Ich habe diesen Kühler nun ausgiebig in 6 Wochen getestet, weil ich gleichzeitig 3 PCs von mir und Bekannten „stubentauglich“ machen wollte, sprich richtig schön leise und nicht zu warm im Gehäuse. Dabei habe ich verschiedene Boards mit AMD,- und Intel-Prozessoren zu Auswahl gehabt sowie verschiedene Wärmeleitpasten. Und: getestet und verwendet an Office/Internet-PCs, keine „Zocker-Boliden“!
Übrigens: „Daniela Schmiedeke“ hat hier falsche Bilder eingestellt. Ihre Bilder sind vom „Dark Rock Pro 2“, der zwei Lüfter besitzt. Der „Advanced“ hat dagegen nur einen Lüfter.
Die Montage ist eigentlich ziemlich einfach zu lösen. In vielen Rezensionen, auch bei anderen Hardwareanbietern, haben sich ja stellenweise die „Schrauber“ die Finger bei der Montage „verbogen“. Also dem Board entsprechend die 4 Schrauben durch die Backplatte stecken, dann von hinten in das Board einfügen und mit den 4 Gummiringen die Schrauben auf der anderen Seite sichern, damit die Backplatte am Board selbst festhält und schließlich Wärmeleitpaste auf die CPU. Nun den Kühler auf den Kopf stellen und das Board von „oben“ auflegen. Dabei kann man schön die Schrauben unter dem Board sehen und kreuzweise anziehen. Zum Schluss richtig festziehen, bis es nicht mehr geht. Das Gewinde der Schrauben ist nicht durchgängig, so dass sie irgendwann praktisch „anschlagen“. Fertig! Soviel zur Montage.
Der Lüfter: Da gibt es nichts, aber auch Garnichts zu meckern. Absolut leise, selbst bei Umdrehungen um die 1400. Topp! Ich habe den Lüfter mit den mitgelieferten Haltebügeln befestigt. Erschien mir sicherer als die stark "auf Zug" beanspruchten Gummi`s, die ja hier schon bemängelt wurden.
Da ich ja „getestet“ habe, wurde der Kühler auch wieder mehrmals demontiert. Das wollen die 4 Schrauben aber nicht so gern. Sie sind nicht besonders hart und obwohl ich sehr gute und passende Kreuzschlitz-Bits habe, sahen nach einer Weile die Schraubenköpfe ziemlich ramponiert aus. Eine Mail an den Support von BeQuiet! hat gereicht und 2 Tage später lagen kostenlos neue Schrauben in meinem Briefkasten – Service vom Feinsten!
2 der Boards haben sich nach der Montage richtig verbogen. Vom Sockel 775-Board habe ich hier Bilder eingestellt. Bei dem Board mit 1155-Sockel ist ja schon eine kleine Backplatte vom Prozessor selbst vorhanden. Hier hat sich die Backplatte vom Kühler stark verbogen. Da wären kleine Muttern oder dickere Plastikscheiben nötig gewesen, die dann einen Anschlag zum Board bilden, um dieses starke Verbiegen der Backplatte zu verhindern, was wieder zur Folge hat, dass das ganze Board „verspannt“ ist. Wie es auch anders geht, sieht man an dem eingestellten Bild von mir.
Zudem lag die mitgelieferte Backplatte komplett auf den ziemlich hohen Verlötungen der RAM-Aufnahmen auf. Sie ist zwar mit Gummi und einer dickeren Folie geschützt, aber unter bestimmten Voraussetzungen könnte es hier zum Kurzschluss kommen.
Schlussendlich wurde der „Dark Rock Advanced C1“ auf der AMD-CPU verbaut, wo er auch plan auflag.
Noch ein Wort zu Wärmeleitpasten. Ich konnte keine großen Unterschiede zwischen verschiedenen Pasten feststellen,(gemessen wurde ausschließlich mit „Core Temp 1.0 RC4“, wo die Temperatur bei neueren Prozessoren direkt am Kern gemessen wird, nicht wie im BIOS angezeigt am Heatspreader, (äußeren Mantel einer CPU),…… und wie kommt man auf eine Temperatur im IDLE von 9° ??!! – hat hier jedenfalls einer geschrieben). Ich habe auch die viel gerühmte „Coollaboratory Liquid Ultra“ ausprobiert, aber dazu habe ich ebenfalls eine Rezension verfasst. Mein Favorit ist und bleibt die „Artic Cooling MX-2“.
Warum ein Kühler über 1 Kg wiegen muss oder auch noch mit Nickel überzogen wird, ist mir ein Rätsel. Was das Gewicht auf Dauer am Board „anrichtet“, wird sich zeigen. Nickel ist nur vorteilhaft bei Wasserkühlung, da sich Kupfer sonst zu stark verfärben würde. Fakt ist: Nickel hat eine Wärmeleitfähigkeit von 85 W/(mK), Kupfer von bis zu 380, Silber weit über 400. Ich bin in der Hinsicht absolut kein Fachmann und möchte hier auch nicht prahlen. Aber man kann viel erfahren und dazu lernen im Internet. Inwieweit sich aber eine dünne Nickelbeschichtung an der Grundplatte auf die Kühlleistung auswirkt, entzieht meiner Kenntnis.
Die Temperaturen beim Intel Core i3-3220 Prozessor zusammen mit dem Advanced C1 liegen immer um die 36°-37° und kamen nie über 40° hinaus. Der mitgelieferte „Mini-Kühler“ des „i3-Boxed“ kühlt genauso, nur nicht so leise, aber auch nicht zu laut!
Was mich auch gestört hat: Beim Sockel AM3+ kann man diesen Kühler nur so verbauen, dass er die Luft im Tower nach oben oder nach unten bläst, nicht direkt nach hinten auf den Gehäuselüfter. Das geht nur bei AMD-Sockeln, laut Service von BeQuiet!, mit den Kühlern „Dark Rock Pro / Dark Rock Pro2“.
Ach ja – schön sieht der Kühler wirklich aus. Aber das ist für mich nicht relevant.
Ich habe mich für einen „Alpenföhn Groß Clock'ner rev.B“ auf mein Intel-1155-Sockel entschieden. Kleineres Gewicht, (718g), Heatpipes liegen plangeschliffen direkt auf der CPU auf, das Board hat so gut wie keine Verspannungen.
So wollte ich es haben.
FAZIT: guter Kühler mit fantastischem Lüfter, aber dennoch in vielen Dingen verbesserungsfähig, vor allem der starken Verspannungen am Board. Daher nicht für alle Boards geeignet,….das muss jeder selbst für sich heraus finden.