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Produktinformation
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De Sade, ein erhabener Hofnarr in liederlichem Zustand, ist um die Wende des 18. Jahrhunderts ein Gefangener der Anstalt von Charenton in Frankreich, und Rush erfüllt die Rolle mit dem wilden Drängen eines Schriftstellers, dessen sexuelle Fantasien seine einzige verbleibende Verteidigung gegen Unterdrückung und Heuchelei darstellen. Nachdem man ihm Tinte und Feder genommen hat, schreibt er mit Wein, mit Blut, dann den eigenen Exkrementen -- ein Abstieg in den Wahnsinn oder eine leidenschaftliche Auflehnung dagegen, zum Schweigen gebracht zu werden? Quills plädiert für die Freiheit des Ausdrucks ("welche Schönheit, welche Abscheulichkeit", wie einer der Charaktere vermerkt) während er anmerkt, dass alle Freiheit ihren Preis hat.
De Sade schmuggelt Manuskripte aus Charenton hinaus, wobei ihm Madeleine (Kate Winslet, Heavely Creatures, Titanic) hilft, eine jungfräuliche Waschmagd, die an de Sades skandalöser Prosa Geschmack findet -- eine göttliche Ironie, da ihr das Lesen vom Abt der Anstalt, Coulmier (Joaquin Phoenix, Gladiator, 8 mm), beigebracht wurde, dessen Verlangen nach Madeleine von der katholischen Obrigkeit unterdrückt wird. Die delikate Dynamik dieses Trios wird zusätzlich aufgeladen durch die Ankunft von Royer-Collard (Michael Caine, Gottes Werk und Teufels Beitrag, Miss Undercover), einem rechtschaffenen Heuchler, der de Sade ein für alle Mal zum Schweigen bringen soll. Als Theaterstück (worum es sich immer noch handelt, trotz der eleganten Filmarbeit von Kaufman) ist all dies sehr fesselnd, und obwohl Wrights literarischer Dialog de Sade auf scharfe Gegenäußerungen und höhnische Perversitäten beschränkt, so bestätigt doch die Intensität von Rushs Spiel, dass die Lage des Marquis keineswegs zum Lachen ist. Quills hat seine Aussage, macht diese ohne herablassend zu werden deutlich und kennt den Unterschied zwischen Wahnsinn und Leidenschaft. --Jeff Shannon
Trotz aller Dramatik zeigt der Film auch die komische, humorvolle Seite des Marquis, der es partout nicht lassen kann, seine Geschichten zu schreiben, obwohl diese das gesamte Land in Aufruhr versetzen.
Getragen von großartig aufspielenden Schauspielern, die eine höchst tragische, verruchte und trotzdem amüsante Geschichte zum Leben bringen, vermag es der Film, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen und bis zum Schluss nicht mehr loszulassen. Äußerst empfehlenswert!
Der Marquis de Sade, der inzwischen dank seiner pornografischen Schriften in einer psyschatrischen Anstalt einsitzt - eingewiesen von seiner Ehefrau, mit der ihn immer noch eine Art Hassliebe verbindet - versucht er seine literarischen Ergüsse zwanghaft niederzuschreiben und zu veröffentlichen, wobei ihm das Wäschemädchen Madeleine tatkräftig unterstützt, indem sie seine Manuskripte mit der Schmutzwäsche herausschmuggelt.
So kommt es wie es kommen muss und de Sade zieht mit seinem neusten, provokativen Werk „Justine" den Unmut von Kaiser Napoleon auf sich und ruft den Nervenarzt Royer-Collard auf den Plan, der ausgesandt wird, um den unliebsamen Literaten zum Schweigen zu bringen.
Selbiger Arzt versucht mit mittelalterlichen Foltermethoden psychisch Kranke zu heilen oder bestenfalls gefügig zu machen, worauf er bei dem Leiter der Anstalt, einem jungen Geistlichen, der versucht mit Mal-, Schreib-, und Spieltherapie seinen Schützlingen zu helfen, auf unerwarteten Widerstand stößt.
Bedroht von der möglichen Schließung seines Hospitals muss der junge Abbé trotzdem versuchen, den exzentrischen de Sade zum Schweigen zu bringen und gleichzeitig seine Liebe zu Madeleine zu verheimlichen, der er das Lesen beibringt und die tragischerweise dieses Können einsetzt, um de Sades pornografische Schriften zu lesen, was ihr letztlich zum Verhängnis werden wird.
Geoffrey Rush beweist hier, dass er nicht umsonst als exzellenter Schauspieler gilt. Mit seiner Darstellung des Marquis de Sade lässt er den Zuschauer gefesselt innehalten und verstört die Beweggründe des Literaten halbwegs erahnen. Niemals wirklich sympathisch und niemals wirklich abstoßend erscheint er heute als Künstler, der in unserer Zeit bestenfalls als exzentrisch gelten würde, zur damaligen Zeit aber den reinen Hass von Kirche und Politik auf sich zog.
Ein wirklich toller Schauspieler, der gerade mit Phoenix brillant spielt.
Michael Caine als kaltblütiger Arzt und Ehemann ist unantastbar gut und zeigt auch mal in einer etwas unliebsameren Rolle, dass er ein schauspielerisches Genie ist. Kate Winslet als unschuldiges und trotzdem verruchtes Wäschemädchen spielt leicht und sympathisch, sodass man ihr das Happy End unter allen Umständen Wünschen möchte. Auch ohne großes Make-up und Kostüm vermag sie den Zuschauer durch ihre Natürlichkeit zu überzeugen und hat mir sehr gut gefallen.
Und Juaquin Phoenix spielt hier wirklich umwerfend gut. Seine Mimik ist wirklich einmalig, er versteht es die Naivität des Priesters genauso dazustellen, wie seine Gutherzigkeit, den Glauben an das Gute und die Liebe oder das Verzweifeln an seiner Aufgabe. Wirklich außergewöhnlich gut, vor allem in der zweiten Hälfte des Filmes kann man nicht die Augen von seinem Gesicht nehmen.
Eine Schande, dass der Film so wenig von den Medien und dem Publikum gewürdigt wurde, weil er nicht nur Drama ist, sondern gleichzeitig auch gesellschaftskritisch, sowie humoristisch ( z.B. wenn der Marquis ein komplettes Manuskript auf sein Bettlaken schreibt ).
An Extras bietet der Film keine überragenden Errungenschaften. Ein Audiokommentar ist mit drauf, Extras in Bezug auf den Marquis de Sade, sowie das Hospital, Trailer und TV-Spots, Filmfacts....nichts großes eben, was sehr schade ist.
Das DVD-Menü ist ansprechend gestaltet, der Ton und das Bild sind beide scharf und lassen keine Wünsche auftauchen.
Alles in allem ein toller Film, der durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Ich war jedenfalls schwer beeindruckt.
Und noch ein Tipp: Unbedingt im Originalton ansehen, es lohnt sich.
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