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41 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Auftakt zu Stupid White Men, 15. August 2003
Ist was lang geworden, daher als Kurzversion: das amerikanische System, die Politik und gesellschaftliche Fragen werden mit beißendem Humor auseinandergenommen. Brilliante gedankliche Ansätze, die auch für Europäer interessant sind. Trotz einiger Schwächen, überflüssigem Deutsch-Hass-Kapitel und zurückliegendem Erscheinungsdatum (1997) für politisch Interessierte unbedingt einen Kauf wert. Wer Lust hat auf mehr: Moore, ursprünglich ein Arbeitsloser ohne College-Abschluss, fing an zu recherchieren und bringt seine Kritik an System, Gesellschaft und Politik mit einfachen Worten auf den Punkt. Dabei benutzt er einen Sarkasmus, der zum Schreien komisch ist. Nur ein Moore kann z.B. einem führenden amerikanischen Politiker bei der Diskussion um Mindestgehälter empfehlen, doch mal zuhause selbst niederzuknien und den Urinstein vom Klo zu schrubben - oder den Mund zu halten. Details können kritisiert werden, doch Moore spürt wie viele unter uns, dass in unseren "Demokratien" etwas falsch läuft und Politiker und Unternehmen einfach nicht mehr am Gemeinwohl der Bürger interessiert sind. Diese Zustände klagt er an. Moore ist laut, gut, witzig und inzwischen bekannt und gefürchtet - und die Welt braucht Moores, die die Courage haben, den Mund aufzumachen. Er teilt rundherum aus, seien es Massenentlassungen, die an der Börse belohnt werden; die zunehmende Konzentration auf Arm und Reich; die Wahlen, die nur noch die "Auswahl zwischen Kasperl und Sepp" anbieten und keine Chance zu Änderungen bieten. Er klagt an, dass Krieg und Angst vor Terrorismus als Werkzeug benutzt werden, um von einer schlechten Innenpolitik abzulenken - und das 1997! Moore schlägt Länder vor, von denen man eines als das "Reich des Bösen" identifizieren könnte. Und wie bestellt präsentiert uns Bush wenige Jahre später die "Achse des Bösen". Seine Tests sind immer wieder genial und zum Totlachen: welcher Politiker nimmt z.B. einen Spendenscheck des "Vereins der Pädophilen" an? Oder er ruft in einer psychiatrischen Klinik an und berichtet einige Politiker-Zitate als Symptom. Antwort der Klinik: das sei ein bedenklich größenwahnsinniges Verhalten, ob man eine Zwangseinweisung vornehmen solle? Die Diskussion zur Gewinnmaximierung spitzt er zu auf "Warum verkauft GM kein Crack?". Oft über- oder untertreibt er ironisch maßlos, zieht ins Lächerliche oder dreht die Tatsachen um - und provoziert damit Widerspruch und gerade die Meinung, die er letztlich vermitteln will. Leider ist "Querschüsse" schon von 1997 und viele Namen sind nicht mehr aktuell, aber wer hätte MM vorher gekauft? Es sind auch einige Quatschthemen oder Querschläger bei den "Schüssen" dabei. Ganz bestimmt ins Bein geschossen hat er sich bei dem völlig überflüssigen Hass-Kapitel gegen die Deutschen, denen es in der 2.Generation nach Hitler anscheinend wieder zu gut gehe. 68 Mrd. gezahlter Schadensersatz würden nicht reichen. Der Aufruf zu weiteren Morden an Deutschen in Miami als Holocaust-Rache passt nicht in das Buch und würde auch niemandem helfen. Also blöde von ihm, aber wer sich ärgert, kann sich vielleicht vorstellen, wie sich die Politiker in Moores Fadenkreuz ärgern müssen - und das ist wieder gut. Witzig, locker und kurzweilig geschrieben, macht er das knochentrockene Thema Politik allen zugänglich. Wem's gefällt, dem würde ich auch "Bananen für Brüssel" (nur noch gebraucht) ans Herz legen: von den deutschen "Michael Moores" Volker Angres und Freunden. In EG-Skandal, System-Schwachsinn und Witz stehen wir den Amis nämlich nicht nach.
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34 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Viel Licht und einige Schatten, 5. August 2003
Michael Moore beschäftigt sich wieder einmal mit seinem Lieblingsthema, der Demontage der amerikanischen Politiker und von Corporate America. Er liefert anschauliche Beispiele, wie Politik und Wirtschaft die USA langsam ausbluten lassen und sich selber bereichern. Es ist schon erschreckend zu sehen, wie rücksichtslos die Bosse der großen Konzerne ihre Taschen füllen, während tausende von Menschen auf die Straße gesetzt werden oder um ihre Existenz fürchten müssen. Bedenkt man dabei noch, das dieses Buch schon beinahe sechs Jahre alt ist, ist es umso unvorstellbarer, dass sich die Verhältnisse trotz, oder gerade wegen, des Börsen-Booms der späten 90er Jahre nicht verbessert, sondern eher verschlimmert haben. Auch die Bedeutungslosigkeit der Politiker wird auf sehr anschauliche Weise dargestellt. Ob Republikaner oder Demokrat, für Moore sind sie ein und das selbe: Marionetten der Wirtschaft. Es scheint kein Wunder zu sein, dass die Wahlbeteiligung in den USA so erschreckend niedrig ist, wenn mann nur zwischen Not und Elend wählen kann. Die Schattenseiten bei Michael Moore sind aber immer die selben. Solange er sich darauf konzentriert, Missstände darzustellen oder deren Hintergrund und Auswirkungen zu analysieren, ist er wirklich brillant. Wenn er aber anfängt, Lösungsvorschläge zu machen, glaubt man, eine Schwachsinniger hätte das Buch geschrieben. Es ist schwer zu erkennen, ob er wirklich so naiv ist, wie die Lösungen vermuten lassen, oder ob es sich um einen verkorksten Versuch von Ironie handelt. So oder so, ernst nehmen kann man die Vorschläge nicht, sondern höchstens mit dem Kopf schütteln. Den absoluten Tiefpunkt stellen die Kapitel über die Deutschen und den "Fahrplan" für neue Rassenunruhen in L.A. dar. Was um alles in der Welt soll das denn?? Wieder der Versuch von Ironie? Wohl kaum. In fast jedem anderen Land wäre man gerichtlich belangt worden, wenn man zu Gewalt gegen andere Menschen aufruft, was in diesen beiden Kapiteln eindeutig der Fall ist. Vielmehr zieht sich die plakative Darstellung der Geschichte der Deutschen und Moores "aufopfernde" Rolle als Retter und Freund der Afro-Amerikaner wie ein roter Faden durch alle seine Werke, seien es Filme oder Bücher. Er generalisiert hier in einer Art und Weise, die er sonst an den Medien kritisiert, woran wieder einmal deutlich wird, dass auch Mister Moore in vielen Punkten nicht viel besser ist als die Leute, die er anklagt. Alles in allem ist das Buch durchaus kurzweilig und lesenswert. Im Kontext mit anderen Werken von Moore erscheint er mir zumindest nicht mehr wie der Retter der Witwen und Waisen, sondern wie ein Mitglied der Gesellschaft, die er selber anprangert.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
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Ähnliche Themen, 11. August 2003
Das Buch enthält fast ausschließlich die Themen,die auch schon in Stupid White Man zur Sprache kommen.Allerdings kann man darüber hinwegsehen,da es auch andere sehr interessante Kapitel enthält.Es geht dabei um die Subventionierung der Reichen,den Abbau von Arbeitsplätzen und wieder um Wahlen. Ein Punkt,der mir überhaupt nicht gefällt ist,daß in dem Kapitel über die Nazi Deutschen praktisch zur Lynchjustiz aufgerufen wird,aber im Kapitel danach ein solches Verhalten aufs schärfste kritisiert wird.Davon kann man halten was man will,ich allerdings fand es sehr unangebracht.
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