Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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5.0 von 5 Sternen
Die Hölle -- das sind die klemmenden Türen, 18. September 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Queen und ich. Roman. (Fiction, poetry & drama) (Taschenbuch)
Der Alptraum der Queen wird Wirklichkeit: Nach den neusten Wahlen wird Großbritannien Republik, der Kronschatz Volkseigentum, und die königliche Familie landet konsequenterweise im sozialen Wohnungsbau britischer Bauart: in einer mittelenglischen Vorstadtsiedlung namens "Hellbore Close"; das "bore" im Ortsschild fehlt und verleiht dem Ganzen geradezu Dante'sche Ausmaße: Wahrlich, die Hölle ist nahe... In ihrer neuen Nachbarschaft muss Elizabeth Windsor schnell feststellen, dass die Hölle nicht unbedingt die anderen sind -- die Hölle, das sind vor allem die klemmenden Haustüren, die Ratten im Vorgarten und die Kakerlaken in der Küche, und das Wohnzimmer, in dem man die gewohnten königlichen Einrichtungsgegenstände nur nach barbarischsten Heimwerkerarbeiten unterbringen kann. Die Vorstadthölle wird schnell zum Alltag, und man erkennt bald die verschiedenen Überlebensstrategien derer, die über Nacht auf bisherige Privilegien verzichten müssen: Während Mrs Windsor sich mit einer hemdsärmligen und vor allem nervtötenden Sozialarbeiterin herumärgert, im Sozialamt Schlange steht, nach einem häuslichen Unfall stundenlang in der Ambulanz warten muss und sich bei alledem wacker schlägt, warten auch auf ihre näheren Angehörigen ganz neue Erfahrungen: Charles widmet sich im Garten dem ökologischen Landbau und wird wegen Verprügelns eines Polizisten verhaftet, Diana bandelt mit einem gutaussehenden Nachbarn an, die beiden gewesenen Prinzen übernehmen bemerkenswert schnell den ortsüblichen restringierten Wortschatz; Philip dreht endgültig durch, die Queen Mum findet auch in ihrer neuen Umgebung schnell Anschluss -- und vor allem Zugang zu Gin Tonic und Pferdewetten; Anne lacht sich einen kleinwüchsigen Heimwerker an -- und das Schoßhündchen Harris kann endlich zeigen, was für ein Mistvieh in ihm steckt. Mittlerweile steckt aber auch der neue Regierungschef der Republik, Jack Barker, bis zum Hals in der Bredouille; das Regieren hat er sich irgendwie anders vorgestellt. Mit welchem Hakenschlag er sich wieder herauswindet, und wie alles endet, soll hier freilich nicht verraten werden. Es spricht für die Autorin, dass sie aus dieser Grundkonstellation keine Klamaukparade macht, sondern den einzelnen Figuren ihre Persönlichkeit lässt. Gerade weil es im "Hell Close" genauso menschelt wie überall (aber noch offener als sonst), rührt einen diese Farce zwischen all den komischen Szenen. Und die Witze sind durch die Bank weg gut, keine Plattheiten, keine sicheren Lacher. Was deutschen Lesern aber leider entgeht, das sind die sprachlichen Nuancen, besser gesagt: die sozialen Stigmata, die mit den englischen Sozio- und Dialekten zwingend einhergehen. Den beiden Übersetzerinnen kann man keinen Vorwurf deswegen machen; sie haben gute Arbeit geleistet. Aber wer sich's zutraut, sollte doch besser zum Original greifen. Es lohnt sich! Auch wenn einige der markantesten Royals leider nicht mehr unter uns weilen -- "Die Queen und ich" bleibt dennoch Unterhaltungsliteratur vom Allerfeinsten.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Großartige Satire, 30. Juni 2001
Rezension bezieht sich auf: Die Queen und ich. Roman. (Fiction, poetry & drama) (Taschenbuch)
Dieses Buch ist gleichzeitig satirisch und tragikomisch. Man liest ständig mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es ist einfach witzig, wie hier "ganz oben" und "ganz unten" zusammenstoßen. Es ist erschreckend, hautnah zu erfahren, welche sozialen Probleme es am unteren Rand der Gesellschaft in England gibt. Das Buch ist auch eine Abrechnung mit dem "National Health Service" und anderen sozialen Einrichtungen einer Industriegesellschaft. Ich habe die englische Ausgabe gelesen, die den Leser an schönstes Umgangsenglisch heranführt.Ein Buch, das viel Spaß macht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
"Amused" war gestern, 16. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Queen und ich. Roman. (Fiction, poetry & drama) (Taschenbuch)
Nach der Wahl in Großbritannien wird die Monarchie abgeschafft. Die königliche Familie wird, nur mit dem Nötigsten versorgt, in eine Sozialsiedlung abgeschoben und muss sich fortan nicht nur mit den Widrigkeiten eines normalen Alltags plagen, sondern auch mit Behörden, Ämtern und dem staatlichen Gesundheitswesen. König wurden im Lauf der Geschichte verbannt, vertrieben, hingerichtet, aber sie in eine Sozialwohnung auszuquartieren, ist eine neue Idee, sich ihrer zu entledigen. Eine englische Idee. Das Buch liest sich locker, die Angehörigen der königlichen Familie verhalten sich getreu dem Bild, das man durch Medien von ihnen hat: Die Queen, die jeder Situation gewachsen scheint, Charles, der sein Engagement für Umweltschutz in der Gemüsezucht im eigenen Garten beweist, Prinz Philipp, der Totalausfall, usw. Die Nachbarn der Queen, Sozialhilfeempfänger die meisten, sind nach Schema gezeichnet: Patent, respektlos, geprägt von Mittellosigkeit und schlechtem Geschmack mit untrüglichem Sinn, etwas zu finden, wo es etwas zu holen gibt. Läpsch, leider vorhersehbar und unoriginell: Die Schlusspointe. Damit wird die eigentliche Pointe, die spitzfindig und logisch ist, ihrer Wirkung beraubt.
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