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Aufgrund dieser außergewöhnlichen Zusammenkunft wird der Rest der insgesamt 78 Minuten Konzertmitschnitt auf "The Art of Live" beinahe zur Nebensache. Dabei gibt es hier Queensrÿche in Topform und allerbester Spiellaune. Gleich sechs Songs des aktuellen Albums "Tribe" beweisen ihre Live-Qualitäten bei gleichzeitigem Tiefgang und Rocktauglichkeit - wann hat man Michael Wilton schon mal headbangend Gitarre spielen sehen? Ansonsten haben die nunmehr seit 22 Jahren zusammen spielenden Jungs aus Seattle, verstärkt durch den Tourgitarristen Mike Stone, der sich musikalisch bestens einfügt (im Gegensatz zu seinem Vorgänger Kelly Gray), eine ebenso ungewöhnliche wie ansprechende Songauswahl getroffen. Mit einem Set aus zwei Akustikgitarren spielt die Band völlig neue Arrangements von "My Global Mind" und "Roads to Madness". Und nach dem mörderischen Groove von "Della Brown" wird dann mit "Breaking the Silence" und "The Needle Lies" ordentlich gerockt, bevor Geoff Tate zu "Best I Can" selbst die Keyboards beisteuert.
Außer der polierten Glatze Geoff Tates wäre im Umfeld der Gesamtdarbietung noch zu erwähnen, dass das Konzert komplett in Schwarz-Weiß mit leichtem Braunstich aufgenommen wurde. Dadurch entsteht sicherlich ein kunstvoller Gesamteindruck - ob die Atmosphäre eher abschreckend oder gelungen wirkt, muss jeder für sich selbst entscheiden. In dem beigefügten Bonusmaterial (außer einer Fotogalerie noch ca. 23 Minuten Video) hat Tate übrigens wieder Haare und macht in den rückblickenden Interviews zur Tour selbst Späße über sein Äußeres. Außerdem geht es um die Idee zur DVD, permanente Desorientierung über die Orte der Tour, kistenweise Red Bull und die zahlreichen Gastspiele bei Radiostationen. Gleich drei komplette Akustik-Versionen des neuen Songs "Losing Myself" in Radiostudios sind zu sehen, eine davon um sechs Uhr morgens mit einem sichtlich angeschlagenen Michael Wilton, der Probleme hat, nicht von seinem Hocker zu fallen.
Haben Queensrÿche auf dieser Tournee noch beinahe das komplette neue Album gespielt, so ließen sie im Sommer 2004 in Europa zusammen mit Pamela Moore auf der Bühne mal wieder ihr komplettes "Operation Mindcrime"- Epos vom Stapel - so wandelbar sind die musikalischen Vorreiter aus Seattle. Und mit zahlreichen neuen Songs haben sie für die Live- DVD alles richtig gemacht; ansonsten wäre sie völlig unnötig gewesen. Wen das "Tribe"- Material weniger interessiert, der muss sich "The Art of Live" allein wegen der überragenden Performance mit Dream Theater zulegen. So wie hier die Halle rockt ist davon auszugehen, dass der Schuppen nach dem Gig abgerissen werden musste!
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