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Produktinformation
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In the second book, Stephenson introduces Jack Shaftoe and Eliza. "Half-Cocked" Jack (also know as the "King of the Vagabonds") recovers the English Eliza from a Turkish harem. Fleeing the siege of Vienna, the two journey across Europe driven by Eliza's lust for fame, fortune, and nobility. Gradually, their circle intertwines with that of Daniel in the third book of the novel.
The book courses with Stephenson's scholarship but is rarely bogged down in its historical detail. Stephenson is especially impressive in his ability to represent dialogue over the evolving worldview of seventeenth-century scientists and enliven the most abstruse explanation of theory. Though replete with science, the novel is as much about the complex struggles for political ascendancy and the workings of financial markets. Further, the novel's literary ambitions match its physical size. Stephenson narrates through epistolary chapters, fragments of plays and poems, journal entries, maps, drawings, genealogic tables, and copious contemporary epigrams. But, caught in this richness, the prose is occasionally neglected and wants editing. Further, anticipating a cycle, the book does not provide a satisfying conclusion to its 900 pages. These are minor quibbles, though. Stephenson has matched ambition to execution, and his faithful, durable readers will be both entertained and richly rewarded with a practicum in Baroque science, cypher, culture, and politics. --Patrick O'Kelley -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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"Quicksilver" ist eine grandiose Reise in die Welt der frühen Enzyklopädisten und "Naturphilosophen", die die Grundlage für die modernen Naturwissenschaften und damit für die technische Welt legten, in der wir heute leben.
In diesem ersten Band eines auf drei Teile angelegten "Baroque Cycle", das wiederum in drei Bücher zerfällt, gelingt es Stephenson, die Welt um 1700 für mich lebendig werden zu lassen. Die "Handlungen" im eigentlichen Sinne wären schnell erzählt, und wiederum sind sie wie schon im "Cryptonomicon" in Zeit und Raum verschränkt, doch eigentlich handelt Quicksilver von den Gedanken, Motiven, Hoffnungen, Ängsten, Religionen einer ganzen Epoche; eine Geschichte der Wissenschaft und der Alchemie - kurz: ein lebendiges Panorma einer Zeit und ihrer Menschen.
Manch ein Leser mag damit nichts anfangen können und das Buch frustriert zur Seite tun, doch wer sich für (Wissenschafts-)Geschichte, Mathematik und Philosophie begeistern kann, wird dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen können. Andererseits ist das Buch natürlich kein "historischer Roman" - viele handelnde Figuren sind zwar in der Tat historische Personen, doch Quicksilver ist keine Kompilation von Biographien berühmter Männer des Barock; die Namen Newton, Leibniz, Hooke stehen - ähnlich der Person des Enoch Root, der wahrhaft als "Agent des Zeitgeistes" wie schon durch das Cryptonomicon auch durch Quicksilver streift - als Chiffren für die grundlegenden wissenschaftlichen "Strömungen" der Epoche.
Besonders plastisch wird - zumal im ersten Buch - in der Tat der "Wissenschaftsbetrieb" des frühen 18. Jahrhunderts; allerdings empfinde ich die Schilderung weniger als Karikatur sondern vielmehr als die Beschreibung des ernsthaften Bemühens, Wissenschaft von Alchemie, Wissen von Aberglauben zu scheiden. Daß es dazu erforderlich ist, einem Geköpften den Kopf aufzusägen, das Gehirn zu entfernen, einen Blasebalg an die Luftröhre anzuschließen und dann mit den Händen Kehlkopf, Zunge und Lippen zu bewegen, um so Laute zu formen und dadurch zu verstehen, wie die Anatomie der Sprache funktioniert - all das liest sich zwar wunderbar grotesk, zeigt aber auch den Mut, Dinge zu tun, die man nie zuvor gewagt hat auch nur zu denken.
Freunde des Helden Shaftoe aus dem Cryptonomicon kommen dann im zweiten Buch auf ihre Kosten, wenn Stephenson die verrückten Missionen des Bobby Shaftoe in die Welt der Musketiere und Mantel-und-Degen-Helden verlegt. Auch hier gelingen Stephenson wiederum wunderbare Momentaufnahmen der Zeit und ihrer Menschen.
Schwächen: Ja, wenige. Manchmal spürt man deutlich das Bemühen des Autors, eine bestimmte enzyklopädische Begebenheit, oder eine historische Person auf Teufel-komm-raus in die Handlung zu zwingen, und hier geht ihm dann leider die großartige Leichtigkeit verloren, mit der es ihm sonst in der Tat gelingt, Menschen, Orte, Handlungen zu beschreiben. Auch mancher Sprung zwischen den Zeitebenen wirkt etwas bemüht. Doch zu lang ist das Buch nicht.
Neben der oben sehr grob skizzierten Storyline erfährt der Leser sehr viel über die europäische Geschichte und Lebensweise des 17. Jahrhunderts. Ein weiterer Sub-Plot ist die Entstehung dessen, was in dieser Zeit aus der Alchemie hervorging und später als moderne Wissenschaft bekannt wurde. Neben der Erforschung von beispielsweise Optik und Mechanik sind die Grundlagen und die Geschichte der Cryptographie thematisiert. Und hier schließt sich virtuell auch der Kreis zu Stephensons Buch 'Cryptonomicon'. Denn die Charactere Enoch Root, Waterhouse und Shaftoe deuten zumindest dem Namen nach schon einen Zusammenhang an, der in diesem Band allerdings noch im Dunkeln verbleibt.
Die Schilderungen von Handlungen, Personen, Orten oder Städten sind immer sehr detailreich und liebevoll ausgestaltet. In dieser Hinsicht ist die Darstellung ähnlich gut gelungen, wie beispielsweise in Noah Gordons 'Medicus'. So wird man als Leser voll und ganz in den Bann der Geschichte gezogen. Neben einer ansprechenden Storyline schafft Stephenson es quasi nebenbei die europäische Geschichte im 17. Jhh. zu vermitteln. Auch wenn diese Epoche schon ein paar Tage her ist, der Leser hat dennoch das Gefühl mittendrin zu sein. Interessanterweise mußte erst ein Amerikaner kommen, damit ich mich mit diesem - für die Europa doch recht ereignisreichen - Zeitabschnitt überhaupt beschäftige.
Das Buch macht Lust auf mehr: Einerseits auf mehr von der Geschichte und ihren Hauptdarstellern (glücklicherweise folgen noch 2 Bände), andererseits auf Sekundärliteratur. Davon findet sich glücklicherweise einige, so z.B. auch im Internet (Metaweb), wo Stephenson selbst einige Hintergründe und Details seiner Recherchen erklärt.
FAZIT: Die teilweise ausufernden, sehr bildlichen Beschreibungen mögen vereinzelt langweilig wirken oder gar abschrecken. Läßt sich der Leser jedoch auf das Buch und die Geschichte ein, so darf er eine gelungene und sehr unterhaltsame Kombination von Story, Geschichte und Wissenschaft erleben. Das Werk ist durchweg fundiert, interessant geschrieben und dabei an nicht wenigen Stellen auch lehrreich. Bestnote!
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