Diese, teilweise als Auftragsarbeiten für kulturelle Anlässe gedrehten Animationsfilme bestechen durch ihre fotografische Qualität und bildnerische Initialzündung. Fast jeder der Kurzfilme basiert auf einer überaus bestechenden, ja bezaubernden Grundidee, die sich meist aus dem assoziativen Umgang mit einem (literarischen) Kunstwerk ergibt. Besonders hervorzuheben wären diesbezüglich der 1986 für die Goldene Palme in Cannes nominierte "Street of Crocodiles", in dem - (sehr!) frei nach der gleichnamigen Novelle des polnischen Erzählers Bruno Schulz - Metamorphosen von Figuren und Werkzeugen in staubigen Kellern und schlammigen Gassen gezeigt werden, sowie einige Variationen des immer wiederkehrendes Themas "Stille Nacht", z.B. das märchenhafte Spiel der Eiszapfen und magnetischen Frostspäne im ersten Teil der Serie.
Visuell geradezu lehrreich sind auch die Dokumentationsfilme über so genannte Anamorphosen (in der Malerei des Manierismus beliebte optische Täuschungen) oder die Streifzüge durch ein medizinhistorisches Kabinett, bei denen der Animationseffekt des Films die Funktion von zum Teil recht gruseligen Prothesen oder anatomischen Modellen erläutert.
An ihr großes Vorbild, den tschechischen Animationsfilmer Jan Svankmajer, dem mit dem Auftakt "The cabinet of Jan Svankmajer" (1984) sogar eine eigene Hommage gewidmet ist, reichen die Gebrüder Quay jedoch nicht heran. Was Svankmajer in surrealisten Epen wie "Faust" oder Sozialgrotesken wie "The conspirators of pleasure" an erzählerischer Tiefe, an klar konturierter Bildlogik, an Witz und Ironie vorgeführt hat, sein Feuerwerk an sich selbst überbietenden Einfällen, das ganze Perpetuum mobile einer vollkommen entfesselten, doch stets an Geist und Materie gebundenen Fantasie, bleibt - trotz stilistischer Parallelen - leider unerreicht. So manche Idee wird durch ermüdende Wiederholungen und Varianten letztlich tot geritten, anderes wiederum wirkt so abgehoben und unmotiviert, das man selbst bei bestem Willen und größter hermeneutischer Anstrengung letztlich doch irgendwann aufgibt und dem abgefahrenen Zug mit Kopfschütteln hinterherwinkt...