Vorweg: Den perfekten Kinderwagen gibt es vielleicht nicht. Der Quinny ist sehr schwer (was aber den Herstellerangaben zu entnehmen ist und deshalb keine Überraschung sein sollte) und eignet sich nicht dazu, von Frau alleine U-Bahn-Treppen hinauf oder hinab geschleppt zu werden. Auch zu zweit kann das Schleppen noch eine sportliche Leistung sein, da der Wagen aufgrund seiner 3-Rädrigkeit leicht kippt. Das kommt auch zum Tragen, wenn man mit dem Wagen über Bordsteine oder andere Hindernisse fahren möchte. Das Vorderrad reagiert sehr sensibel und schert in alle möglichen Richtungen aus. Das Überwinden von kleinen Hindernissen geht mit einem 4-rädrigen Modell sicher einfacher.
Der Wagen liegt ansonsten jedoch gut auf der Straße und machte auch Touren auf holprigem Terrain wunderbar mit. Wir hatten einmal einen Platten, der sich jedoch problemlos flicken ließ.
Einen Punkt Abzug bekommt das Modell von mir, da die Bremse innerhalb weniger Monate nicht mehr zu betätigen war. Offenbar hat sich ein Sandkörnchen verklemmt, so dass sie nun nicht mehr zu gebrauchen ist.
Einen weiteren Punkt ziehe ich ab, da die Montage der Wagenteile extrem schwergängig ist. Mit Wagenteilen meine ich beispielsweise das Verdeck der Kinderschale oder das Gestell des Wagens, das man zusammenfalten kann, wenn es in den Kofferraum soll. Vom Hersteller gedacht ist, jeweils einen Mechanismus auf jeder Seite mit dem Daumen zu betätigen und dann das Verdeck (mit der Stirn?) bzw. das Gestell (mit dem Knie?) einzuklappen. Das funktioniert, man braucht jedoch gestählte Daumen dafür und am besten einen dritten Arm.
Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass die Babyschale m. E. etwas knapp konzipiert ist. Unser Töchterchen ist maximal durchschnittlich groß und konnte sehr früh sitzen, weshalb wir dann den Buggy-Aufsatz aufgebaut haben. Viel länger hätten wir die Babyschale aber auch nicht benutzen können, da die Kleine sonst oben und unten angestoßen wäre.