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Querpass. Sport und Politik in Europa und den USA
 
 
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Querpass. Sport und Politik in Europa und den USA [Broschiert]

Andrei S. Markovits , Lars Rensmann
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 18,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Broschiert: 240 Seiten
  • Verlag: Die Werkstatt; Auflage: 1 (24. September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3895335800
  • ISBN-13: 978-3895335808
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 817.788 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Jungle-World, 11.10.2007

Den Ruf, ein kritischer Fußball-Verlag zu sein, bewahrt Die Werkstatt mit "Querpass. Sport und Politik in Europa und den USA" von Markovits und Rensmann. Der Band enthält Essays der zwei in den USA lehrenden Sozialwissenschaftler über Fußball und Globalisierung und über den Wandel der Sportkulturen.

WELTEXPRESS, 22.11.2007

In gescheiten Essyas analysieren die in den USA lehrenden Professoren Markovits und Rensmann die Stellung des Fußballs in der amerikanischen Gesellschaft. Eine kritische Schau des Ballsports und seiner kommerziellen Perspektiven in den USA, kein Buch für die Schrankwand.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Die gesellschaftliche Relevanz des Phänomens Sport ist kaum mehr zu leugnen. Dennoch existieren erstaunlich wenige deutschsprachige Bücher, welche sich dem Thema wissenschaftlich nähern. Sollen diese Werke dann überdies nicht nur akademisch gehaltvoll, sondern auch interessant und spannend geschrieben sein, verkleinert sich die ohnehin schon schmale Liste möglicher Autoren weiter. Übrig bleibt jedoch zumeist vor allem ein Name: Andrei S. Markovits.

Nun hat der an der University of Michigan lehrende Soziologe und Politikwissenschaftler zusammen mit seinem ebenfalls in Ann Arbor tätigen Kollegen Lars Rensmann ein Buch vorgelegt, welches die Rolle des Sports im Allgemeinen und des Fußballs im Besonderen im transatlantischen Verhältnis thematisiert. Querpass: Sport und Politik in Europa und den USA" ist hierbei aber weit mehr als ein weiteres Fußballbuch" geworden und schlägt einen breiten und ungemein spannenden Bogen, der so vordergründig unterschiedliche Themen wie Kulturglobalisierung, Sportkommerzialisierung, Männlichkeitskult, Feminismus oder jüdische Identität gekonnt zu einer gedankenreichen Betrachtung der Rolle des Sports dies- und jenseits des Atlantiks verknüpft.

Selbstverständlich ist der Fußball, immerhin der am weitesten verbreitete und beliebteste Sport weltweit, ein wesentlicher Gegenstand des Werkes. Während das Spiel in Europa und nicht zuletzt in Deutschland eine überragende und dominierende Bedeutung im Sport und teilweise auch deutlich darüber hinaus genießt, ist es in den USA noch immer den dreieinhalb hegemonialen Sportkulturen Football, Baseball, Basketball und, mit Abstrichen, Eishockey untergeordnet. Die Frage nach den Gründen für diese offensichtlichste sportliche Differenz zwischen Europa und den Vereinigten Staaten wurde von Markovits schon 2002 in Im Abseits: Fußball in der amerikanischen Sportkultur" (zusammen mit Steven L. Hellermann) gestellt. Sie wird nun durch viele neue Argumente und Studien wieder aufgegriffen und in den allgemeinen Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen zu beiden Seiten des Atlantischen Ozeans verortet, wobei vor allem das Kapitel zur Rolle des Fußballs im Geschlechterverhältnis hochinteressant ist. Dankenswerterweise verschließen die Autoren nicht die Augen vor den abstoßenden Randerscheinungen des Spiels und thematisieren auch Hooliganismus und Rechtsextremismus - Dinge, die in Verbindung mit Fußball leider nach wie vor in Deutschland, Italien und anderswo aktuell sind.

Besonders spannend sind die Kapitel, welche sich Bereichen widmen, die im deutschsprachigen Raum nur sehr selten Gegenstand fundierter Betrachtungen sind. Insofern ragt der Abschnitt zum Verhältnis von Sport und jüdischer Identität heraus. Die teilweise sehr persönlichen und bewegenden Schilderungen machen diesen Teil des Buches zu einem Höhepunkt des Werkes. Auch das folgende Kapitel zum amerikanischen Phänomen des College Sport berührt einen in Deutschland unverständlicherweise bislang weitgehend ignorierten Aspekt des Sportsystems in den USA. Hier schaffen die kenntnis- und detailreichen Ausführungen zur überragenden Bedeutung des universitären Sports wohltuende Linderung.

Insgesamt ist Querpass" ein außergewöhnliches Werk. Es ist im positiven Sinne ein Buch für alle. Es verbindet empirische Studien, beispielsweise zur amerikanischen Zeitungsberichterstattung über die Fußballweltmeisterschaft 2002, und soziologische Gesellschaftsanalysen mit überraschenden Fallbeispielen und anekdotischen Episoden. Es richtet sich somit nicht nur an die akademische Welt (Sportwissenschaftler ohnehin, Sozial- und Kulturwissenschaftler ebenfalls, Politikwissenschaftler gerne auch), sondern gleichermaßen an jeden Sportinteressierten. Es bleibt zu wünschen und zu hoffen, dass dieses wichtige Buch viele Leserinnen und Leser finden möge.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Fußball in Europa für volle Stadien und klingelnde Kassen sorgt, in den USA jedoch ein Schattendasein führt? Warum viele Amerikaner begeisterte Baseball-, Basketball- und (American) Football-Fans sind, die meisten Europäer davon aber nur Bahnhof verstehen? Dann sollten Sie unbedingt dieses Buch lesen.

Die an der Uni Michigan lehrenden Politikwissenschaftler (und begeisterten Sportfans) Andrei S. Markovits und Lars Rensmann erklären die Differenzen mit jeweils unterschiedlich ausgeprägten "hegemonialen Sportkulturen", die seit dem 19. Jahrhundert entstanden sind. Beide haben ihre Besonderheiten: In den USA sind die dominanten Sportarten aus dem College-Sport hervorgegangen, der bis heute mehr Zuschauer als der Profi-Sport anzieht und einen stark egalitären Charakter hat. In Deutschland dagegen ist der Fußball national geprägt. Von "multikulturellen" Mannschaften wie dem FC Barcelona oder Manchester United trennen ihn Welten.

Letztere begreifen Markovits und Rensmann als "soziokulturelle Avantgarde" der Globalisierung: Hoch professionalisiert, mit Spielern aus der ganzen Welt und globalem Marketing. Das ruft Ängste und Abwehrreaktionen hervor, verändert den Sport aber in vielerlei Hinsicht zum Positiven: Nationalismus und Rassismus, in europäischen Stadien früher an der Tagesordnung, wird buchstäblich der Boden entzogen. Längst sind die hegemonialen Sportkulturen auch keine reine Männerdomäne mehr.

Das zeigt sich auch in Amerika: Zwar gilt "Soccer", wie der Fußball hier genannt wird, immer noch als "Frauensport". Doch die zunehmende Zahl von Immigranten (und Fußball-Fans) aus Lateinamerika und nicht zuletzt der Wechsel von David Beckham nach Los Angeles haben den Fußball in den USA schon viel populärer gemacht. Ähnliche Auswirkungen hatte der Erfolg des deutschen NBA-Stars Dirk Nowitzki auf den Basketball in Deutschland.

Die Welt ist in Bewegung und der Sport ist dabei ein treibendes Element. Markovits und Rensmann schreiben darüber spannend und mit viel Verve. Zahlreiche "Aha-Effekte" sind garantiert. Klare Lese-Empfehlung!
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'Sport matters, indeed.' 16. Dezember 2007
Format:Broschiert
In sechs Kapiteln, Einleitung und Schluss werden auf anschauliche Weise gegenwärtige Trends und historische Prozesse von Sportkulturen analysiert. Die beiden Politikwissenschaftler Andy Markovits und Lars Rensmann aus Michigan verstehen dabei den heutigen Sport als Paradigma der »zweiten, post-industriellen Globalisierung«. Sei es die »Ortsgebundenheit« der Fankulturen, die »Zeit«, in welcher manche Vereine en vogue waren oder natürlich die geschlechtsspezifische Bedeutung von einerseits Sport machen, Sport live erleben oder aber Sport lediglich am TV verfolgen. Die »Rhapsodisierung« des Sport möchte die wandelbare Form der 'Identitätskonstruktionen' betonen und gleichsam auf der Ebene des Sport Prozesse der Globalisierung untersuchen. Interessant ist z. B. der Anstieg der Popularität des Fußball ' soccer ' in den USA derzeit, was nicht nur mit dem Wechsel der bestbezahlten Fußballikone aller Zeiten, David Beckham, der auch das Cover mit einem mit rechts gespielten Querpass ziert, zusammenhängt, vielmehr mit der Einwanderung aus lateinamerikanischen Ländern. Dort wiederum ist Fußball der Sport Nr. 1, entgegen den USA mit ihren drei bis vier hegemonialen Sportarten Baseball, Basketball, Football und Eishockey. Am interessantesten ist vielleicht das Kapitel über jüdischen Sport, 'Muskeljuden' und 'Yiddoes': 'Sandy Koufax, vielleicht der größte Pitcher, den der Baseball je hervorgebracht hat, wollte für die Los Angeles Dodgers (wie zuvor Greenberg für sein Team) in den World Series 1965 am Yom Kippur nicht spielen. Als das bekannt wurde, begann, was man als den Prozess der Anerkennung völliger Gleichberechtigung der Juden in der amerikanischen Öffentlichkeit bezeichnen kann.' Heute hingegen ist ein 'Antizionismus' enorm stark ' die Autoren erwähnen z. B. eine Hetzschrift gegen Israel des ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter ('Peace not Apartheid') ' und die Anerkennung von Israelis auf dem Sportplatz ist äußerst prekär. Wer erinnert sich nicht an diese phantastische Geste des ghanaischen Nationalspielers John Pantsil bei der WM 2006, der nach einem Torerfolg ein kleines Israel-Fähnchen aus seinem Socken zauberte. In Europa und Deutschland sind jedoch antiisraelische Verhaltensweisen alltäglich. So weigerten sich mehrfach Bundesliga-Spieler in Israel zu spielen.
Sehr interessant sind in dem Band die Analysen über Rechtsextremismus und Hooliganismus in Europa, vor allem Italien und Deutschland. Aber auch die historischen Beispiele aus Ungarn sind bedrückend. Neue Einblicke für so manchen am Leben an amerikanischen Universitäten interessierten bieten Analysen der Bedeutung der undergraduates für die Herausbildung je spezifischer Sportkulturen, die häufig die jeweilige Universität zu repräsentieren vermögen.
'"Sport matters " sagen Markovits und Rensmann und regen mit diesem Band sicherlich vielfältige Diskussionen über die Beziehung von Sport, Politik, Gesellschaft und Globalisierung an. Schließlich fehlt natürlich auch nicht DAS Bonmot des ehemaligen Managers des FC Liverpool, Bill Shankly, über die Bedeutung von Fußball schlechthin: '"Some people believe football is a matter of life and death. I can assure you it is much, much more important than that."
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