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Produktinformation
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In der ausgezeichneten und eigenständigen Einleitung führt Kraß in das Untersuchungsfeld ein und spannt so den Bogen von der Diktatur der Heterosexualität, der Erfindung der Homosexualität, der Genealogie der Queer Theory bis hin zu seinem eigenen Verständnis der Queer Theory als eines kulturwissenschaftlichen Projekts, dessen vornehmliche Aufgabe es ist, Fragen in fächerübergreifender Perspektive zu stellen. Diesem Anspruch soll dann auch die Auswahl der Beiträge folgen, die sämtlich erstmals in eigens für diese Ausgabe angefertigten Übersetzungen vorliegen.
Theoretische Basistexte zur Sexualpolitik von Gayle Rubin, Teresa de Lauretis, Eve Sedgwick und Judith Butler bilden den ersten Block, dem ein zweiter, historisch-diskursanalytischer folgt (David Halperin, Carolyn Dinshaw, Scott Bravmann). Ein dritter, lektüreorientierter Abschnitt schließt den Reigen grundlegender und weiterführender Ansätze fort (Andreas Kraß, Valerie Traub, James Creech). So werden Fragen nach lesbischer Repräsentation ebenso verhandelt wie das Erinnern an Stonewall, homosoziales Begehren im Mittelalter ebenso wie performative Vorstellungen von Imitation und Geschlechtsidentität. Ein Jammer nur, dass so wichtige Beiträge von Jonathan Goldberg und Richard Dyer zwar übersetzt, aber aus Kosten- bzw. Urhebergründen nicht in den Band mitaufgenommen werden konnten. Dennoch ein absolutes "Must" im Regal jedes/jeder Queerdenkers/in. --RJ Poole
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Kritisch anzumerken bleibt, dass erstens die ausgewählten Artikel die Dominanz der US-amerikanischen Lesbian and Gay Studies in den Queer Studies wiederspiegeln und zweitens diese fast ausschliesslich aus der Zeit der wissenschaftlichen Anfängen (1993-94) stammen. Warum hat der Herausgeber zum Beispiel den Text "Imitation und die Aufsässigkeit der Geschlechtsidentität" von Judith Butler ausgewählt? Es ist ein sperriger Text, in dem die Philosophin ihr Schreiben als Lesbe thematisiert. Ich denke, es gibt sicher bessere einführende Texte von Judith Butler als diesen.
Der Aufsatz von Judith Butler führt zu einem anderen Kritikpunkt. Queer beinhaltet auch den Fokus der Ausschlussmechanismen: Warum sind es weiße Lesben und Schwule die Queer Studies betreiben? Die selbstreflexive Analyse der Autorin bleibt der Band insgesamt aber schuldig.
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