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Quentin Tarantino gegen die Nazis: Alles über INGLOURIOUS BASTERDS
 
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Quentin Tarantino gegen die Nazis: Alles über INGLOURIOUS BASTERDS [Broschiert]

Georg Seeßlen
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Broschiert, 17. August 2009 --  


Produktinformation

  • Broschiert: 176 Seiten
  • Verlag: Bertz + Fischer; Auflage: 1 (17. August 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865051928
  • ISBN-13: 978-3865051929
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 13,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 430.090 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Georg Seeßlen
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Seeßlen liefert durch seinen Kenntnisreichtum und seine durchdringende Beobachtungsgabe sehr viel wertvolles Ausgangsmaterial, das durch seine große analytische Qualität die Rezeptionsgeschichte dieses Films in Deutschland sicherlich – und hoffentlich – stark beeinflussen wird. --Der Schnitt, 26.08.2009

INGLOURIOUS BASTERDS von allen Seiten betrachtet: Produktionsnotizen, Paraphrasen des Inhalts und mannigfache Verweise in die Filmgeschichte strukturieren Seeßlens cinéphile Agitprop, die man sich nicht mehr wegdenken möchte aus der deutschen Filmkritik. --Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.08.2009

Eine Fundgrube kluger Gedanken zu einem Film, dessen wahre Bedeutung erst noch ausgefochten werden muss. Es wird sich, so ist zu vermuten, ein langwieriger und kontroverser Diskurs um ihn entwickeln. Als Auftakt zu diesem Diskurs wird Seeßlens Buch unverzichtbar sein. --F-LM Texte zum Film, 24.08.2009

Ein schönes kleines Buch für Fans, die mit dem Film denken wollen. Fazit: Spannender Filmessayismus. --:IKONEN: Magazin für Kunst Kultur und Lebensart, 24.08.2009

Kurzbeschreibung

Quentin Tarantino ist durch vermeintlich zynische Gewaltexzesse (PULP FICTION) berühmt geworden und für seine ausgeprägte Vorliebe für alles Triviale und Trashige bekannt. Was passiert, wenn sich dieser Regisseur den Zweiten Weltkrieg und den Nationalsozialismus vornimmt? Georg Seeßlen analysiert INGLOURIOUS BASTERDS in allen Aspekten und beschreibt dessen vielfältige Bezüge, Zitate und Anspielungen. Zudem diskutiert er Tarantinos filmische Kriegserklärung im Zusammenhang neuerer Filme über das "Dritte Reich".

"INGLOURIOUS BASTERDS ist ein Film, an dem sich das, was Geschichte, Erinnerung, Erzählung und Kino ist, neu definieren muss." (Seeßlen)


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bébé
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Ich schreibe meine Magisterarbeit über "Inglourious Basterds" und bin Seeßlen für dieses Büchlein sehr dankbar. Zwar kann ich schon verstehen, dass es für den Filmfreak etwas langweilig zu lesen ist, aber für mich war es sehr hilfreich. Warum? Seeßlen listet tatsächlich nahezu alle im Film genannten Referenzen auf und das ist eine SEHR lange Liste. Wer sind die im "Identität"-Spiel genannten Personen? Auf welche Westernklassiker und Trashfilme spielt Tarantino mit verschiedenen Einstellungen an? Und vor allem all die kleinen eingestreuten Filmzitate à la Katzenjammer Kids, Selznick etc. Nicht zu vergessen "Die weiße Hölle vom Piz Palü" mit Leni Riefenstahl und was es eigentlich damit auf sich hat.

Also ja, das Buch enthüllt viele Hintergründe, aber nicht in dem Sinne, dass es in eine genauere Figurenanalyse einsteigt oder den Film auf eine Weise "erklärt" die man vorher nicht verstanden hatte. Sein Verdienst liegt vielmehr darin, aufzuzeigen, welches Ziel Tarantino eigentlich mit Inglourious Basterds verfolgt: die Nazis endlich auch auf der Leinwand sterben zu lassen indem er die illusorische Allmacht des Kinos demonstriert. Und das hat Seeßlen sehr schön verständlich herausgearbeitet und mit vielen Illustrationen unterstützt.

Einen Punkt Abzug gibt es für die Kapiteleinteilung: Seeßlen orientiert sich hier am Drehbuch, was zu vielen inhaltlichen Sprüngen führt, anstatt thematisch vorzugehen. Außerdem ist die Literaturliste wesentlich zu kurz geraten.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Ein Schnellschuss - das war mein erster Gedanke, als ich dieses Buch entdeckte. Aber meine Neugier hat dann doch gesiegt, und nach dem Lesen kann ich sagen: Ein Schnellschuss, ja, das ist das Buch ganz objektiv. Schon was die Entstehungszeit betrifft - aber auch das Tempo seiner Gedankengänge. Ja, der Text sähe wohl anders aus, wenn Seeßlen den Film öfter gesehen hätte, ja, es gibt kleine Fehler in der Filmbeschreibung. Doch das finde ich lässlich gegenüber dem, was Seeßlen dann trotzdem aus dem Film herausholt. Schon die Plotbeschreibung ist weit mehr als reine Nacherzählung. Die vielen Querverweise durch die Filmgeschichte sind nie Selbstzweck, sondern helfen stets, eine Szene oder Figur genau zu verstehen - mit der für den Autor typischen Mischung aus Einfühlungsvermögen und analytischem Scharfsinn. Das Schlusskapitel, für mich das Highlight des Buches, gipfelt in der Analyse der finalen Rachefantasie des Films. Seeßlen nennt sie ein "vergiftetes Geschenk". Das trifft genau die gemischten Gefühle, die ich bei der Szene im Kinosaal hatte (immerhin ertappte ich mich hier beim Bejubeln von Soldaten, die in eine verbrennende Menschenmenge feuern).
Überhaupt: In kleinen Abschweifungen, oft in Nebensätzen versteckt, wirft Seeßlen seine klugen Gedanken manchmal so lässig hin, als wäre er sich ihrer Originalität gar nicht bewusst - wenn er etwa zum Baseballschläger des "Bärenjuden" schreibt, dass Tarantino damit "gegen die Aneignung dieses amerikanischen Ur-Instruments durch die neuen Nazis einschreitet." Das liegt so nahe, aber man muss erst mal drauf kommen. Schnell denken, wild denken eben. Beispiele ließen sich auf fast jeder Seite finden.
Natürlich ist das Buch nicht das letzte Wort zu IB. Aber für die gerade erst anlaufende Diskussion legt es die Meßlatte hoch. Eine Steilvorlage, auch für nötige Einwände und Widersprüche. Den Untertitel "Alles über Inglourious Basterds" würde ich dabei nicht so ernst nehmen. Ist halt werbewirksam, ein Oldschool-Eyecatcher sozusagen.
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11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sechs Striche, fünf Sterne 15. September 2009
Von Tonio Gas TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert
Seeßlens Buch über Inglourious Basterds (im Folgenden: I.B.) ist ein bißchen wie ein guter Tarantinofilm: Es unterteilt sich in Abschnitte, die in etwas verschiedenen Tonlagen gehalten sind. Doch das fügt sich alles schon zu einer Einheit. Das Buch beginnt mit einer Art Vorgeschichte (u.a. mit Informationen zur Entstehungsgeschichte des Filmes), setzt sich fort mit einer detailgenauen Nacherzählung, als Drittes folgt ein Kapitel über bestimmte Filmsubgenres als Referenzen, und schließlich kommt die anspruchsvoll und allumfassend angelegte Interpretation. Wer Seeßlen schon mal gelesen hat, weiß, dass bei ihm Genie und Wahnsinn immer auf einem ziemlich schmalen Grat wandeln, dass er gelegentlich zu überlangen Sätzen und obsessivem Breittreten seiner semiologischen Theorien (oder einfach nur fixen Ideen) neigt, dass er vor verquasten Überinterpretationen nie ganz gefeit ist, aber dass er bei allem eine Freude an und ein quantitativ erstaunliches Wissen über Filmtrash hat. Auch in seinen abgedrehtesten Büchern finden sich immer noch bestechende Ideen. Diese Kombination macht es beinahe zwangsläufig, dass QT ihm liegt. Das vorliegende Buch ist für Seeßlen-Verhältnisse nicht allzu verschwurbelt geschrieben, es gibt ein paar wenige Stellen, bei denen sich gewisse Verdrehungen einschleichen, aber insgesamt geht es noch und ist im Gegenteil von Vorteil, dass Seeßlen sich auf eine gewaltige Höhe wagt. Man mag seinen Thesen nicht immer folgen, man kann sie aber zumeist nachvollziehen. Ob QT das alles in den Film reingetan hat, was Seeßlen herausholt, ist mir schnurz: Ein Kunstwerk kann ein Eigenleben entwickeln, und eine über weite Strecken gut geschriebene anspruchsvolle Deutung, die ab und an mal zweifelhaft ist, gefällt mir allemal besser als eine, die gar nicht den Mut hat, aufs hohe Drahtseil zu steigen. Seeßlens Drahtseilakt ist jedenfalls so, dass er nur selten wankt und nie fällt.

Das Buch ist auch optisch gelungen, vor allem durch diverse Schwarzweißfotos in guter Qualität, die nicht nur aus I.B., sondern auch aus diversen Referenzfilmen sind und immer an passender Stelle den Text ergänzen. Beim Register ist allein die Liste der Scores aus I.B. - immer mit Originalfilm, Regisseur und Komponisten - eine Fundgrube für sich. Weitere Details zum Inhalt: Die "Nacherzählung" ist viel mehr als nur das, sie hat schon Elemente einer Szene-für-Szene-Analyse, und das meiste besticht. Seeßlen hat unter anderem (typografisch vom Verlag gut kenntlich gemacht) entfallene Szenen aus der Drehbuchrohfassung eingebaut und kommentiert, was noch die eine oder andere zusätzliche Erkenntnis und interessante Interpretation bzw. Akzentverschiebung bringt (am gelungensten vielleicht die Verbindungen zwischen der Legende vom jüdischen Golem und einer entfallenen backstory des von Eli Roth gespielten "Bärenjuden"). Diverse Film-Assoziationen werden zumeist schlüssig begründet und von guten Hintergrundinformationen begleitet (warum ein Mitrezensent meint, das Buch sei schlecht recherchiert, ist mir offen gestanden nicht klar). Das geht soweit, dass Seeßlen nicht nur die meisten Filmzitate freilegt, sondern sich auch Gedanken über die Namensgebungen macht (beispielsweise durch Verknüpfung von Aldo Rays Kriegsfilmen der Fünfziger mit dem Rollennamen Aldo Raine in I.B.). Fast alles davon ist überzeugend, nur gelegentlich verliert sich Seeßlen in lexikalischer Fischerei im Trüben (ein Dorf in I.B. heißt "Nadine", Seeßlen liefert eine kurze Inhaltsangabe des Filmes "Nadine", aber was der mit I.B. zu tun hat, weiß Seeßlen - wie er indirekt selbst zugibt - auch nicht). Schwamm drüber, die Reichhaltigkeit ist doch so bestechend, dass diese ganzen Assoziationen eine ungemeine Bereicherung sind und das eine oder andere klarmachen, was man vielleicht ansonsten übersehen hätte. Allein für die auf den ersten Blick unpassende, aber letztlich genau passende Querverbindung zu dem Film "Paris - When It Sizzles" (= eine Dialogzeile in I.B.) kann man das Buch lieben: Es handelt sich um die meistunterschätzte, abgedrehteste Audrey-Hepburn-Komödie aller Zeiten, in der es um einen Film im Film im Film geht und in der alle Ebenen munter miteinander interagieren, einander die Logik durchkreuzen und die Grenzen zerschmettern. Klar, dass QT den mögen muss - in einem Film, in dem sich ebenfalls die Ebenen vermischen und die Kino-Kunst der Nazi-Barbarei den Krieg erklärt.

Damit sei übergeleitet zum interpretatorischen Teil, es geht natürlich in I.B. um den Sieg des Kinos über die Wirklichkeit, über die Geschichte. Tarantinos Krieg ist ein Krieg der Bilder, und als solchen fasst Seeßlen ihn auch auf. Doch geht Letzterer noch etwas weiter und stellt die kühne These auf, dass das auch ein Krieg des Kinos gegen das Kino sei. Das ist allemal brillant und interdisziplinär (kulturtheoretisch, semiotisch, geschichtlich, politisch) argumentiert sowie hochinteressant zu lesen, allein, es hat mich nicht so ganz überzeugt. Wenn Seeßlen hier meint, nach Auschwitz könne man eigentlich nicht mehr vom Krieg erzählen und die gesamte (Kino-)Kunst sei in einer Art postfaschistischen Falle gefangen, dann sieht er hier mehr Gespenster als ich (auch der Vergleich von Bundeswehrgelöbnissen zur NS-Ästhetik ist reichlich gewagt). Für ihn ist I.B. ein Befreiungsschlag, für mich war dieser Befreiungsschlag nicht ganz so nötig. Aber gut ist er, und es lohnt sich eine Beschäftigung auch mit der etwas anderen Ansicht von Seeßlen.

Uneingeschränkt gelungen ist das Buch hingegen, wenn es um die Entstehung des damaligen Nazismus und das Bild des kultivierten Nazis geht. Hier ist die politische Analyse zwar genauso pointiert, aber nach meinem Empfinden stichhaltiger, und Seeßlen gelingt ein beeindruckender Beitrag zu der auch unter Historikern tobenden Debatte, ob die Barbarei gerade in der Kultur oder gegen die Kultur möglich war. Seeßlen erteilt der These, dass Erziehung und Bildung das Schlimmste verhindert hätten, eine radikale Absage. Das mag angesichts der heutigen Erscheinungen am rechten Rand verwundern - aber bei einem Blick nach Frankreich, wo die Rechtsextremen viel stärker im kulturellen Establishment und in der bürgerlichen Oberschicht verwurzelt sind, schon weniger. Und es verwundert gar nicht mehr, wenn man sich beispielsweise einmal mit der Rolle von Beamten und Justiz im "Dritten Reich" und der davor liegenden Zeit beschäftigt. Das alles entfernt uns nie zu sehr von I.B. - natürlich finden wir die Figur des kultivierten Barbaren in Hans Landa wieder. Und auch wenn ich es als etwas billigen Plot-Trick empfunden hatte, dass dieser oberschlaue Schurke gepackt von seiner Eitelkeit in eine leicht zu erkennende Falle rennt: Vielleicht ist es ja doch konsequent, dass Aldo Raine diesem kultivierten Barbaren einen Strich durch die Rechnung macht.

In den Worten von Seeßlen: Genauer gesagt sind es sechs Striche.
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A very real Seeßlen
Wieder mal ein echter Seeßlen, mit all seinen analytischen Phrasen, überbordenden Inhalten, psychologischen Mutmaßungen und intelligenten Abstrusitäten. Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von W. Walz veröffentlicht
Klasse Buch
Das Buch habe ich mir vor einiger Zeit bei Amazon bestellt und war sehr positiv davon Überrascht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 20. März 2010 von Kingtiger
Alles über Inglourious Basterds (?)
Georg Seeßlen, einer der am meisten beachteten Filmpublizisten Deutschlands, liefert mit "Quentin Tarantino gegen die Nazis - Alles über Inglourious Basterds" ein... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. Oktober 2009 von M. Both
Eher enttäuschend
Ich hatte mir mehr von dem Buch erhofft. In dem Film gibts, wie in jedem Tarantino so viele verstecke Details auf die hier aber kaum bis garnicht eingegangen wird. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. September 2009 von Benjamin Walter
Spannend erzählte Hintergrundinfos
Auch Tarantinos neuster Film ist wieder ein Sammelsurium an filmischen Einflüssen, Zitaten und Querverweisen, die ein Mensch allein unmöglich alle erkennen kann. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. September 2009 von H. Wolf
Knapp daneben ist auch vorbei
Um es vorweg zu nehmen, Tarantinofans sollten am besten die Finger von dem Büchlein lassen. Zwar ist es eine gut gemeinte Analyse des Films und seiner Entstehung und... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. August 2009 von Sebastian Haselbeck
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