Amazon.de
Eine einsame Insel, die niemand betreten und niemand verlassen darf. Ein Haus ohne Spiegel und Spiegelflächen, in dem die Fenster so hoch angebracht sind, dass es unmöglich ist hinauszusehen. Ein alter, unheimlicher Mann, der sich die schönsten, jungen Mädchen gefangenhält, um sie so zu lieben, wie sie niemand liebt, wobei er sie mit einem grausamen Trick zu halten versteht. Und eine Krankenschwester, die in dieses Mysterium eindringt und alle schwarzen Geheimnisse ans schmerzende Licht der Wahrheit bringt. Das ist wieder Stoff einer Autorin wie Amelie Nothomb, die es mit Intellekt, Fantasie und äußerster Sensibilität versteht, ein psychologisch fein gesponnenes, fesselndes und anspruchsvolles Meisterwerk zu schaffen.
Wer sich von Marlen Diekhoff -- Film- und Bühnenschauspielerin am Deutschen Schauspielhaus Hamburg -- vorlesen lässt, wird die Begeisterung entdecken, Romanen mit geschlossenen Augen zuzuhören, statt selbst ein Buch in die Hand zu nehmen. Mit Brillianz meistert sie die langen und rhetorisch glanzvollen Dialoge der Figuren, denen sie verschiedene Stimmen leiht. Diekhoffs Interpretation lässt Charaktere entstehen, die lebendig, greifbar und echt wirken. Erstaunlich, wie mühelos sie beim Lesen abwechselnd in die Rollen der drei Protagonisten und der Erzählerin schlüpft. --Daphne Großmann
Ungekürzte Lesung, Spieldauer: 260 Minuten, 4 CDs.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Über den Autor
Geboren am 13.8.1966 in Kobe (Japan). Die diplomatische Laufbahn ihres Vaters im Fernen Osten bestimmte die Stationen ihrer Kindheit. Als sie mit 17 zum erstenmal nach Europa kam, nach Brüssel, um alte Sprachen zu studieren, erlebte sie einen Kulturschock. Sie kannte Europa nur aus Romanen von Stendhal, fand keine Freunde und merkte, daß ihre Familie aristokratisch ist. Aus Einsamkeit begann sie zu schreiben. Nach dem Studium zog sie sofort wieder nach Asien. In Tokio arbeitete sie als Dolmetscherin »zwölf Stunden am Tag, 360 Tage pro Jahr« und war genausooft unglücklich. Sie beschloß, doch Europäerin zu werden, verließ ihre Firma und ihren japanischen Verlobten und kehrte nach Brüssel zurück. »Ich existiere nur, wenn ich schreibe. Alles andere finde ich ziemlich langweilig. Es ist das Auskosten eines faszinierenden Lustprinzips und das Genießen einer Sucht.«