer gibt es ein alternatives Ende und ein gut halbstündiges Making Of. In dem gehen die Produzenten auch darauf ein, warum man sich entschlossen hat, den Film in oberbayrischem Dialekt zu drehen. Das mag man rechtfertigen können, limitiert aber natürlich den Appeal des Films für Zuschauer, die des Dialekts nicht mächtig sind. Bedenklich ist auch, dass Marcus Rosenmüller mit wirklich hartem Dialekt spricht und sich nicht einmal für ein Making Of müht, sich so zu artikulieren, dass man ihn auch außerhalb Bayerns verstehen könnte. --movieman.de
VideoMarkt
Die Kneißls leben von der Wilderei, weil ihr Hof nicht genügend zum Leben hergibt. Gendarm Förtsch will sie unbedingt auf frischer Tat ertappen. Bei der Verhaftung stirbt der Vater, die Söhne sind wütend und verzweifelt und schießen auf die Polizisten. Beide landen im Gefängnis. Nur einer überlebt und kommt nach Jahren wieder frei. Mathias verliebt sich in Mathilde und will mit ihr nach Amerika. Doch dazu brauchen sie Geld, und Mathias hat seine ehrliche Arbeit schnell wieder verloren. Er sieht nur einen Ausweg.
Video.de
Heimatfilm, Abenteuer, Lovestory, Western und Sozialdrama mixt Marcus H. Rosenmüller ("Wer früher stirbt, ist länger tot") zu einem unterhaltsamen Kinoerlebnis um den bayerischen Volkshelden. Stefan Biebls Kamera schwelgt in satten Farben, opulenten Sonnenauf- und -Untergängen, entfaltet eine im deutschen Kino seltene visuelle Pracht. Die Lovestory zwischen Maximilian Brückner und Brigitte Hobmeier rührt in ihrer Einfachheit und durch die Ehrlichkeit der Gefühle. Trotz bitterem Ende feiert der Film das Leben und die Liebe.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Heimatfilm, Abenteuer, Lovestory, Western und Sozialdrama um den bayerischen Volkshelden.
Kurzbeschreibung
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhitzt der legendäre Räuber Robert Kneißl die bayerischen Gemüter. Während es sich die Obrigkeit zur ultimativen Aufgabe macht, den vielgesuchten Schwerverbrecher zur Strecke zu bringen, liebt das einfache Volk den Hias, der einer von ihnen ist und bis zuletzt jeder Niederlage trotzt, die ihm widerfährt. Wenn einer wie er keine Chance bekommt in der Heimat ein rechtschaffendes Leben zu führen, wird er nichts unversucht lassen mit seiner großen Liebe wo anders ein neues Leben zu beginnen: In Amerika. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit und es geht um nichts geringeres als um Leben und Tod.
Produktbeschreibungen
"Ich hab′ ein Auge auf Euch", droht der Dorfgendarm (Thomas Schmauser) der Familie Kneißl, die in der abgelegenen Schachermühle im Dachauer Land ein wildes Leben führt. Als Wilderer und Diebe halten sich die Kneißls notdürftig über Wasser, immer wieder schlagen sie der Obrigkeit ein Schnippchen. Doch dann verlässt sie das Glück: Der Vater (Michael Fitz) wird auf der Flucht von der Polizei erschlagen, die Mutter (Maria Furtwängler) muss ins Gefängnis. Kurz danach wird auch Mathias Kneißl (Maximilian Brückner) wegen einer Schießerei unschuldig eingesperrt.
Als er endlich aus der Haft entlassen wird, steckt er voller Zukunftspläne: Er will ein anständiges Leben führen und träumt davon, mit seiner großen Liebe Mathilde (Brigitte Hobmeier) in Amerika neu anzufangen. Doch dafür fehlt das Geld, denn ehrliche Arbeit bekommt der "Zuchthäusler" nicht. In seiner Not lässt er sich auf einen "todsicheren" Raubzug ein: Bei den reichen Bauern gibt′s fette Beute. Bald sucht die Polizei fieberhaft nach dem Räuber Kneißl, der einfach nicht zu