Die vorgelegte Sammlung beschäftigt sich mit der Gegenwart und Zukunft der Publikumszeitschriften. Die Geschäftsmodelle der Verlage basieren auf zwei Säulen: Dem Vertrieb (Verkauf von Zeitschriften) und dem Anzeigenmarketing. Das Anzeigengeschäft ist in der gegenwärtigen Rezession sinkend, das Vertriebsgeschäft lahmt indes schon seit längerem, weshalb die Verlage insgesamt unter Druck geraten. Benachteiligt von der Rückwärtsentwicklung des Vertriebgeschäfts sind aber auch Händler und Grossisten, die deswegen teilweise um ihre Existenz bangen müssen. In dem Band werden die unterschiedlichen Ursachen des Rückgangs beleuchtet. Verschiedene Experten beschreiben die aktuellen Entwicklungen der vergangenen Jahre und berücksichtigen dabei auch Daten, die nicht öffentlich zugänglich sind. Dabei wird die Ursache in der Entwicklung in einem ganzen Set an Einflüssen gesehen, zu denen natürlich auch die Entwicklung des Internet gezählt wird. Aber auch die Entwicklung der elektronischen Medien insgesamt beeinflusst die Zeitschriftennutzung. Dabei kommt es nicht zur Kannibalisierung, sondern zu Funktionsverschiebungen zwischen den Mediengattungen. Damit stellen sich weniger für Zeitschriften insgesamt Herausforderungen, sondern für einzelne Titel spezifische Herausforderungen. Mittelfristig gibt es ganze Bevölkerungssegmente, die sich von Zeitschriften entfernen, andere Segmente bieten durchaus noch Wachstumsspielraum. Das erfordert aber auch Änderungen der Titellandschaft. Die Handlungsspielräume, die sich an den Verkaufsstellen selbst bieten, sind daher gar nicht so groß. Hier muss deutlich zielgruppenspezifischer und in weiterer Professionalisierung der Händler gearbeitet werden.
Dem Herausgeber gelang es, einen lesefreundlichen und anregenden Band zu erstellen. Einzelne Themen werden mit Experteninterviews aufgelockert. Hinter jedem Kapitel ist eine Zusammenfassung angefügt, um auch Leser mit wenig Zeit die Essentials der einzelnen Abschnitte nahezubringen. Eine durchaus vorbildliche Leistung. Statt einer Zusammenfassung schließt der Band mit einem Interview von Klaus Schönbach ab, eines renommierten Kommunikationsforschers. Es macht Mut ' und beunruhigt andererseits: 'Zeitschriften wird es immer geben. Was ihre physische Form dagegen angeht, da werden wir uns auf Wandel einstellen müssen.'