Nein, an die ultimativen Klassiker Logos Live, Ricochet oder Encore kommt dieses Album nicht vorbei, aber diese Zeiten sind leider für uns Fans der elektronischen Musik für immer vorbei. Leider leider leider, man kann es nicht oft genug betonen.
Früher waren Tangerine Dream der "Heavy Metal" der elektronischen Musik, Rebellion gegen den Kommerz. Einfallsreichtum, Kreativität und die pure Freude an Zusammenarbeit waren Schlüssel zum Erfolg, die auch mit Soundtracks Marke Hollywood belohnt wurden.
Johannes Schmoelling, Peter Baumann, Christopher Franke, ja einst gar noch der Visionär Florian Fricke (Popol Vuh) hatten Tangerine Dream nicht nur beeinflusst, sondern gestaltet, belebt. Edgar Froese als Oberhaupt, Kult auch seine Soloalben Stuntman, Ages uvm. Auf diesem und den nachfolgenden Werken von TD sind die Stücke nur noch Schatten ihrer selbst.
Die oben genannten Musiker fehlen einfach. Die Austritte von Franke und Baumann haben Tangerine Dream geschwächt. Manche Stücke wirken/sind kraft- und ideenlos. So sehr ich Tangerine Dream auch mag, desto trauriger bin ich mit jeder Veröffentlichung der Froese Familie.
Der Name Tangerine Dream dient wohl nur noch dem Bekanntheitsgrad oder Aufgrund irgendwelchen Wirtschaftlichen Zwecken, die nur Herr Froese kennt.
Natürlich wäre die Musik der 70er und 80er Jahre nicht mehr "Zeitgemäß", zumindest nicht, wenn man damit Geld verdienen möchte. So bleibt uns im Grunde nur die Möglichkeit, die alten Scheiben wieder herauszuholen und in die Welten abtauchen, die uns einst so glücklich machten.
Aber selbst dies ist nicht möglich, denn in Digitaler Form hat unser aller Meister Edgar Froese selbst die Tangerine Dream Alben neu überarbeitet und Rhythmisch untermalt, so, als wären die Meisterwerke von früher nichts wert gewesen.
Das Album Quinoa versetzt einen wieder etwas zurück, bleibt aber trotz allem ziemlich glatt. Aber immerhin nimmt man sich die Zeit, die Stücke wieder auszukosten, so wie einst.
Es bedarf also schon eines "Fan-Album's" für einen kleinen, geringen Wiedererkennungswert der einstigen Pioniere der elektronischen Musik.
Quinoa ist ein Album, welches die TD Sammlung nicht unbedingt bereichert, aber immerhin besser ist, als was danach an Jahren herauskam. Leider.