Nachdem ich "The Queen and I" sehr genossen habe, konnte ich nicht umhin mir auch den Nachfolger Queen Camilla zu besorgen und hoffte auf eine witzige Fortsetzung aus anderer Perspektive. Leider konnte Sue Townsend meinen Erwartungen dieses Mal nicht gerecht werden.
"Queen Camilla" sprudelt zwar wieder mal über vor kuriosen und nicht ganz unrealistischen Einfällen zum Leben in einem alternativen republikanischen Großbritannien, doch leider sind die Ideen entweder nicht neu und bereits aus dem Vorgänger bekannt oder sie bleiben Fragment.
Die Tatsache, dass England aufgrund eines Computerprogramms zum totalen Überwachungsstaat mutiert ist, ist zum Beispiel nur eine am Rande auftauchende Fußnote, die lediglich für ein paar gute Gags bezüglich der Fehlfunktionen des Programms gut ist.
Genauso wird zwar lang und breit ein unehelicher Sohn von Charles und Camilla aufgebaut, der die Thronfolge durcheinander bringt, doch auch dieser Handlungsstrang scheint nicht konsequent zu Ende gedacht zu sein, so dass der skurrile Graham Cracknell am Ende relativ schnell und schmerzfrei aus der Geschichte geschrieben wird ohne größere Bedeutung erlangt zu haben.
Ein weiteres Detail, das sich mir überhaupt nicht erschließt, sind die Konversationen zwischen den Hunden der verschiedenen Charaktere, die weder lustig noch einsichtsvoll sind.
Insgesamt macht "Queen Camilla" deswegen auf mich den Eindruck als hätte die Autorin einige halbgare Ideen lang und breit ausgewalzt, ohne selbst im Bilde zu sein, wohin die Reise letztendlich gehen soll. Das ist besonders schade, da die Ansätze in vielen Fällen durchaus vielversprechend sind, aber am Ende schleppen sich viele parallel laufende Plots doch nur anstrengend zäh dahin.