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Quo vadis?: Vollständige Ausgabe Taschenbuch – 2000

30 Kundenrezensionen

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 621 Seiten
  • Verlag: dtv (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423128259
  • ISBN-13: 978-3423128254
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,9 x 4,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (30 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.173.857 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Quo vadis?
OT Quo vadis? OA 1896 (Vorabdruck 1895 in Gazeta Polska) DE 1899 Form Roman Epoche Realismus
Der Roman Quo vadis? von Henryk Sienkiewicz ist eines der spektakulärsten Werke der polnischen Literatur. Sowohl in Polen als auch in anderen europäischen Ländern wurde er gleich nach seinem Erscheinen vom Lesepublikum mit großer Begeisterung aufgenommen, die Kritik hingegen reagierte zurückhaltend bis empört.
Inhalt: Quo vadis? spielt zur Zeit Neros (54–68) in Rom. Der junge Patrizier Vinicius verliebt sich in Lygia, Christin und Tochter des Lygierkönigs, die in Rom als Geisel gehalten wird. Diese flieht mithilfe ihres Dieners Ursus vor den Zudringlichkeiten von Vinicius zu ihren Glaubensbrüdern. Als Vinicius sich entscheidet, zum Christentum überzutreten, um Lygia zu gewinnen, lässt Nero Rom anzünden: Er sitzt an einem Werk über den Untergang Trojas und erhofft sich vom Brand der Stadt dichterische Inspiration. Die Tat lastet er den Christen an. Bei der nun einsetzenden Christenverfolgung werden Lygia und Vincius verhaftet und für den Zirkus bestimmt. Ursus rettet Lygia von den Hörnern des Auerochsens, woraufhin sie und Vinicius begnadigt werden und zueinander finden.
Zentrale Idee und Fokus des Werks ist die Legende, nach der der Apostel Petrus auf der Flucht vor der Christenverfolgung und dem zu erwartenden Martyrium Christus begegnet und ihn fragt, »Domine, quo vadis?« (»Herr, wohin gehst du?«). Christus antwortet, er gehe nach Rom zu seinem verlassenen Volk, um sich ein zweites Mal kreuzigen zu lassen. Beschämt kehrt darauf Petrus in die Stadt zurück und teilt das Schicksal der Christen.
Quo vadis? ist im doppelten Sinne das Buch eines zu Ende gehenden Zeitalters. Das dekadente, gleichzeitig jedoch von Leben pulsierende Rom Neros befindet sich auf dem Höhepunkt seiner Macht. Ihm wird die tugendhafte und sehr junge Christengemeinde gegenübergestellt. Der Konflikt zwischen den beiden Welten ist auch ein Konflikt zwischen materieller und geistiger Macht. Die römische Zivilisation krankt am Sittenverfall der Elite, an dem sie auch zu Grunde gehen wird. Der wahnsinnige Kaiser muss zu Gunsten der christlichen Welt abtreten. Da diese aber im Buch keinen würdigen Vertreter findet (Lygia bleibt in dem Roman eher blass), ist Quo vadis? eher der Abschied von einer untergehenden Welt als die Begrüßung des Neuen.
Aufbau: Quo vadis? ist ein Beispiel für einen mustergültig konstruierten Roman. Der romantische Handlungsfaden der Liebesgeschichte zwischen Vinicius und Lygia ist eng verflochten mit dem Handlungsfaden der Christenverfolgung. Mit diesen beiden Hauptsträngen sind verschiedene elegant geführte Nebenstränge verzahnt, die den Leser an den Hof Neros, in den Palast des Petronius, in die römischen Vorstädte usw. führen. Zahlreiche monumentale Bilder wie das brennende Rom, das Amphitheater mit den Gladiatoren oder die Christenverfolgung werden in einer archaisierenden und zugleich anschaulichen Sprache dargestellt.
Wirkung: Der Erfolg von Quo vadis? war groß; der Roman wurde in über 40 Sprachen übersetzt, für die Bühne adaptiert, als Oper aufgeführt (Vertonung durch Henry Cain, Text von A. S. J. Brenon, Uraufführung London 1911) und mehrfach verfilmt (u. a. 1951 mit Peter Ustinov in der Rolle des wahnsinnigen Nero und Deborah Kerr als Lydia).
1905 erhielt Sienkiewicz für Quo vadis? überraschend den Literaturnobelpreis – überraschend insofern, als damit ein Werk in einer Sprache ausgezeichnet wurde, deren Träger keinen eigenen Staat besaßen und die seit über 100 Jahren keine Amtssprache mehr war. Gleichzeitig war der Roman Anlass für eine weit über Polen hinaus gehende Kampagne gegen Sienkiewicz. Dem Autor wurde intellektuelle Oberflächlichkeit, Unkenntnis der historischen Begebenheiten und Plagiat vorgeworfen. Auf Quo vadis? geht schließlich das berühmte Diktum von Witold R Gombrowicz zurück, nach dem Sienkiewicz unbestritten der erste unter den zweitklassigen Schriftstellern sei. S. M.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Henryk Sienkiewicz (Ps. Litwos) wurde 1846 in Wola Okrzejska, Polen, geboren und starb 1916 in Vevey Schweiz. 1905 wurde er für »Quo vadis?« mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.


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Kundenrezensionen

4.2 von 5 Sternen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Hardy Brave am 24. November 2009
Format: Taschenbuch
Eines gleich vorweg: Auf die mangelhaften Ausgaben von "Quo vadis" (Setzfehler etc.), die von einigen Rezensenten zu Recht kritisiert worden sind, ist man dank dieser dtv Ausgabe nicht mehr angewiesen.

Der Roman "Quo vadis" hat bei mir einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen, wobei der positive Eindruck letzten Endes doch überwogen hat. Die Stärken dieses Romans liegen in der Fähigkeit des Autors Charaktere von unvergesslicher Plastizität zu zeichnen (Petronius, Nero und seine Höflinge, Chilon...) sowie in den großartig geschilderten Massenszenen wie z.B. dem Gastmahl Neros, dem Brand Roms etc. Außerdem steht einem Lesegenuss auch in sprachlicher Hinsicht nichts im Wege, der gelungenen deutschen Übersetzung sei Dank.

Sienkiewicz will in seinem Werk vor allen Dingen aufzeigen, dass die "verrohte und menschenverachtende" Welt des ersten nachchristlichen Jahrhunderts das Christentum als einzig mögliche Alternative zu einer besseren Gesellschaftsordnung besitzt. Und das ist meiner Ansicht nach auch der Schwachpunkt des Romans. Für meinen Geschmack idealisiert Sienkiewicz die Christen zu sehr; alles blasse, eindimensional-tugendhafte Charaktere. Daraus resultiert auch so manche Schwäche des Buches.

Insgesamt hebt sich der Roman "Quo vadis" deutlich vom Mittelmaß ab, wenngleich er sicher nicht der ultimative historische Roman ist, wie oft behauptet wird.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von faustino888 am 13. August 2010
Format: Gebundene Ausgabe
"Quo Vadis" ist ein Roman, der alle Zutaten eines historischen Abenteuerromans enthaelt und neben Spannung und Abenteuer Informationen und Zusammenhaenge geschichtlichen Ursprungs enthaelt. Die Grundlage der Geschichte, die zur Zeit Neros spielt, ist die Liebe des Patriziers Vincius zu der Christin Lygia, deren christlicher Glauben zunaechst staerker ist als ihre Liebe. Rom befindet sich auf dem Hoehepunkt seiner Macht und laesst den sich anbahnenden Untergang erkennen, der sich in der Dekadenz Roms und seiner Bewohner manifestiert. Auf der anderen Seite eine neue, dynamische Bewegung, die die etablierten Kraefte Roms bedroht und von diesen zur Verfolgung freigegeben wird. In diesem Umfeld finden Vincius und Lygia zusammen. Ihre Liebesgeschichte bildet den einen Hauptstrang der Geschichte, diesem gegenuebergestellt wird die Verfolgung der Christen. Viele kleine Erzaehlstraenge sorgen fuer die Komplexitaet, die der im Roman abgehandelten Zeit gerecht wird. Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, die Handlung jederzeit nachvollziehbar und sehr spannend. Obwohl das Werk mehr als 100 Jahre alt ist, ist die Uebersetzung sehr gelungen und keineswegs ein Hinderungsgrund den Roman zu lesen. Empfehlenswert.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von booklover 67 am 28. Juli 2001
Format: Taschenbuch
Diese Geschichte enthält absolut alles was ein gutes Buch ausmacht: Interessanter geschichtlicher Hintergrund, Spannung, faszinierende und lebendige Charaktere und eine Liebesgeschichte, die diesen Namen auch wirklich verdient. Der junge Marcus Vinicius, ein gefeierter römischer Soldat, begehrt die junge Lygia. Wie sich dieses Begehren in echte Liebe verwandelt und Marcus dabei zum Christen wird, darum geht es hauptsächlich in diesem Buch. Auch wenn man kein gläubiger Christ ist (sowie ich) wird man diese Wandlung interessant und glaubwürdig finden. Mir ist durch dieses Buch die Faszination des Christentums und ihr letztendlicher Sieg über den Vielgötterglauben in Rom überhaupt erst klar geworden. Leider werden heute solchen epischen Meisterwerke nicht mehr geschrieben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von callisto TOP 500 REZENSENT am 7. Juli 2011
Format: Taschenbuch
Rom 64 n. Chr. Der junge Patrizier Marcus Vinicius verliebt sich in die Ligia eine Geisel aus königlich lygischem Hause, die von ihren Zieheltern wie ein eigenes Kind geliebt und ausgebildet wird. Wie ihre Ziehmutter ist Ligia Christin und hat andere Wertvorstellungen, als die normale römische Frau, was Vinicius nicht verstehen kann oder will. Mit Hilfe seines Onkels Petronius lässt er Ligia ihren Zieheltern wegnehmen, in den Palast Neros bringen, um sich die Geisel dann vom Kaiser schenken zu lassen. Ligia jedoch will sich nicht wie ein Sklave verschenken lassen und ihr Leben als Mätresse verbringen und taucht mit Hilfe ihrer christlichen Glaubensgenossen unter. Hin- und her gerissen zwischen Hass und Liebe macht sich Vinicius auf die Suche nach Ligia und diese Suche stürzt die Christen mitsamt seiner großen Liebe Ligia ins Unglück.

Wenn man sich Sienkiewiczs Werk so anschaut, passt Quo Vadis überhaupt nicht hinein. Sienkiewicz beschäftigt sich in fast allen seinen Büchern mit polnischen Helden und polnischer Geschichte. Warum dieser eine Roman aus der Frühzeit der Christen? Ich denke, das war ein Marketing Gag. 1880 erschien der historische Roman Ben Hur der ein Bestseller seiner Zeit war und Quo Vadis schwimmt auf dieser Begeisterungswelle für Romane der frühen Christenzeit mit. Sienkiewicz konnte durch diesen einen Welterfolg, diesen einen Bestseller seine hauptsächlich für polnische Leser interessanten Bücher auch ins Interesse seiner nicht polnischen Leser rücken und so die polnische Geschichte und das Volk ohne Land (Polen existierte zu dieser Zeit nicht mehr und war zwischen Preußen, Russland und Österreich aufgeteilt) ins Bewusstsein der Welt rücken.
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