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Natürlich, eine alte Handschrift, die erst vor kurzer Zeit von dem Altphilologen Montalo herausgegeben wurde und der eigentlichen Hauptfigur des Romans, einem eigenbrötlerischen Übersetzer, manches Rätsel aufgibt. Denn er soll die Geschichte des Herakles Pontor aus dem Altgriechischen übertragen, stößt dabei jedoch immer wieder auf Hinweise, dass sich hinter diesem Text mehr verbirgt als nur ein spannender Kriminalfall. In immer ausführlicheren Fußnoten kommentiert er seine Arbeit, bis die Romanwelt in seine Wirklichkeit einbricht und sein Verständnis von Fiktion und Realität ins Wanken bringt.
Das Rätsel des Philosophen ist ein ungemein geschickt in Szene gesetztes Verwirrspiel des Autors mit seinem Leser. Auf einer Erzählebene schildert er die Ermittlungen des Rätsellösers in Athen in den Jahren nach dem Peloponnesischen Krieg. Parallel dazu meldet sich der Übersetzer dieses altgriechischen Romans zu Wort, der im Text immer mehr Spuren seiner selbst entdeckt. Platons Ideenlehre folgend gelingt es dem Roman im Roman, nicht nur den Begriff einer Sache und seine Definition zu enthalten, sondern auch die Idee von dieser Sache. Dabei setzt Somoza keinerlei philosophisches Fachwissen voraus, sondern schlägt unablässig intellektuelle Kapriolen, die den Leser mindestens so sehr verblüffen und begeistern wie die überraschenden Wendungen des Kriminalfalls. Ein kleines Meisterwerk: ein postmoderner Kriminalroman, der unterhaltsamer nicht sein könnte. Wer hätte das für möglich gehalten? --Hannes Riffel -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Gerade daher verwundert es, ein eher schwaches Buch wie "Das Rätsel des Philosophen" zu lesen. Im Wesentlichen geht es erstmal darum, daß ein junger Mann tot aufgefunden wird in den Wäldern. Alles deutet zunächst daraufhin, daß er von Wölfen getötet wurde. Nur dem aufmerksamen Augen von Herakles Pontor entgeht eine Kleinigkeit nicht und so nimmt er seine "Ermittlungen" auf. Von Beruf her ist er Rätsellöser und sein Nebenpart in diesem Buch ist Diagoras, der Philosoph. Letztenendes gibt es noch mehr Tote und eine Einführung in die philosophische und Sektenwelt des alten Athens.
Was sich am Anfang als Fußnoten eines Übersetzers ausgibt, entwickelt sich zu einem zweiten Handlungsstrang. Beide verweben sich erst auf den letzten Seiten des Buches. Man mag es als tolle Idee gelten lassen, für mich war es einfach nur nervig und wenn nicht meine Freundin das Buch vor mir gelesen und gesagt hätte, es wird nochmal spannend, hätte ich es spätestens zur Mitte weggelegt.
So hat es doch noch ein überraschendes Ende, daß für manches entschädigt, aber so wirklich retten konnte es das Buch im Ganzen nicht mehr retten. Schade, die anderen Bücher von Somoza sind eindeutig besser.
Die Idee der Geschichte ist durchaus witzig. Dennoch ist die philosophische und geschichtliche "Verpackung" des Ganzen eine Lüge, schlecht recherchiert und banal. Die in dem Buch behandelte Idee gelangt nicht weiter als zur Erklärung der Sache, die Begründung einer Intention.Wegen des guten Ansatzes zwei Sterne, sprachlich und spannungsmäßig ganz klar einer.
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