'Die Rätsel von Badger's Drift' ...
... ist eine von Anfang bis Ende phantastisch erzählte Story, ein Muss für jeden Leser, der einen guten Kriminalroman zu schätzen weiß.
'Requiem für einen Mörder'
Ich bin seit Jahrzehnten eine begeisterte Leserin gut gemachter Kriminalromane und habe ' auch wenn mir das Lesen langwieriger Passagen noch so sehr Zeit und Nerv gekostet hat, eines NIE gemacht: die letzten Seiten nach dem Namen des Täters durchforstet. Dieser Roman ließ mir keine Alternative: Jeder Krimikenner weiß, wie schwer es ist, eine spannende Handlung in einem Theaterensemble anzusiedeln, zumal der Leser mit der Dramenhandlung, den Figuren des Stücks, den sie verkörpernden Schauspielern und dazu noch mit deren realem Leben erzählerisch so konfrontiert werden muss, dass er stets Herr seiner Perspektive bleibt. Dieser Krimi ' Tatort ist einer der schwierigsten überhaupt und deshalb für jeden erfolgsverwöhnten Autor auch sehr reizvoll, es bleibt mir persönlich aber ein Rätsel, weshalb sich Caroline Graham daran gemacht hat.
Keine Frage, so ein Vorgehen braucht viel Raum für den Vorspann, schließlich wollen die Schauspieler, ihr reales Leben, ihre Rolle innerhalb des Ensembles und ihre Rolle im Stück selbst vorgestellt werden, schließlich soll der Leser stets das Gefühl haben, am Puls des Tatorts zu sein.
Dieses schwierige Unterfangen aber ist selbst Caroline Graham nicht gelungen: Der Vorspann geriet arg lang (kein Wunder, das Tatort-Ambiente und das darin verwickelte Privatleben aller Protagonisten musste vorgestellt werden), Inspector Barnaby ist dem Leser vor Beginn der Handlung weit voraus, weil seine Frau Joyce schon einige Zeit im Theater von Causton mitarbeitet, er kennt sogar, im Unterschied zum Leser, den Täter und sein heimisches Umfeld recht gut.
No, Mrs Graham, ich bin zwar ein Fan von Ihnen, aber diese Leistung hat mich enttäuscht.