Staffel drei startet mit einer Einzigartigkeit: Michael Novotny bekommt eins auf den Nischel, und zwar von seinem besten Freund Brian Kinney. Wie konnte das passieren?
Wir erinnern uns, am Ende der 2. Staffel ist Justin Taylor - der Lieblings-one-night-stand von Brian Kinney - tatsächlich mit jemand anderem durchgebrannt und Brian leidet nun wie ein Hund. Nicht, dass er das zugibt. Nein, alles ist (fast) in Ordnung im schwulen Pittsburgh, bis der Polizeichef Jim Stockwell für das Bürgermeisteramt kandidiert und die Werbeagentur, in der Brian beschäftigt ist, ihn sich als potentiellen Kunden schnappt. Der clevere Brian kann sich diese Publicity auf keinen Fall entgehen lassen kann - auch wenn Stockwells Politik alles andere als Schwulenfreundlich ist.
Justin - mittlerweile um die Erkenntnis reicher, dass das Liebesgesäusel eines virtuosen Violinspielers zwar schön, aber nicht immer ehrlich gemeint ist - und Brian finden sich plötzlich mitten in einem Krimi wieder, bei dem der Tote aus der Mülltonne und ein blutjunger Stricher namens Hunter wichtige Rollen spielen.
Derweil hat Emmett mit seinem Schatz Ted ganz andere Sorgen. Ted, stolzer Besitzer einer Internet-Pornoseite, ist angeklagt wegen Beschäftigung eines Minderjährigen. Verschuldet und arbeitslos, verbittert und perspektivlos gerät er mehr und mehr in die Fänge von Drogen jeglicher Art. Die Sache eskaliert, als selbst der ewig optimistische Emmett vor Teds Haltlosigkeit kapituliert.
Und spätestens ab hier ist auch bei Queer as Folk Schluss mit lustig. Die Themen werden intensiver, politischer, kontroverser, aus Jungs werden langsam Männer. Wer diese Wandlung nicht mitbekommen hat, hat wohl vorm Fernseher gepennt. Es lohnt sich, bei jeder Szene und jedem Satz Ohr und Auge offen zuhalten um den tieferen Sinn zu begreifen.
Queer as Folk ist nicht das, was es scheint. Man muss sich drauf einlassen, man muss hinter die Charaktere schauen. Berieselung ist out. Dass so wenige das begriffen haben, ist schade.