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Siebert , Fugiss , SWR Vokalensemble , Wolfgang Rihm , Sylvain Cambreling , et al. Audio CD
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Orchester: SWR Sinfonieorchester
  • Dirigent: Sylvain Cambreling, Friedrich Goldmann, Michael Gielen
  • Komponist: Wolfgang Rihm
  • Audio CD (19. Oktober 2009)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Hänssler Kommi (Naxos Deutschland Musik & Video Vertriebs-)
  • ASIN: B002NXSSXI
  • Weitere verfügbare Ausgaben: MP3-Download
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 136.675 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Gott ist das, was der Geist allein im Nichtwissen weiß (Definition 23)24 Philosophen haben ein Problem: Was ist Gott? Sie legen 24 Definitionen vor, die als wichtigstes Dokument der europäischen Theosophie gelten. Der wuchtige Text, der im Mittelalter Hermes zugesprochen wurde und die Neubewertung des Unendlichen fördert, reizt auch heute noch zum Nachdenken. Wolfgang Rihm legte die lateinische Textgestalt dieser 24 Thesen seinem Werk Quid est Deus zugrunde, das im Auftrag der Albert-Ludwigs Universität Freiburg zu deren 550-jährigem Bestehen 2007 entstand. Die musikalisch-rhetorischen Figuren sind dabei häufig von großer Anschaulichkeit.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Audio CD
Das Hauptwerk dieser CD ist die gut halbstündige lateinische Kantate "Quid est Deus", der eine Sammlung von 24 knappen Statements antiker Philosophen zu der Frage "Was [!] ist Gott" zu Grunde liegt. Geschickter, geradezu dramatischer Aufbau, großer Klangfarbenreichtum und eine abwechslungsreiche, aber nie den Eindruck von Beliebigkeit aufkommen lassende Dynamik sorgen dafür, dass das Werk über die gesamte Dauer dicht und spannungsreich bleibt.
Nachdem ich im November 2007 das Glück hatte, dieses Werk live erleben zu dürfen, war ich auf die CD sehr gespannt. Sie hat meine Erwartungen in keiner Weise enttäuscht. Man weiß nicht, was man mehr loben soll: das hervorragende SWR Sinfonieorchester, das inspirierte Dirigat von Sylvain Cambreling oder das großartige SWR Vokalensemble, das den Hörer an keiner Stelle die immensen Schwierigkeiten dieser Kantate spüren lässt. Auch die Aufnahmetechnik lässt nichts zu wünschen übrig.
Die beiden anderen Aufnahmen, die die CD abrunden, sind älteren Datums (1989 bzw. 1991), sind aber ebenfalls anhörenswert.
Wäre nur das Booklet liebevoller gestaltet! Je drei Seiten deutscher und englischer Text sind für diese komplexen Werke einfach zu wenig, zumal insgesamt eine Seite davon für den Kantatentext verwendet wird. Kurios: Im deutschen Teil findet sich die deutsche Übersetzung, im englischen der lateinische Text (ohne englische Übersetzung). Geschickter wäre meines Erachtens eine Anordnung mit nebeneinander liegenden Spalten in den verschiedenen Sprachen gewesen, wie man es von anderen Textheften her kennt.

Fazit: Großartige CD mit einem kleinen Minus für das Booklet
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ausgemalt und ungemalt 13. Mai 2010
Von Riyad Salhi TOP 1000 REZENSENT
Format:Audio CD|Von Amazon bestätigter Kauf
Das erste Oratorium Rihms ist immerhin schon 1984 uraufgeführt worden ("Dies"), doch bis zu "Deus Passus" musste es reichen, bis er sich der Bibel widmete und endgültig zum Staatskomponisten avancierte - dass er Deutschland wohl am besten vertreten kann, zeigte schon das "Requiem der Versöhnung" (an dem auch Paul-Heinz Dittrich Anteil hatte für den Osten Deutschlands). Wenn man also von den wichtigsten Notenschreibern der populärste ist in einem Land, kann es passieren, dass sich eine Bedienermentalität Bahn bricht, Wiederholungszwang wegen wohliger Wiedererkennungsbeklatschung, das dann womöglich als "Neue Anschmiegsamkeit" etikettiert wird. Ich wüsste nicht, warum ausgerechnet "Quid Est Deus" dieser Vorwurf zu machen wäre, und trotzdem las ich in wichtigen Tageszeitungen und Musikportalen, dass Rihm nur das abgeliefert hätte, was von einem Wichtigkünstler für die Elite zu erwarten ist. Ob nun aber einminütige Pausen, Geflüster der Orchestermitglieder, Klopfen auf den Korpus oder Mikroereignisse geräuschhafter Art, auf die Rihm verzichtet, ein Stück gleich zur allergrößten, einsamsten und somit langlebigsten Kunst machen, kann ich mit einem entschiedenen "Nein" beantworten. Rihm entwickelt sich in vielen (nicht in allen) Werken seit Ende der 90er zu einem Klassiker, nicht nur weil er der Tonalität geringfügig oder etwas großzügiger näher rückt, sondern weil sein Einfallsreichtum, seine dramaturgische Überraschungskraft nicht im Mindesten nachgelassen hat. Allein schon die Wahl der Textgrundlage für "Quid est deus" zeigt (es lohnt sich offensichtlich, die "Süddeutsche" zu lesen), dass hier jemand nicht irgendwo die Bibel aufschlägt und ein paar sakrale Tönchen absondert. Hier scheint der spätere Stravinsky durch, es mögen dem einen oder anderen auch Mahler oder Berg erscheinen in einer Partitur ohne Violinen, ohne Klarinetten, ohne Hörner. Neotonal ist das noch lange nicht. In der Erinnerung wirkt "Quid Est Deus" fast so, als sei es nur für Blechbläser und Stimmen komponiert, eher monochrom, eingedunkelt, bei weitem nicht so farbig und quasi-lyrisch, wie es "Deus Passus" zuweilen sein konnte. Ich habe länger gebraucht, um die 24 Definitionen Gottes in der Rihmschen Version für etwas Großes zu halten, aber nur ein oder zwei Hördurchgänge sind - wie so oft - kaum vielsagend genug, um darüber halbwegs hellsichtige Worte zu verlieren. Ein Werk wie ein behauener Block, dem man immer noch ansieht, dass er mal ungeschliffener Stein war. Rihm hat eine eingebaute Kitschbremse. Es ist unmöglich, dass er uns einsüßt oder Pro-Forma-Avantgarde-Gefloskel mit reflexhaften Melodienbächlein mischt. Die früheren Kompositionen auf diesem Tonträger sind dagegen dornig, unnahbar, langweilig. "Frau/Stimme" hat mir schon immer missfallen, etwas Brauchbares kann ich dazu nicht mitteilen. Etwas interessanter ist da eher "Ungemaltes Bild". Mir scheint, da fehlt ein solistisches Intrument im Vordergrund, als sei der Cellist oder der Klarinettist nicht erschienen, und das Orchester muss eben den eigenen Part notgedrungen absolvieren. Es ist anfänglich zaghaft und durchpaust, mit plötzlichem, stechendem Schlagwerk, der Musik von "Tutuguri" nicht unähnlich, um dann allmählich dichter zu werden, doch es bleibt Zeichnung statt Malerei, Studie statt Vollendung.
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